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Schüler-Coaches auch für Forchheim

Cadolzburger wirbt für Projekt - Ehrenamtliche sollen schwache Hauptschüler motivieren - 13.06.2008

Den 63-jährige Unruheständler treibt sein Projekt «Schüler-Coach» an die Hauptschulen des Freistaates. «Dort schafft ein Drittel der Schüler nicht den Sprung ins Berufsleben.» Auf dieses Drittel könne man aber keinesfalls verzichten. «Gerade weil wir immer weniger Geburten in Deutschland haben.» Mit missionarischem Eifer und viel Überzeugungskraft spricht Peter Held über sein Modellprojekt, das es inzwischen an 22 Schulen gibt.

Er wirbt dafür, dieses auch im Norden Forchheims ab dem neuen Schuljahr einzuführen. «Wir müssen uns vor allem um die kümmern, die in der Null-Bock-Phase stecken. Die brauchen Unterstützung jenseits der Schule und des Elternhauses.» Da soll der Schüler-Coach Abhilfe schaffen. Seine Aufgabe: Jugendliche (ab der 7. Klasse) motivieren, betreuen und begleiten. «Leistung und Anerkennung gehören zusammen. Das muss auch der Jugendliche merken.» Natürlich müssten auch die Eltern begreifen, dass der Schüler-Coach für ihre Kinder kein Stigma, sondern eine Chance sei. «Viele Mütter sagen: Warum braucht mein Kind einen Coach. Mein Kind ist nicht dumm.»

Dabei gehe es darum, positive Veränderungen in der Persönlichkeit der Jugendlichen zu bewirken, deren Potenziale zu erkennen und diese zu entfalten. Davon profitieren dann auch die schulischen Leistungen. «Es muss cool werden, einen eigenen Coach zu haben.»

Ein Coach könne zudem bei der Berufswahl, bei Praktika und bei Bewerbungen unterstützen. «Auch bei Jugendlichen, die von Lehrern oder Eltern keine Hilfe annehmen wollen.» Besonders eine nachhaltige Wirkung liegt Peter Held am Herzen. «Wir brauchen schließlich eine Lösung für 80 000 Hauptschüler bundesweit und keine Events für ein paar Hundert.»

Ihm mache seine 70-Stunden-Woche immer noch Spaß, auch wenn es keinerlei öffentliche Unterstützung gebe. «Es bringt aber nichts, zu Hause zu warten, dass die Welt besser wird. Es ist bereits fünf nach zwölf. Wir brauchen jeden Helfer.»

Was es als Voraussetzung braucht? Lebens- und Berufserfahrung sei als Qualifikation völlig ausreichend. Bei den Anwesenden rennt Peter Held offene Türen ein. Warum man nicht den willigen und besseren Schülern helfe? «Wenn wir nicht bald etwas für die schwächeren Schüler tun, vergeuden wir unser Volksvermögen und müssen dafür nur später die Zeche zahlen - und zwar alle.» UDO GÜLDNER

Wer mehr zum Schüler-Coach erfahren oder sich melden möchte, kann dies bei Stefanie Linz tun: Telefon (09 51) 9 86 33 35 oder per E-Mail: stefanie.linz@basis-institut.de Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 17. Juli, ab 19 Uhr im Gemeindezentrum der Christuskirche (Paul-Keller-Straße) statt. 

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