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Mittwoch, 26.06.2019

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Schlaifhausen: Wirtshaussingen ist der Hit

Die Sängerinnen und Sänger kommen bis aus Nürnberg angereist - 06.05.2019 08:00 Uhr

Ob traditionelles Volkslied oder Schlager: Die Besucher kommen teilweise bis aus Erlangen und Nürnberg um beim Wirtshaussingen im Schlaifhausener Gasthaus Kroder dabei zu sein. © Franz Galster


Rudi Römer aus Leutenbach blickte zufrieden in den vollbesetzten Raum . Es ist seine Veranstaltung, seine Idee und seine Initiative und er darf stolz auf sie sein. 20 Jahre lang, bis 2013, fand das Treffen im damaligen "Römerhof" in Leutenbach statt.

Mit vier Musikanten begann man. Musiker, die sich einfach am ersten Freitagabend im Monat einfanden, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Ohne Honorar, einfach aus Spaß an der Freude. Altes Liedgut und alte Schlager lebten neu auf. Die Zahl der Musiker wuchs, das Publikum auch.

2013 schloss Rudi Römer aus Altersgründen seinen Gasthof. "Als das Wirtshaussingen genau vor sechs Jahren kurzfristig aufhörte, floss manche Träne, keiner konnte ahnen, dass es nochmals weitergehen würde", erinnerte sich Annemarie Römer, Rudis Frau. Das Schicksal wollte es, dass Rudi Römer anschließend auf dem Walberlafest beim Treffen der Wirtsleute mit Stefan Kroder ins Gespräch kam, der ein offenes Herz für die Sache zeigte und vor allem einen ideal geeigneten Saal bieten konnte.

Rudi Römer, ein guter Organisator, nahm postwendend einen neuen Anlauf. Das Ergebnis war nun beim kleinen Jubiläum zu sehen. Die Zahl aller Musiker beträgt zurzeit 20, von denen einfach kommt, wer Lust und Zeit hat.

Sie kommen aus allen Teilen der Region, von Großgeschaidt, Effeltrich, Langensendelbach, Dormitz oder auch Bammersdorf. Sie spielen vorwiegend auf dem Schifferklavier oder der Steirischen, aber auch Instrumente wie Saxophon oder Gitarre sind vertreten. Ähnlich verhält es sich mit den singfreudigen Besuchern, denen auch Wege aus Nürnberg oder Erlangen nicht zu weit sind. Die meisten wurden mittlerweile zu Stammgästen.

Liedtexte liegen auf, ein Volksliederbuch erstellte Rudi Römer selbst. Am Anfang des Abends wird immer "Schlaifhausen ist ein schöner Ort" angestimmt, eine Version, die Rudi Römer selbst verfasst hat.

Schnell wird der Besucher von der angenehmen Atmosphäre eingefangen. Es herrscht keine Hektik. Man genießt den Moment, einfach einmal loszulassen. "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder", nirgends trifft dies wohl mehr zu als beim Wirtshaussingen in Schlaifhausen. Eine Frau geht auf Rudi Römer zu, drückt ihm die Hand, gratuliert ihm zum 25. Geburtstag des Wirtshaussingens. "Wir Musiker finden es ganz toll, dass Stefan Kroder uns für dieses schöne Thema seit Jahren den Saal überlässt. Das ist heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich", sagt der Musiker Schorsch Brehm aus Effeltrich.

Stefan Kroder selbst freut sich über die angenehme Gesellschaft, die sich zwischen 19 und 20 Uhr einfindet und sich meist gegen Mitternacht wieder auflöst. Für Annemarie Römer ist es selbstverständlich, an jedem Musikabend dabei zu sein. Erst spät fand Rudi Römer zur aktiven Musik, lernte Akkordeon spielen. Er ist ein Idealist, jemand der der Gesellschaft und ihrer Kulturpflege vor allem ein Stück Heimat und Geborgenheit gibt. 

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