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Neunkirchen muss mehr Bauland entwickeln

Über Sachstand im ISEK-Verfahren informiert: Mehr Einwohner brauchen bis zu 558 mehr Wohnungen - 08.08.2020 10:00 Uhr

Das Rathaus in Neunkirchen.

© Pauline Lindner


Als Handlungsfelder wurden – vorrangig für Senioren – identifiziert: Pflege- und Betreuungsangeboten, Wohnformen im Alter und der Ausbau haushaltsnaher Hilfeleistungen. Hier könnte ein Quartiermanagement eingreifen, das im Anschluss an den ISEK-Prozess über das Programm SeLa gefördert werden könnte. Weitere Themen sind ein Mehrgenerationen-Bewegungspark, ein Bürgerbüro sowie ein Mehrgenerationenhaus. Allgemein hält man die Motivierung von Jugendlichen für ihren Wohnort für schwierig; man hofft trotzdem sie bei der Neugestaltung des Multifunktionsplatzes an den Heuwiesen einbinden zu können.

Nicht nur wegen des Hemmerlein-Geländes ist die Baulandentwicklung in Neunkirchen ein bestimmender Faktor. Bislang lag Neunkirchen in der Dynamik der Bevölkerungensentwicklung hinter dem Landkreis Forchheim sowie Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das wird sich nach den Berechnungen Salms mit der Bebauung des Hemmerlein-Geländes ändern.

Großes Innenentwicklungspotenzial

Je nachdem, von welchem Bevölkerungszuwachs man für die nächsten zehn bis 15 Jahre ausgeht, erwartet Salm einen Wohnbaulandbedarf von 15,8 bis 31 Hektar, von 284 bis 558 Wohnungen. In die Berechnung eingeflossen ist der sogenannte Auflockerungsbedarf. Dahinter verbirgt sich, dass immer mehr Wohnungen von weniger Personen bewohnt werden. Dieser Wert liegt in Neunkirchen bislang recht hoch. Je nach Grad der Verdichtung hat der Markt ein großes Innenentwicklungspotenzial.

Bliebe die bisherige Wohndichte gleich, könnten damit gut und gern der Wohnungsbedarf von 558 Wohneinheiten abgedeckt werden.Das Problem bei der Innenentwicklung sei aber wie überall: Man könne nicht alle Flächen aktivieren. Hier müsse die Verwaltung konsequent auf die Grundeigner zugehen. Im Außenbereich rät Salm zu einer Balance von Neuausweisungen und Rücknahme aus dem Flächennutzungsplan sowie zum Einsatz von Baulandmodellen.

Weit weniger statische Grundlagen gibt es für die Gewerbeflächenentwicklung. "Eine Bilanzierung von Bedarf und Angebot ist schwierig", so Salm. Aber auch: "Neunkirchen hat eine wahnsinnige Dynamik, was die Arbeitsplatzdichte am Ort angeht." Überdurchschnittlich sei 51 Prozent der Anteil des produzierenden Gewerbes (41 Prozent im Landkreis), es zeichne sich aber eine Zunahme der öffentlichen und privaten Dienstleister ab. Gewerbeflächenpotenziale gebe es im Bereich Straßäcker, südlich der Mittelschule und an den Heuwiesen, soweit das Gelände nicht für eine Westumgehung eingeplant ist.

Die allseits gewünschte Stärkung der Ortsmitte soll durch die Entwicklung des Einzelhandels geschehen. Festzuhalten sei, dass im Hauptort keine Versorgungslücke besteht, in den Ortsteilen die Nahversorgung teilweise schwierig ist. Nachhaltig gestärkt werden könnte der Einzelhandel durch eine publikumswirksame Nutzung im kulturellen und sozialen Bereich. "Sehr vorsichtig", äußerte sich der Fachmann zu einer Fußgängerzone. "Sie ist kein Allheilmittel." Geschicktere Verteilung von Stellplätzen dürfte in Neunkirchen eine bessere Wirkung zeigen.

"Was wollen wir tun?"

Für Bürgermeister Martin Walz (CSU) stellt sich nun die Frage: "Wie weit wollen wir gehen? Was wollen wir tun?" Der Rat sei in den Herbst- und Wintermonaten vor Richtungsentscheidungen gestellt.

Anschließend beschloss der Rat, den Flächennutzungsplan zwischen Schellenberger Weg und Kleinsendelbacher Straße zu ändern. Bisher war das Gelände für öffentliche Nutzung, sprich Schulhaus, reserviert. Man denkt an Wohnbebauung, die im südlichen Bereich mit Gewerbe gekoppelt sein könnte. Auf jeden Fall soll das Biotop und die Wasserführung erhalten bleiben. Mit dem Verkauf des Areals könnte Neunkirchen den Grundschulneubau refinanzieren.

PAULINE LINDNER

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