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Samstag, 25.05.2019

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Pretzfeld: Kurzarbeit und Personalabbau bei Geiger

Diesel-Krise trifftZulieferer — Stammbelegschaft weiter beschäftigt - 05.04.2019 17:55 Uhr

Bei Geiger in Pretzfeld musste teilweise kurz gearbeitet werden. © Foto: Sonja Och


Die Geiger-Geschäftsleitung bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion: "Es ist richtig, dass die Firma Geiger in Teilbereichen der Produktion Ende vergangenen Jahres und im Januar und März diesen Jahres teilweise kurz gearbeitet hat." Zurückzuführen sei dies auf "die aktuellen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik". Auch die "Handelsgespräche zwischen den USA und China" spielten eine Rolle. Zeitweise war auch von einem drohenden "Handelskrieg" zwischen den beiden Mächten die Rede. Die Lage sei dabei, sich zu entspannen, so die Geschäftsleitung, die sich dafür auf die Medienberichterstattung beruft.

Geiger produziert in Pretzfeld hochspezialisierte Präzisionsdreh- und Frästeile in Großserie für Kraftstoffeinspritzsysteme, unter anderem für Dieselantriebe. Da der Markt für Autos mit Dieselmotoren aufgrund der Feinstaubdiskussion und der Abgasmanipulationen der Hersteller gerade stark unter Druck geraten ist, schlagen die Folgen natürlich bis zu den Zulieferern durch. Dazu zählt vor allem die Firma Bosch in Bamberg, und mittelbar auch Geiger, Lieferant unter anderem für Bosch.

"Eintrübung offensichtlich"

In der Region Bamberg, sagt der 1. Bevollmächtigte der Gewerkschaft IG Metall, Matthias Gebhardt, sind rund 15 000 Arbeitsplätze abhängig vom Auto. Sie seien von der Diesel-Krise "unterschiedlich stark betroffen".

Die "Eintrübung im Automobilbereich" sei offensichtlich, meint Gebhardt. Nach acht bis zehn Jahren der Hochkonjunktur komme diese Entwicklung aber nicht wirklich überraschend.

Zeitarbeiter und Befristete

In Pretzfeld wurde bereits personell gegengesteuert: "Der Personalabbau, den wir vor Einführung der partiellen Kurzarbeit durchgeführt haben, betraf die Zeitarbeiter und die befristet Beschäftigten, aber nicht das unbefristet beschäftigte Stammpersonal." Es werde, anders als gerüchteweise kolportiert, nicht an einem Sozialplan gearbeitet.

Der Blick der Geschäftsführung geht in die Zukunft: "Für die zweite Jahreshälfte 2019 ist uns von unseren Kunden eine Belebung des Marktes avisiert worden."

Im Juli 2018 hatte eine chinesische Firma, die Kupplungen herstellt, Geiger für 38 Millionen Euro vom vorherigen Eigentümer, einer Beteiligungsgesellschaft, gekauft. Damals umfasste die Belegschaft rund 420 Köpfe. 

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