Schützenkeller schon wieder geschlossen

1.5.2018, 10:00 Uhr
Nicht mal ein Jahr war Sabina Sullivan Pächterin am Schützenkeller. „Es hat nicht so geklappt mit dem Vermieter“, sagt sie.

Nicht mal ein Jahr war Sabina Sullivan Pächterin am Schützenkeller. „Es hat nicht so geklappt mit dem Vermieter“, sagt sie. © Archivfoto: Roland Huber

Nicht einmal ein Jahr war Sabina Sullivan Pächterin am Schützenkeller. Erst im Juni vergangenen Jahres hatte die gebürtige Forchheimerin, die in Baiersdorf lebt, große Pläne, der Traditionswirtschaft auf den Oberen Kellern Leben einzuhauchen. Eine kleine Bar auf der Terrasse hatte sie damals geplant, die Küche sollte renoviert werden (wir berichteten).

Doch nun ist Schluss im Schützenhaus: Die Baulichkeiten seien "recht alt", führt Sullivan als einen der Gründe an. Einen Ölofen, der das kleine Gastzimmer gemütlich heizen sollte, "hat man mir aus Feuerschutzgründen stillgelegt". Der große Ofen im Saal habe schon mal 500 Liter Öl im Monat verschlungen und doch keine behagliche Wärme gebracht: Mehr als sieben Grad habe es in den Wintermonaten in dem alten Gemäuer kaum gehabt. Zu kalt und ungemütlich, die Gäste blieben aus.

"Es hat nicht so geklappt mit dem Verpächter", nennt Sullivan als weiteren Grund. Anfangs, da hatte man sich noch gut verstanden, doch im Laufe der Wochen und Monate "hat mich die Vorstandschaft abgelehnt". "An einem Strang zu ziehen, das hat nicht mehr geklappt". Hausherr im Schützenhaus ist die Hauptschützengesellschaft (HSG), deren erster Vorstand Sebastian Brütting gestern trotz mehrfacher Nachfrage nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung stand.

Auch Sullivans Vorgänger Hermann Brand hatte nach gerade mal sieben Monaten im Schützenkeller frustriert das Handtuch geworfen. "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" kommentierte Brand damals das Aus gegenüber unserer Zeitung. "Die Geschäftsbeziehung hat sich nicht weiterführen lassen", lautete damals die etwas bedeckte Antwort von Sebastian Brütting. Vorher hatte Vollblut-Wirtin Sonja Fischer mehr als 20 Jahre im Schützenhaus den Kochlöffel geschwungen. Bis die Hauptschützengesellschaft im Jahr 2011 den Pachtvertrag nicht verlängerte. Sabine Sullivans Pachtvertrag indes wurde auf deren Verlangen hin ab sofort von der HSG fristlos gekündigt. "Ich kann nur dort arbeiten, wo ich mich auch wohlfühle", sagt sie. Morgen fängt sie als Verkäuferin in einer Erlanger Eisdiele an.

1 Kommentar