Bauplan liegt vor

Neues Jahn-Gelände im Forchheimer Norden: Stadträte verlangen Nachbesserungen

Datum: 20.12.2019, Abrechnung: Pauschale Motiv: Philipp Rothenbacher, Portrait, Porträt, Mitarbeiterportrait, NN-Redakteur, Verlag Nürnberger Presse, VNP
Philipp Peter Rothenbacher

Nordbayerische Nachrichten Forchheim-Ebermannstadt

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21.10.2021, 06:00 Uhr
Ursprünglich sollte das alte VfB-Sportheim abgerissen werden. Jetzt plant der Jahn aber, das Gebäude zu sanieren und für die künftigen Vereinszwecke umzubauen.
 

Ursprünglich sollte das alte VfB-Sportheim abgerissen werden. Jetzt plant der Jahn aber, das Gebäude zu sanieren und für die künftigen Vereinszwecke umzubauen.   © Eduard Weigert

Mit dem allerdings zeigten sich die Mitglieder des Bauausschusses des Stadtrats in ihrer jüngsten Sitzung nicht vollends einverstanden. Dabei ging es vor allem um die Zahl der angedachten Parkplätze.

Zur Erinnerung: An der Kaiser-Heinrich-Straße soll das neue Sportgelände der SpVgg Jahn entstehen – wo derzeit noch der VfB und der Skaterpark zu Hause sind. Drei Fußball- und acht Tennisplätze sind geplant. Der Umzug des Jahn aus seiner angestammten Heimat an der gleichnamigen Straße ist schon seit rund zehn Jahren ein Dauerthema mit etlichen Irrungen und Wirrungen.

Fest steht nur, dass der Verein ausziehen muss, um hier Platz für ein neues Wohngebiet – das sogenannte Philosophenviertel – zu schaffen. Und, dass die Sportvereinigung, ebenfalls nach langem hin und her, ihr künftiges Gelände im hohen Norden Forchheims entstehen lassen kann. Ein Großprojekt, für das etwa fünf Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagt sind, die Gesamtbauzeit wird auf etwa zwei Jahre geschätzt.

Doch auch hier gab es immer wieder Probleme, zuletzt war im Frühjahr bekannt geworden, dass der Verein sein Bauvorhaben noch einmal ändern musste, weil vor allem wegen einer mangelhaften Kostenplanung plötzlich eine halbe Million Euro fehlten.

Altes Sportheim bleibt erhalten

Jetzt aber wurde dem städtischen Bauausschuss der neue Bauplan vorgelegt, der einige Veränderungen enthält. Bauordnungsamts-Chef Stefan Kindler erläuterte unter anderem, dass der ursprünglich geplante Abriss des alten VfB-Sportheims verworfen wurde: "Es soll saniert und nach dem Umbau weiterhin für Vereinszwecke genutzt werden." Gleichwohl ist ein neues Vereinsheim geplant, das über eine ebenerdige, eingeschossige Überdachung mit dem Sportheim im Süden verbunden wird.

Das Vereinsheim, im Erdgeschoss knapp 45 Meter lang und 13 Meter breit, ist zweigeschossig und mit flach geneigtem Pultdach vorgesehen. Es soll nicht unterkellert werden und wird eine Gesamthöhe von knapp 7,5 Metern erhalten. Im Norden ist im Obergeschoss eine offene Dachterrasse mit Außentreppe geplant.

Zu wenig Parkplätze?

Alles soweit ohne größere Einwände aus Sicht des Bauordnungsamts machbar. "Das Hauptproblem aber", so Kindler, sei die Straßenplanung beziehungsweise die bislang vorgesehenen Parkplätze im Gelände – wobei der öffentlich gewidmete Teil der Kaiser-Heinrich-Straße, von Süden her kommend, am künftigen Jahn-Gelände endet. Insgesamt seien 92 Stellplätze erforderlich. Gemäß den Planunterlagen sollen 65 davon auf den Baugrundstücken vom Jahn selbst geschaffen werden.

