Postquartier in Forchheim: Neue Wohnungen, Hotel "niu Hop" und mehr

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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15.4.2021, 05:58 Uhr
Auf knapp 6000 Quadratmetern rund um das alte Forchheimer Postgebäude entsteht das Postquartier: Links ist das alte Post-Verwaltungsgebäude zu sehen. Hier werden sich moderne Büroräume befinden, im Gebäude dahinter Wohnungen. Das Hotel „niu Hop“ (rechts im Bild) wird vier Stöcke und 154 Zimmer haben.

© Roland Fengler Auf knapp 6000 Quadratmetern rund um das alte Forchheimer Postgebäude entsteht das Postquartier: Links ist das alte Post-Verwaltungsgebäude zu sehen. Hier werden sich moderne Büroräume befinden, im Gebäude dahinter Wohnungen. Das Hotel „niu Hop“ (rechts im Bild) wird vier Stöcke und 154 Zimmer haben.

Das Großprojekt Postquartier umfasst einiges: Das Hotel "niu Hop" mit 154 Zimmern, ein L-förmiges Wohngebäude mit 41 Ein- bis Vier-Zimmer-Mietwohnungen direkt an der Wiesent sowie das Postpalais, einen Büro- und Geschäftskomplex im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Post.

All das entsteht auf einer Fläche von knapp 6000 Quadratmetern rund um den Forchheimer Bahnhof (wir berichteten). "Wir freuen uns sehr, dass ab dem Sommer neues Leben in das Areal ziehen wird", erklärt Matthias Hubert, geschäftsführender Gesellschafter der Sontowski & Partner Group, dem Erlanger Immobilieninvestor, der hinter dem Großprojekt steht. "Mit Wohnen, Hotel, Nahversorgung und Büroräumen entsteht ein innovatives, urbanes Quartier, das ein breites Angebot für Forchheim vereint."

30 Prozent Sozialwohnungen

Der Wohnbereich des Quartiers trägt den Namen "Post Living" und umfasst 41 Wohnungen. Er soll bis Ende Juni fertiggestellt sein, sodass die Mietwohnungen ab Juli bezugsfertig sind. Rund 30 Prozent der Wohneinheiten werden Sozialwohnungen sein. Parallel dazu sollen die Außenanlagen fertiggestellt werden.

Der Bau des neuen Hotels "the niu Hop" soll schon innerhalb der nächsten Wochen abgeschlossen werden. Das Hotel wird vom Hamburger Unternehmen Novum Hospitality betrieben, das in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und England Hotels der Eigenmarke "niu" führt. Der Zusatz "Hop" (englisch für Hopfen) knüpft dabei an die Bierbrau-Tradition in Forchheim an.

Hotel-Eröffnung im August, Gastronomie und Büros

"Wir werden das Hotel Mitte Mai zur Möblierung an den künftigen Betreiber übergeben", teilt Projektleiter Helmut Stähr auf NN-Nachfrage mit. Im Anschluss wird Novum Hospitality die Innenräume des Hotels und seine 154 Zimmer möblieren, die entsprechend in Anlehnung an die Bierbrauertradition Forchheims designt werden sollen. Die Eröffnung des neuen "the niu Hop" ist derzeit für August geplant.

Die aufwendige Sanierung des ehemaligen Postgebäudes aus dem Jahr 1935 wird noch bis zum Ende dieses Jahres Zeit andauern, teilt der Erlanger Immobilieninvestor Sontowski & Partner auf NN-Nachfrage mit.

Für das künftige Postpalais, das als Büro- und Geschäftshaus genutzt werden wird, wurden bereits Mieter gefunden: Im Erdgeschoss wird die Brothaus-Gruppe ein Bäckerei- und Gastronomie-Konzept umsetzen. In die Büroräume im oberen Geschoss wird eine Steuerkanzlei einziehen. Darüber hinaus wurde für das Quartier in Kooperation mit den Forchheimer Stadtwerken ein modernes Mobilitätskonzept entwickelt.

E-Autos und E-Lastenräder

So werden den Bewohnern des Postquartiers zwei E-Lastenfahrräder und E-Autos zur Verfügung stehen. "Das Quartier bildet damit einen wichtigen Zukunftstrend ab, der übrigens alle Innenstadtquartiere betrifft, die wir derzeit realisieren", teilt Johannes Pohl mit, Geschäftsführer der gewerblichen Sparte von Sontowski & Partner. In den Städten werde es künftig zunehmend eine Verringerung des Individualverkehrs zugunsten öffentlicher und ökologischer Mobilitätsformen geben, ist er sich sicher. "Wir wollen hierfür frühzeitig ein Angebot schaffen."

Hotelgäste und Bewohner sollen von der sehr günstigen Lage des neuen Quartiers profitieren: Die Nähe zum Bahnhof und dem zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) soll den künftigen Nutzern eine unmittelbare Anbindung an die umliegenden Städte, alle Innenstadtbereiche und die Fränkische Schweiz ermöglichen. Die Fußgängerzone ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Aufwändige Arbeiten

Ein Blick zurück: Bauvorbereitende Maßnahmen hatten im März 2019 begonnen. Ursprünglich war die Fertigstellung einmal für Ende 2020 angedacht, allerdings noch vor Beginn der Arbeiten. Der geplante Abschluss wurde dann wie berichtet frühzeitig weiter nach hinten verschoben, einerseits aufgrund der immer wetterabhängigen Bauarbeiten sowie andererseits wegen der aufwändigen Vorbereitungen.

© Foto: Roland Fengler

Nach der Entkernung des ehemaligen Postareals und dem Abriss der alten Mauern an der Theodor-Heuss-Allee rückten Großbagger an. Das gesamte Grundstück wurde angesichts der Wiesent und des hohen Grundwasserstandes mit Spundwänden gesichert. Der Aushub für das an der Theodor-Heuss-Allee gelegene Hotel begann im Oktober 2019, danach entstand am Ufer der Wiesent die Baugrube für das Wohngebäude im hinteren Teil des Areals. Die Hochbauarbeiten schritten voran, die Geschosse für das Hotel kamen hinzu. Im rückwärtigen Teil des Areals wurde der Wohnkomplex hochgezogen sowie die Arbeiten für die Tiefgarage fortgeführt.

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