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Naturlandbauer aus Hagenbach setzt Dünger aus Schafwolle ein

Stefan Dorn setzt auf organische Variante - spezieller Herstellungsprozess - 14.03.2021 12:03 Uhr

So sieht der organische Dünger aus, der aus Schafwolle gewonnen wird und als wertvoller ökologischer Langzeitdünger wirken kann.

12.03.2021 © Foto: Anna Wehrfritz


Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt: So heißt es in einem alten Frühlingslied aus dem 19. Jahrhundert. Es wird wärmer, die Tage werden länger und die Natur erwacht, und die Garten- und Pflanzsaison beginnt auch auf dem Hof des Naturlandbauern Stefan Dorn aus Hagenbach.

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Gemüse und Blumen bauen die Dorns zwar nur zum Eigenbedarf an, trotzdem ist diese Saison mit einem Experiment verbunden: Das erste Mal düngen mit dem eigenen organischen Dünger.

Brustkrebsforschung unterstützt

Archivfoto: Stefan Dorn aus Hagenbach.

12.03.2021 © ROLAND G HUBER


"Wir wollten das einfach mal ausprobieren", erzählt Stefan Dorn, der mit der gleichen Prämisse bereits rosa Siloballen vor seiner Scheune gestapelt hat, um mit der Folie die Brustkrebsforschung zu unterstützen (wir berichteten) – und das erfolgreich. "Die Idee dazu hab ich aus dem Wochenblatt", erzählt der Vollerwerbslandwirt, der auf seinem Hof unter anderem Kühe, Schafe und Pferde hält. Wobei die Schafe während der Sommermonate als Landschaftspfleger unter anderem in einem Solarpark tätig sind.

"Ein Schäfer aus Schwaben hat sich eine Anlage zum Pelletieren der Wolle gekauft und bietet anderen Schafhaltern an, ihre Wolle dort zu Dünger verarbeiten zu lassen", erzählt Dorn.

Mikroorganismen mit Wirkung

Im Gegensatz zu mineralischen Düngern sind die Nährstoffe in organischen Düngern in organische Strukturen gebunden. Bei der Zersetzung dieser Strukturen durch Mikroorganismen werden die Nährstoffe freigesetzt und können von der Pflanze aufgenommen werden, erklärt der Naturlandbauer.

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Durch die langsame Abgabe der Nährstoffe ist die Gefahr einer Überdüngung relativ gering. Darüber hinaus speichern organische Dünger Feuchtigkeit.

Die Schafwolle gehört eigentlich in die Kategorie der Schlachtabfälle, wie Stefan Dorn berichtet. Auf bestimmte Art aufbereitet, wird sie allerdings zu einem wertvollen ökologischen Langzeitdünger für den Garten.

Getrocknet, gereinigt, gehäckselt

Dazu wird die Wolle der Hagenbacher Schafe rund eine halbe Stunde lang bei etwa 60 Grad getrocknet und thermisch gereinigt. Anschließend wird sie dann gehäckselt und pelletiert.

Heraus kommen organische Düngerpellets aus reiner Wolle oder Mixpellets, die zu 30 Prozent aus Schafsmist bestehen, der ebenfalls durch Erhitzen getrocknet und gereinigt wird. Im Gegensatz zum reinen Wolldünger wirken die Mixpellets schon nach etwa zwei Tagen.

Der reine Wolldünger sollte beim Pflanzen in die Erde eingearbeitet werden und beginnt nach etwa zwei Wochen, vor allem Stickstoff und Kalium an die Pflanze abzugeben.

"Die Pellets versorgen die Pflanze fünf Monate lang mit Nährstoffen, es reicht also ein Arbeitsgang im März, damit die Pflanze das Jahr über gut versorgt ist", erklärt Stefan Dorn. Bis zur nächsten Saison seien die alten Düngerpellets dann komplett abgebaut. Familie Dorn informiert auch auf ihrer Internetseite über das neue Projekt und die richtige Anwendung des Düngers, da der Nährstoffbedarf je nach Pflanzenart variiert.

ANNA WEHRFRITZ

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