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Pfadfinder schlagen ihre Zelte in Forchheim auf

„Mittokalypse“ ist das Motto des Pfadfindertreffens - 25.05.2015 16:49 Uhr

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Werkeln und experimentieren: Pfadfinderlager in Forchheim

Ein Lagerfeuer, selbstgemachte Geldbeutel und Knüppelbrot: Es ist Pfadfinderlager in Forchheim. Einem fiktiven Virus entfliehend, zelten über Pfingsten Kinder und Jugendliche auf der Schleuseninsel und leben ihre Werkel- und Experimentierfreude aus.


Seile zu spleißen ist gar nicht so einfach. © Stephanie Treske


Alle zwei Jahre treffen sich die Stämme mittelfränkischer Ortschaften zu einem gemeinsamen großen Lager. Dieses Mal haben sich in etwa 50 Betreuer und 100 Kinder auf die Reise gemacht, erst mit dem Zug bis nach Ebermannstadt und Umgebung und dann zu Fuß oder mit dem Rad von Freitag auf Samstag weiter zum Zeltplatz.  An der Schleuseninsel angekommen müssen natürlich erst die Schlafplätze hergerichtet werden. Das für die Schwarzzelte benötigte Stangenholz steuerte der Bayerische Staatsforst in Kooperation mit Förster Erich Daum bei und wurde von den Teilnehmern selbst im Wald geschlagen und auf den Platz transportiert.

Wer draußen rumtobt hat auch mächtig Hunger. Gekocht wird für die Kinder auf offenem Feuer an einer riesigen Kochstelle, denn: „Mit Feuer geht es schneller als mit Gas.“ © Stephanie Treske


Nach anstrengender Arbeit konnte es dann endlich losgehen. Und was wäre ein Zeltlager ohne spritziges Motto? Dieses Mal haben sich die Betreuer für „Mittokalypse“ entschieden. Ein Virus ist ausgebrochen und das Lager ist der einzige noch sichere Ort. Nach gründlicher Kontaminierung mit Sicherheitspersonal in Schutzanzügen am errichteten Schleusentor zum Platz, liegt es nun an den Kindern und Jugendlichen, die Zivilisation aufrecht zu erhalten und ein Gegengift zu finden, um die Menschheit zu retten.

Geldbeutel aus Milchtüten

Alle Kinder wurden dafür in bunte Gruppen eingeteilt und können dann nach und nach zusammen entscheiden, welche Workshops sie belegen möchten. Das Angebot ist kunterbunt. Eine Gruppe Kinder bastelt Traumfänger, die andere fertigt Fackeln mit heißem Wachs an. Wieder andere lernen es, Seile zu verspleißen, bauen selbstfahrende Boote oder backen Baumkuchen. Eine besonders witzige Idee ist das Errichten eines diamantförmigen Zeltes, so dass keinerlei gefährliche Viren oder Eindringlinge in das sichere Innere gelangen. Eine knifflige Arbeit, welche die Gruppe aber mit Bravour meistert. Auch „Upcycling“ ist eine Kategorie der Workshops. Es ist eine Art des Recyclings von alten Milchtüten, indem die Jungen und Mädchen super stabile Geldbeutel basteln. Ein kleiner Kreis von Pfadfindern lässt es etwas ruhiger angehen: „Wir schreiben ein Gedicht oder einen Song für den bunten Abend“, erzählen sie.

Wer viel unternimmt und erlebt, braucht natürlich auch Stärkung. Dafür sorgen die Betreuer dreimal am Tag mit selbstgemachten Speisen. Das erfordert dann auch mal drei Stunden lang 23 Kilogramm Kartoffeln schälen. Gekocht wird noch auf offenem Feuer an einer riesigen Kochstelle. „Mit Feuer geht es einfach schneller als mit Gas“, verrät Regionsführerin Alexandra Fink.

Haben die Pfadfinder eine Aufgabe erfolgreich bestritten, bekommen sie einen Stempel in ihr Heft und sammeln Gruppenpunkte in drei großen Gläsern. Diese erspielten Punkte stellen dann verschieden hohe Level dar, welche den Kindern und Jugendlichen schlussendlich helfen, die letzten Zeltlagertage endlich das Ziel zu erreichen – das Gegengift für die Menschheit.

  

STEPHANIE TRESKE

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