Und die 27 restlichen Stellplätze? Hier gebe es offenbar die Idee, diese Parkplätze überwiegend im öffentlichen Raum, also an der Kaiser-Heinrich-Straße, entlang der südlichen Zufahrt zum Gelände herzustellen. "Das ist aber noch nicht abschließend geregelt", so Kindler. OB Uwe Kirschstein (SPD) bestätigte, dass der Jahn diesbezüglich schon auf ihn zugekommen sei.

"Bin nicht glücklich"

Nach der Vorstellung meldete sich zunächst CSU-Rat Holger Lehnard zur Wort: "Ich bin bei allem dabei, aber...", fing er an, "ich bin absolut nicht glücklich über die Stellplätze." Lehnard sieht hier einen "Riesenbedarf", an der Kaiser-Heinrich-Straße herrsche jetzt schon viel Verkehr und "viele Lkw, die dort stehen". Und man wisse ja, "wenn ein Fußballspiel ansteht, reisen die Gegner meistens mit dem Auto an". Lehnard bat den OB inständig, eine gemeinsame Lösung mit der SpVgg zu suchen.

Kirschstein erwiderte, die "spannende Frage ist: Wo?" Platz wäre rund um das künftige Sportgelände ja genug da, "nur gehören die Flächen weder der Stadt noch dem Verein". Erwin Held (FW) wiederum fände es "charmant", wenn "wir dort oben ein Parkhaus hätten". Mehr aber beschäftigte ihn die Wegeführung auf dem geplanten Sportgelände, die ihm stellenweise zu schmal erschien.

Kindler antwortete, dass der Jahn mutmaßlich überlege, an der Zufahrt zum Gelände ein Tor einzubauen, sprich, dass das Areal nicht öffentlich passierbar sein soll. Der OB ergänzte, dass laut Beschlusslage für diese Fläche ja "sportliche Nutzung" festgesetzt sei – es gebe somit "auch keinen öffentlichen Grund, durch das Jahn-Gelände durchfahren zu wollen".

Thomas Werner (CSU) kam auf die Stellplatz-Frage zurück und befürchtete, dass "auch 92 Parkplätze unterm Strich nicht ausreichen würden", Atila Karabag (SPD) pflichtete dem bei. Denn neben Fußball und normalem Tennis ist ein weiteres Bauprojekt direkt neben der Jahn-Baugrenze geplant, das Kindler den Räten zuvor präsentiert hatte: eine "Padel-Tennis"-Anlage.

"Bitte keine Wertung"

Für diese hierzulande eher unbekannte Tennis-Variante (gespielt auf kleineren Feldern mit kurzen Schlägern ohne Bespannung) gründet sich derzeit in Forchheim ein privater Verein, der zwar personelle Verbindung zum Jahn hat, allerdings eigenständig eine Anlage bauen will, die nördlich an das ehemalige VfB-Gelände angrenzt: Auf rund 2600 Quadratmeter will der Verein drei mit Glas-Dächern in Leichtbauweise bestückte Spielfelder (je 28 auf elf Meter) sowie ein Clubhaus und zwölf erforderliche Parkplätze errichten.

Das Vorhaben bereitete Andrea Hecking (FGL) "ein bisserl Bauchschmerzen", gerade bei derlei "Trendsportarten". Ihr Parteikollege Emmerich Huber sah das ähnlich: Wieder würden Flächen versiegelt, und "wollen wir das wirklich für einen solchen 'Gag'"?

Diese Kritik der beiden FGL-Räte kam nicht bei allen gut an, auch OB Kirschstein bat darum, "solche inhaltliche Wertungen von Bauprojekten hier im Bauausschuss zu unterlassen". Eine Mehrheit des Gremiums stimmte dem Vorhaben jedenfalls grundsätzlich zu. Und einstimmig votierten die Räte schließlich auch für den Bauplan des Jahn allerdings mit der Vorgabe, dass die ungelöste Stellplatz-Frage noch gelöst werden muss.

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