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Mittwoch, 03.06.2020

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Pretzfeld: Ein neuer Keller-Pächter wird gesucht

Jonathan Wunderlich hört aus familiären Gründen auf - 21.05.2020 08:00 Uhr

Das Kirschenfest ist ein Anziehungspunkt, weit über die Grenzen Pretzfelds hinaus. Aber nicht mehr mit Jonas Wunderlich, der seit 2016 den Keller gepachtet hatte. © Archivfoto: Stefan Braun


Die eben erst begonnene Bierkellersaison wird die letzte sein, in der Jonathan Wunderlich als Pächter des Pretzfelder Kellers Gäste begrüßen wird. Familiäre Gründe zwingen ihn zum Rückzug: Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger wird in den Sommermonaten intensiviert.

Groß war die Freude im Pretzfelder Marktgemeinderat, als in der Märzsitzung 2016 die damalige Bürgermeisterin Rose Stark informieren konnte, dass "das Kirschenfest gerettet ist und auch in diesem Jahr stattfinden wird. Der Fünf -Jahresvertrag mit dem neuen Pächter wird in wenigen Tagen unterschrieben".

"Mehr und mehr Gäste"

Am 1. Mai hatte Jonathan Wunderlich dann seinen ersten Arbeitstag auf dem Keller mit der unvergleichlichen Aussicht auf das Walberla und das Wiesenttal. "In der Anfangszeit habe ich auch hin und wieder etwas Lehrgeld gezahlt, danach lief es aber sehr gut. Es kamen mehr und mehr Gäste. Ich werde mein Engagement hier in sehr guter Erinnerung behalten", sagt er.

Jonas Wunderlich, links vorne, stößt mit Gemeindevertretern an. Aus familiären Gründen zieht er sich vom Keller zurück. © Archivfoto: Stefan Braun


Dass er den nun auslaufenden Vertrag nicht verlängert, hat ausschließlich familiäre Gründe. "Als ich hier angefangen habe, waren meine Frau und ich ungebunden, nun haben wir eine kleine Tochter. Ich habe neben dem Kellerbetrieb auch noch einen Hauptberuf. Ich kann nicht die ganzen Sommermonate von zu Hause fortbleiben. Die Familie geht vor." Wunderlichs Wohnort liegt 45 Fahrtminuten von Pretzfeld entfernt.

Mit einem blauen Auge davongekommen

Mit der aktuellen Corona-Krise habe sein Beschluss nichts zu tun, versichert Jonathan Wunderlich. "Da bin ich bisher mit einem blauen Auge davongekommen. Ich habe keine festen Angestellte und musste daher niemandem kündigen oder in Kurzarbeit schicken."

Kritik übt er dennoch an dem Gebaren der Versicherungen, die bei Betriebsschließungen kaum zahlen würden: "Da läuft durch den ,Kuhhandel’ mit der DeHoGa nicht viel." Für die kommenden Wochen mit den behördlichen Einschränkungen sieht er den Pretzfelder Keller gut gerüstet: "Wir haben die Bänke mit drei Metern Abstand aufgestellt und hoffen auf zahlreiche Besucher mit Vernunft. Die Leute wollen raus, die Beschränkungen müssen aber eingehalten werden. Die Strafen bei Nichteinhaltung sind für die Betreiber schon happig."

"Das 'Große Fressen'"

Für die kommenden Monate verspricht Wunderlich seinen Gästen: "Der Regelbetrieb wird bis zum Ende der großen Ferien weitergehen, danach entscheiden wir von Woche zu Woche je nach Witterung. Am Ende steht dann wieder eine besondere Aktion, das ‚Große Fressen‘, bei dem die Restbestände vergünstigt abgegeben werden und auch das eine oder andere Freibier über die Theke geht." Bei der Suche nach einem Nachfolger möchte Jonathan Wunderlich die Marktgemeinde unterstützen, denn das Inventar soll übernommen werden.

Die Information der damaligen Bürgermeisterin Rose Stark über die Kündigung des Pachtvertrages am Ende ihrer letzten Sitzung im April ging aufgrund anderer Prioritäten fast ein wenig unter, dennoch haben erste potentielle Nachfolger bereits Interesse bekundet.

Interessante Bewerber

Im Rathaus hat die Verwaltung kurz nach der Übergabe der Amtsgeschäfte an den neuen Bürgermeister Steffen Lipfert derzeit aber andere Prioritäten. "Wir haben unter den Anfragen zwei interessante Bewerber", sagt das neue Gemeindeoberhaupt, "aktiv haben wir uns aber noch nicht um die Nachfolge gekümmert".

Dies soll nach Lipferts Worten in den Sommermonaten geschehen, "denn der neue Pächter muss die Chance haben, sich auf die neue Saison vorzubereiten und sollte daher zum Ende der Ära Wunderlich in den Startlöchern stehen". Dieser wird dann erst einmal eine kleine gastronomische Pause einlegen, "danach sehen wir weiter".

STEFAN BRAUN

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