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Piastenbrücke: Forchheims Suche nach der Zauberformel

Neue Wege für Radfahrer und Fußgänger werden gesucht - 26.06.2019 16:55 Uhr

Breiter wird’s nicht: Der Neubau der Piastenbrücke fällt nicht größer aus. Für Fußgänger und vor allem für die Radler will man nach neuen Wegen suchen. © Athina Tsimplostefanaki


Piastenbrücke die nächste: Rund drei Wochen ist es her, dass sich die Stadträte des Planungs- und Umweltausschusses (PLUA) die Köpfe heiß redeten über das neue Mammutbauwerk, das nach dem Abriss im Jahr 2020 und der geplanten Fertigstellung im Jahr 2021 sich über die Bahnlinie spannen soll.

Wohin nur mit den Radlern, damit die Pedalritter künftig auch sicher über die Brücke kommen? Man diskutierte über "Radfahrschutzstreifen", über Sinn und Zweck von Mittellinien und auch eine mögliche Geschwindigkeitsbeschränkung stand im Raum, um Autofahrer mit Bleifuß auszubremsen. Und auch in der jüngsten Sitzung des Stadtrats stand das Thema auf der Agenda und wurde fast eine Stunde lang diskutiert.

Auf 50 Jahre geplant

Wie bereits in der PLUA-Sitzung ließ Gerhard Meixner (FGL) nicht locker: Schimpfte er damals, dass "eine Verkehrsplanung ohne Einbeziehung der Fahrradfahrer Quatsch" sei, so machte er in der aktuellen Sitzung darauf aufmerksam, dass "Brücken auf 50 Jahre hinaus geplant werden". Meixner mahnte den "innerstädtischen Wandel" an, bei dem in Zukunft "immer mehr Menschen auf Fahrrad, E-Bike und E-Scooter umsteigen werden". Und Meixner drängte auch darauf, "im Rahmen einer regionalen Verkehrsplanung sich Forchheim neu anzuschauen und sich Gedanken zu machen, bis die Brücke steht". Auch Meixners Fraktionskollegin Annette Prechtel rang sich dazu durch, "die Brücke so bauen zu lassen und in der Zwischenzeit die beste Lösung zu finden: Eine Premiumlösung für Autos ist nicht Verkehrspolitik 2019" .

Dass das neue piastenrote Brückenbauwerk nicht wirklich den Idealvorstellungen entspricht, stand fraktionsübergreifend außer Frage. Doch, darauf machte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) einmal mehr aufmerksam: Die Brücke ist ein "Geschenk" von der Bahn an die Stadt. Jede Form von Änderung führt dazu, dass die Kosten dafür zu 100 Prozent an die Stadt gehen, sprich, die Stadt müsste das Brückenbauwerk aus eigener Tasche zahlen. Deswegen sollte man, das meinte auch Josua Flierl (CSU), "parallel nach einer Lösung schauen, die die Situation verbessert".

Kommt eine eigene Radlerbrücke?

Eine separate Radlerbrücke könnte sich indes OB Kirschstein vorstellen, wo die Radler "zwischen Gartenamt und Netto rauskommen". Erste Gespräche mit Verantwortlichen des ADFC habe es bereits gegeben, so das Stadtoberhaupt. Holger Lehnard (CSU) sprach sich dafür aus, "nicht mehr an der Piastenbrücke herumzudoktern, sondern eine sinnvolle Lösung zu suchen".

Manfred Hümmer (FW) fand "eine eigene Radlerbrücke grundsätzlich sehr charmant", beharrte aber darauf, dass der Überweg als "parallele Trasse" zur Piastenbrücke errichtet werden sollte — "kein Radler nimmt Umwege in Kauf". Dass "Fahrradfahrer und Fußgänger eine gescheite Lösung brauchen", betonte Lisa Hoffmann (SPD). Der Vorschlag von Martina Hebendanz (CSU), die Behelfsbrücke, die während der Bauphase der neuen Piastenbrücke da sein wird, als künftige Fußgängerbrücke zu nutzen wurde von OB Kirschstein gleich verworfen, unter anderem wegen des "Zickzackwegs über das Werksgelände von Piasten für Fußgänger".

Reinhold Otzelberger (CSU) blätterte rein bildlich im Märchenbuch und sah in der Diskussion um die Piastenbrücke "die verzweifelte Suche nach einer Zauberformel". Doch auch Otzelberger konnte keine Ideallösung aus dem Hut zaubern. "Wir müssen die Brücke so akzeptieren, wie sie geplant ist und können nicht von dem abweichen, was planfestgestellt ist." Otzelberger schlug vor, "im Nachgang darüber zu reden, wie das Bauwerk markiert wird und alles Weitere separat zu klären". Mit vier Gegenstimmen stimmten die Stadtratsmitglieder dafür, die Piastenbrücke, wie geplant, bauen zu lassen und parallel dazu eine neue Wegeführung zu entwickeln. 

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