Neue Vergleichsstudie

Schulabschlüsse im Kreis Forchheim: Diese Zahlen dürften Sie interessieren

18.11.2022, 15:00 Uhr
Beim Schulabschluss heißt es fast immer: Hurra oder Auweia? (Symboldbild)

© Armin Weigel/dpa Beim Schulabschluss heißt es fast immer: Hurra oder Auweia? (Symboldbild)

Sich Sorgen über Geringqualifizierte zu machen, liegt anhand der diversen Bildungsberichte und Vergleiche näher: ''Der Anteil geringqualifizierter junger Menschen in Deutschland liegt damit im OECD-Mittel. Der Anstieg in Deutschland ist ausschließlich bei den Männern zu beobachten'', steht im Presse-Hintergrundpapier zur OECD-Vergleichsstudie, die auf den 2020er-Daten aufbaut.

Die schlechte Nachricht: Es bleiben immer noch Mädels ohne Abschluss übrig. Im Coronajahr 2020 lag ihre Zahl im Kreis Forchheim bei 12 (Vorjahr: 33). Bei den Jungs waren es 26 (Vorjahr: 53). Die deutschlandweite Regel hat also lokale Ausnahmen. In diesen Zahlen enthalten sind allerdings auch Förderschülerinnen und -schüler, die nie einen Hauptschulabschluss anstreben konnten, insoweit hat die Statistik eine methodische Ungenauigkeit.

Wichtige Faktoren

Eines ist klar, jeder der keinen Abschluss hat, ist einer zu viel: ''Deutschland braucht dringend mehr berufliche und akademische Fachkräfte, um im internationalen Wettbewerb vorn dabei zu sein'', sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Vorstellung des OECD-Berichtes.

Es gibt aber auch noch dieses Zitat: ''Die Bildungserfolge der Kinder stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der sozioökonomischen Situation der Familie'', heißt es im Bildungsbericht 2022, der aus ihrem Haus kommt, auf der Basis der 2020er-Daten. Dieser Bericht benennt drei Risikofaktoren, die den Bildungserfolg gefährden: einen niedrigen Bildungsstand der Eltern, Arbeitslosigkeit der Eltern und eine Armutsgefährdung des Haushalts. 2020 war laut Bildungsbericht jeder vierte minderjährige Mensch von mindestens einem dieser Faktoren betroffen.

Wer macht das Rennen?

Welcher Schulabschluss macht also bei uns unter diesen Bedingungen das Rennen? An den allgemeinbildenden Schulen im Kreis Forchheim beendeten die meisten ihre Schulzeit im Betrachtungszeitraum der Studie mit dem Realschulabschluss in der Tasche. Insgesamt 504 erreichten die Mittlere Reife, das waren 52,7 Prozent aller 957 Schulabgänger.

Insgesamt 249 Absolventinnen und Absolventen erreichten die allgemeine Hochschulreife, das waren 26,0 Prozent aller von der Schule Abgehenden. Bundesweit schlossen unterm Strich die meisten Schülerinnen und Schüler mit der mittleren Reife ab - insgesamt 333.039 oder rund 44,4 Prozent aller Schulabgänger, verrät die Statistik. Jeder dritte Schulabschluss war mit 33,0 Prozent im Bund ein Abitur.

Dabei ist bei der Betrachtung der Entwicklung zu berücksichtigen, dass sich die allgemeine Absolventenzahl an den hiesigen Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien 2020 gegenüber dem Vorjahr um 20,0 Prozent oder 239 von 1.196 auf insgesamt 957 Schülerinnen und Schüler verringerte. Die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten sank um 78.

Nach Abschluss und Geschlecht

Schlüsseln wir nach Abschluss und Geschlecht auf, ergibt sich folgendes Bild: Ihren Hauptschulabschluss bestanden haben im Kreis Forchheim 166 Schülerinnen und Schüler. Umgerechnet also 17,3 Prozent aller Absolventen. 109 Hauptschul-Absolventen waren männlich (65,7 Prozent).

Die mittlere Reife erreichten runde 52,7 Prozent der von der Schule Abgehenden. Unter diesen 504 waren 254 Absolventinnen gleich (50,4 Prozent. Und die 249 Absolventen mit Hochschulreife teilten sich in 126 Abiturientinnen (gleich 50,6 Prozent am Abschlussjahrgang) und 123 Abiturienten auf. Letztere haben nach allem, was die Bildungsberichte hergeben, die besten Karrierechancen im weiteren Leben. Noch.

Keine Kommentare