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Neue Investitionen auf der Gräfenbergbahn - Keine Elektrifizierung

Weniger Bahnübergänge und neue Stellwerkstechnik auf der Nebenstrecke - 16.07.2020 15:35 Uhr

In die Gräfenbergbahn wird investiert, elektrifiziert wird die Nebentrasse aber vorerst nicht.

© Scott Johnston


Die Gräfenbergbahn: Ein emotionales Thema – und häufig in den Schlagzeilen. Die Nebenstrecke, die das oberfränkische Gräfenberg mit der Frankenmetropole Nürnberg verbindet sorgt oft für Schlagzeilen und das meist im negativen Sinne. Diesmal aber gibt es positives von der knapp 28 Kilometer langen Regionalbahnlinie 21 zu vermelden. Die Deutsche Bahn investiert bis 2029 insgesamt 436 Millionen Euro, um die bayerische Schieneninfrastruktur leistungsfähiger zu machen. Profitieren wird auch die Gräfenbergbahn von dem Förderprogramm, die unter der Kategorie "Streckenertüchtigungen und -beschleunigungen" in einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr genannt wird.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt, fallen darunter unter anderem die Beseitigung von Bahnübergängen und der Einbau neuer Stellwerkstechnik auf der Strecke sowie der "Neubau von Brücken und die Bearbeitung der Schienen". Das Vorhaben, welches nach Bahnangaben vor mehr als zwei Jahren begonnen wurde, soll "für mehr Stabilität im Fahrplan" sorgen.


Gräfenbergbahn: "Stufenplan" der DB steht in der Kritik


"Die Bahn wird in einem mehrstufigen Konzept die Gräfenbergbahn über mehrere Jahre nachhaltig sanieren. Das Ziel ist, den Betrieb noch stabiler und zuverlässiger zu gestalten und so Verspätungen und Zugausfälle für unsere Kunden zu reduzieren", heißt es vom Unternehmen. Wie die Bahn weiter mitteilt, werden auf der Strecke seit dem vergangenen Jahr "modernere und flexibel nutzbare Fahrzeuge" eingesetzt, "um dem Fahrgastzuwachs auf der Nebenbahn zu begegnen".


Gräfenbergbahn lag schon in den letzten Zügen


Zudem ist nach Unternehmensangaben langfristig eine "Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik mit einem modernen elektronischen Stellwerk angedacht". Dafür müsse jedoch die "aktuell recht hohe Zahl von Bahnübergängen" reduziert werden. Die Bahn verweist an dieser Stelle auf die Kommunen, die sich an den Umbaukosten beteiligen sollen und laut dem Sprecher dazu sogar gesetzlich verpflichtet seien. Hierzu wird sich mit den sogenannten "Kreuzungspartnern", also den Anlieger-Kommunen, laut Bahn bereits abgestimmt.

Keine Elektrifizierung der Gräfenbergbahn in diesem Zuge

Der Traum von einer Elektrifizierung der Gräfenbergbahn, die im Zuge des Förderprogramms schon an mancher Stelle als verkündet gefeiert wurde, wird es hingegen nicht geben. Das teilte der Bahnsprecher auf Anfrage der NN mit. Ein endgültiges Nein gab es aber nicht von Seiten der Bahn zu einer möglichen Elektrifizierung der Trasse. Für Hoffnung dürften das Statement aber dennoch nicht sorgen.

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"Die Elektrifizierung von Bahnstrecken macht dann Sinn, wenn Sie in einem größeren Bahnnetz angebunden sind – oder besondere Anforderungen wie Güterverkehr oder ähnliches bestehen", erklärt der Bahnsprecher. Auf die Gräfenbergbahn trifft das nicht zu, aber der Unternehmenssprecher brachte eine weitere Möglichkeit ins Spiel – "alternative Antriebe" könnten auch eine Lösung sein.

Über eine mögliche Elektrifizierung der Strecke entscheidet in diesem Fall jedoch der Bund oder der Freistaat. Von DB-Seiten werden die Klimaziele unterstrichen, nach denen das Unternehmen bis 2030 CO-2-freie Mobilität für alle Bahnreisenden anbieten will: "In diesem Sinne ist uns nachhaltiges Reisen auch in ländliche Regionen sehr wichtig. Und darum werden wir hier auch weiter Innovationstreiber bei Technik und Digitalisierung sein."

Investitionen werden positiv aufgenommen

In der Region wird die Nachricht zur Unterstützung der Gräfenbergbahn positiv aufgenommen. "Die Weiterentwicklung der Gräfenbergbahn ist ein wichtiges Zeichen für die Region und wird dafür sorgen, das prosperierende Umland stärker an die Großstadt anzubinden", erklärt Sebastian Körber, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion mit. Aber auch bei den Grünen in Gräfenberg freut man sich über die Nachricht.

Wie Matthias Striebich, Grünen-Stadtrat in Gräfenberg, erklärt, wünscht man sich "einen Ausbau der Gräfenbergbahn nach dem Vorbild zum Beispiel der Schönbuchbahn in Baden-Württemberg, die mit der Gräfenbergbahn vergleichbar ist und vor kurzem intensiv für einen dichten Takt ausgebaut und elektrifiziert worden ist". Der Stadtrat freut sich natürlich, "dass es einen Schritt weiter geht. Es ist ein erster Erfolg." Er kündigte aber an: "Am Ziel der Elektrifizierung werde ich weiterhin festhalten." In einer im vergangenen Jahr eingereichten Petition wird der Wunsch nach einer Generalsanierung sowie der Elektrifizierung der Trasse ebenfalls unterstrichen.


Pannen bei Gräfenbergbahn: Petition geht an den Bund


Für die Gräfenbergbahn, die in der Vergangenheit eher durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht hat, ist die nun geplante Streckenertüchtigung und -beschleunigung ein Schritt in die richtige Richtung und eine positive Nachricht. Wie sich das Projekt letztendlich entwickelt und ob die angepeilten Verbesserungen eintreten, wird sich aber erst in der Zukunft zeigen. Ebenso bleibt abzuwarten, ob die Bahn ihre eigens sehr hoch gesteckten Ziele umsetzen kann.


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