Skurril und unterhaltsam

Peter Spielbauer tritt beim Forchheimer Kultur-Sommer auf

4.8.2021, 19:22 Uhr
Peter Spielbauer

Peter Spielbauer © JTF/HartmutPoestges, NN

Wir konnten Peter Spielbauer einige Fragen stellen, die er in der ihm eigenen Kürze beantwortet hat.

Herr Spielbauer, Ihr neues Solo-Programm heißt "Pfitsch Göng". Das klingt fast, als ob man davor Angst haben müsste.
Oh nein, ganz im Gegenteil: "PFITSCH" ist das Geräusch, welches eine Sternschnuppe macht, wenn sie in die Erdatmosphäre eintaucht. Und "GÖNG" klingt es, wenn sie anschließend mit einem Glühwürmchen zusammenstößt. Das sind doch entzückende Ereignisse.



In Forchheim kennt man Sie aus dem Jungen Theater und vom ZirkArt-Festival. Wie würden Sie jemandem, der Sie dort noch nicht erlebt hat, erklären, was Sie da genau auf der Bühne machen?
Der Spielbauer macht philosophisch-komisches Wörter-Körper-Theater mit plastisch-elastischen Requisiten, hat eine Riesenfreude daran, und hofft, dass diese überspringt.

Oft wirkt es ja so, als ob Sie am Beginn des Satzes nicht wüssten, wie er enden würde. Ist das so, oder tun Sie nur so, und haben alles bis ins Kleinste durchchoreographiert?
Ich habe einen festen Text und eine Choreographie, aber ich schätze Gelegenheiten, diese zu verlassen.

Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen kosmisch und komisch?
Wir sitzen auf einer Kugel und fliegen durch's Weltall. Das ist beides.



Sie sind ja nun schon einige Jahrzehnte auf den Bühnen unterwegs. Was treibt Sie noch immer an?
Neugierde und Bühnen-Adrenalin.

Wird es jemals einen Spielpartner für den Spielbauer geben, der nicht er selbst ist? Oder ist sich ein Spielbauer schon genug?
Ich spiele mit dem Publikum. Bin mir keinesfalls alleine genug. Ohne Zuschauer würd ich's nicht machen.

Wer Peter Spielbauer ist

Sein Theater: Sehr bewegungslastig, körperlich, etwas fürs Auge, auch Dank der skurrilen Requisiten. Das sind jetzt keine ungewöhnlichen Objekte, sondern ganz einfache Gegenstände, die sich nur ungewöhnlich bewegen. „Es ist stets ein Riesenspaß, weil ich hoffe, irgendwann mal eine Bewegung zu finden, die nicht nur ich, sondern noch nie jemand gemacht hat. Aber das wird nach vier Jahrzehnten auf der Bühne auch nicht leichter“.

Seine Philosophie: Dabei handelt es sich nicht um die akademische Variante, die auf Grund ihrer Fachterminologie kein Mensch mehr versteht. Es geht um Lebenspraxis, um Lebensbewältigung. „Denn schließlich fragen wir uns doch alle, was das Ganze hier soll und was wir auf dieser Kugel treiben“. Spielbauer hat einigen klugen Leuten zugehört und möchte, dass die Zuschauer den Mut nicht verlieren. Denn da kommt nun die Komik ins Spiel. Er ist nämlich nicht überzeugt, dass es immer schlimmer wird.

Ortsteil für Künstler

Sein Refugium: Der aus Cham stammende Spielbauer lebt mit seiner Familie auf einem Bauernhof in Irschenhausen. Der Ortsteil von Icking im Isartal passt zu einem Freidenker und Künstler. Hier waren Rainer Maria Rilke und Erich Mühsam zur Erholung, hier fand D.H. Lawrence die Inspiration für seinen erotischen Roman „Lady Chatterley“. Hier spielte die wahre Geschichte, die später Regisseur Francois Truffaut in „Jules et Jim“ verfilmte. Und nebenan steht das „Holler-Haus“, das für die Krimiserie „Der Bulle von Tölz“ die Pension Resi darstellte.

Karten für Samstag, 7. August, ab 20 Uhr im Königsbad Forchheim gibt es für 17,50 Euro (ermäßigt 15,30 Euro) im Vorverkauf in der NN-Geschäftsstelle in der Hornschuchallee 7 oder an der Abendkasse.

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