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Sanierungsfall Mittelschule Baiersdorf: Poxdorfer Räte müssen Position beziehen

Schüler aus dem Kreis Forchheim gehen in Baiersdorf in die Schule - 28.10.2020 16:30 Uhr

Eine Sanierung ist günstiger als ein Neubau. Das hat ein Architektenbüro errechnet. In Poxdorf haben die Gemeinderäte darüber diskutiert, wie mit der millionenschweren Investition in die Mittelschule Baiersdorf verfahren werden soll. 

28.10.2020 © Dagmar Niemann


Zum Schulverband Baiersdorf gehören sieben Gemeinden: Baiersdorf, Bubenreuth, Effeltrich, Langensendelbach, Marloffstein, Möhrendorf und Poxdorf. In den beschlussfassenden Sitzungen werden die Gemeinden durch die jeweiligen Bürgermeister vertreten.

In den letzten Jahren gab es oft Streit wegen der Höhe der Schulverbandsumlage, die die Gemeinden für die Miete von Schule und Turnhalle sowie für die Unterhaltskosten zahlen mussten. Sie wurde je nach Anzahl der Schüler berechnet, die aus den genannten Gemeinden stammten und die Baiersdorfer Mittelschule besuchten. 

Im Sommer 2018 bot die damalige, aus den Kommunen Baiersdorf, Bubenreuth und Möhrendorf bestehende Eigentümergemeinschaft den vier anderen Verbandsmitgliedern an, sie in den Kreis der Schuleigentümer aufzunehmen. Dadurch entfielen die hohen Mietkosten. Allerdings verpflichteten sich die neuen Miteigentümer auch, zukünftig anfallende Kosten für eine Generalsanierung des mehr als 30 Jahre alten Schulgebäudes mit zu tragen. Man einigte sich auf den Abschluss eines Erbpachtvertrages. Die bisherige Eigentümergemeinschaft wurde durch die Zahlung von zwei Millionen Euro entschädigt. Poxdorf hatte auf der Basis der damaligen Schülerzahlen 87.000 Euro zu zahlen. 

Inzwischen ist die Sanierung dringlicher geworden. Nach Aussage von Bürgermeister Paul Steins (CSU) steht fest, dass die Heizung, die Sanitäranlagen und die Fenster erneuert werden müssen und dass vor allem für den Brandschutz viel getan werden muss. Aber, so die Beurteilung des Architekturbüros Babler und Lodde (Fürth): Die Schule lässt sich sanieren und die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 8,3 Millionen Euro. Ein Vorteil der Sanierung bestehe darin, dass die bisherige Größe der Klassenräume beibehalten werden könne und dies förderwürdig sei.

Bei einem Neubau sind geringere Raumgrößen für die Klassenzimmer vorgeschrieben; dementsprechend fällt auch die Bezuschussung geringer aus. Für einen Neubau liegt noch keine Kostenschätzung vor. Eine auf der Basis der Quadratmeter durchgeführte Hochrechnung ergab förderwürdige Kosten von 10,6 Millionen Euro. Das Architekturbüro kam zu dem Schluss, dass die geschätzten Sanierungskosten rund 78 Prozent der fiktiven Neubaukosten betragen. Soll heißen, eine Sanierung ist günstiger als ein Neubau. 

Die Gemeinde Poxdorf wird sich an Sanierungs- oder Neubaukosten prozentual zur Zahl der Schüler, die sie auf die Mittelschule nach Baiersdorf schickt, beteiligen müssen. Deshalb bat Bürgermeister Steins den Gemeinderat um eine Empfehlung im Hinblick auf das Votum, das er bei der nächsten Schulverbandssitzung am 3. Dezember abgeben wird. Seiner Meinung nach soll die Sanierung mit der Auflage verbunden werden, dass deren Finanzierung durch einen längerfristigen Kredit abgesichert wird. Diesen Kredit soll der Schulverband als Gesamtgremium aufnehmen. Der Gemeinderat akzeptierte den entsprechenden Beschlussvorschlag einstimmig. 

Alexander Rauh (JB) stellte zum Thema Breitbandausbau ein mehrseitiges Bewertungspapier vor, in dem er die Leistungen der Deutschen Glasfaser GmbH (DG), der Telekom und der Firma M-Net miteinander verglichen hatte. Nach seiner Internet-Recherche schnitt die DG besser ab als die Telekom. Diese hatte der Verwaltung zudem noch schriftlich mitgeteilt, dass sie aktuell und in den nächsten zwei bis drei Jahren im ländlichen Raum zwischen Effeltrich und Poxdorf keinen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau betreibe. 

Rauh hatte auch noch mit dem Bürgermeister der Gemeinde Tuchenbach im Landkreis Fürth telefoniert. Dort hatte die DG den Breitbandausbau durchgeführt. Die Bürger dort waren mit dem Verlauf des Ausbaus und mit der Qualität der Bauarbeiten sehr zufrieden, hieß es.

Steins erinnerte daran, dass die DG den Auftrag nur übernimmt, wenn es ihr während ihrer dreimonatigen Informationskampagne gelingt, 40 Prozent der Bürger für das Projekt zu gewinnen.

Roland Freund (FW) wies darauf hin, dass ein Glasfasernetz in jedem Fall in Zukunft ein infrastruktureller Vorteil für den Ort sei. Und die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Home-Office für Berufstätige und Distanzunterricht für Schüler ganz schnell eine Forderung des Alltags werden können.

Der Beschluss, den Glasfaserausbau mit der DG voranzutreiben, wurde mit einer Mehrheit von elf zu zwei Stimmen gefasst.

Dagmar Niemann

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