12°

Mittwoch, 16.10.2019

|

Pottenstein: Brand zerstörte 1736 den ganzen Stadtkern

Erinnerungen an den Stadtbrand vor über 280 Jahren - 17.09.2019 16:00 Uhr

Damit die Kirche nie mehr dem Feuer zum Opfer fällt, wurde laut eines Volksglaubens zwischen zwei Häusern (links im Bild) vor der Pottensteiner Bartholomäuskirche Platz gelassen. © Foto: Martin Burger


Das kleine Felsenstädtchen war oft Schauplatz von Bränden und Kriegsnöten. Unvergessen ist das Feuer vom 1. September 1736, das die gesamte Stadt bis heute prägt.

Viel ist nicht mehr übrig aus der Zeit des großen Brands, weder die alten Gebäude noch Informationen. Lediglich die Wachter-Chronik von Pottenstein gibt einen kleinen Einblick in die Tragödie. Ein Stadtbrand und damit großes Unheil ereilte die Stadt Pottenstein vor über 280 Jahren, als gegen 21 Uhr auf ungeklärte Weise ein Feuer ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete.

Die Bewohner der kleinen Felsenstadt flohen rechtzeitig aus ihren Häusern, doch retten konnten sie nichts. Der komplette Stadtkern, innerhalb der Stadtmauer, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Dem Feuer fielen 65 Gebäude zum Opfer, darunter auch die römisch-katholische Stadtkirche St. Bartholomäus.

Glocken im Kirchenturm schmolzen

So ist laut Chronik überliefert, dass das Feuer so heiß brannte, dass sogar die Glocken im Kirchenturm schmolzen und nicht mehr zu retten waren. Der Pfarrhof, das Schul- und Kirchnerhaus, prinzipiell die gesamte Stadt, lagen in Schutt und Asche.

Der Heilige Florian erinnert mit Jahreszahl in der Kirche an den Stadtbrand. © Foto: Martin Burger


Beim Wiederaufbau schlug man dann vor, die Häuser der Hauptstraße – die eher ungleich nebeneinanderstanden – geradlinig auszurichten. Bis auf eine kleine Lücke vor der Kirche entstand Pottenstein aus der Asche.

Die Baulücke zwischen den Häusern soll Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn befohlen haben, damit, bei einem weiteren Brand, die Kirche geschützt bleibt. Zudem erließ der Fürst den Ärmsten einen völligen und den restlichen Bürgern einen teilweisen Steuernachlass für sechs Jahre. Dadurch erholte sich die Stadt wieder.

Bilderstrecke zum Thema

Eine Schönheit auch auf Instagram: Unsere Fränkische Schweiz

Blühende Wiesen, malerische Sonnenuntergänge, idyllische Natur und weitläufige Panoramen: Wir haben Fotos von Instagramern gesammelt, die zeigen, wie wunderschön die Landschaften in der Fränkischen Schweiz sind und wie wunderbar sich hier der Sommer genießen lässt.


Zum Gedächtnis und um ähnliche Ereignisse zu verhindern, hat der damalige Pfarrer Eitzenberger 1737 eine Betstunde veranstaltet, die seitdem jährlich in der Stadt gehalten wird. Mit einem Gottesdienst gedenken die Bürger des Unglücksereignisses von vor über 280 Jahren. Diese Tradition wird heute noch aufrechterhalten und von der Bevölkerung und den Feuerwehren Pottenstein und Haßlach begleitet.

In der Regel wird vom alten Feuerwehrhaus aus in Richtung Kirche marschiert. Dieses Jahr trafen sich die Feuerwehrleute direkt vor der Kirche, jedoch ohne Marsch.

Bilderstrecke zum Thema

Atemberaubende Schönheiten: Die Fränkische Schweiz von oben

Aus bis zu 2.500 Metern Höhe blickte Tom Schneider, Fotograf aus Ebermannstadt, bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon auf Dörfer, Natur und wunderschöne Ecken der Fränkischen Schweiz und des Landkreises Forchheim.


MARTIN BURGER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Wiesenttal