23°

Sonntag, 05.07.2020

|

Seit 31 Jahren auf der Straße und noch kein bisschen müde

Bierlastwagen wurde Anfang der 1980er gebaut: Bei der Forchheimer Brauerei Eichhorn wird das Bier wie früher geliefert - 23.03.2012

Konrad Greif neben seinem 31 Jahre alten Bierlaster im Hof der Brauerei Eichhorn, die sich seit 1935 im Familienbesitz befindet. Mehrmals die Woche ist er mit dem Laster unterwegs. © Edgar Pfrogner


Immer wenn der Chef selbst oder einer seiner Fahrer auf den Bock des über 30 Jahre alten Mercedes 608 D steigt, sorgt das für Aufsehen auf der Straße. Der grüne Lastwagen mit dem roten Aufdruck der Brauerei ist ein echter Hingucker. Dem Sechseinhalb-Tonner merkt man sein Alter nicht an. Innen wie außen ist das Gefährt noch immer hervorragend in Schuss und gut gepflegt. Bei einer Ladefläche von drei Tonnen können ungefähr 140 Kisten Getränke transportiert werden.

Jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag werden mit ihm die Getränke der Brauerei an Kunden in der Stadt Forchheim und im Umland ausgeliefert. Größere Schwierigkeiten gab es mit dem Lastwagen nie. „Durch den Tüv zu kommen, war nie ein Problem und bei kleineren Sachen haben wir selbst Hand angelegt“, sagt der 53-Jährige.

Die meisten Ersatzteile kann man heute noch nachbestellen. „Einmal habe ich beim Autohändler in Bamberg angerufen, ob es noch eine Garantie auf die Stoßstange gibt, aber als er erfahren hat, dass der Laster schon alt ist, habe ich nichts mehr von ihm gehört“, fügt Greif hinzu und schmunzelt. „Der Händler dachte wohl, ich will ihn veräppeln.“

Die Brauerei besitzt noch einen zweiten Lkw, einen Biertankwagen. Dieses Fahrzeug, ein Mercedes 508 D, bringt es sogar auf 37 Jahre. Mit ihm werden in der Sommersaison und zum Annafest die Besucher auf dem hauseigenen Bierkeller im Kellerwald mit frischem Gerstensaft beliefert.

Obwohl Konrad Greif an seinem alten Lastwagen mit Herzblut hängt, ist es nicht so, dass der Kauf eines neuen Gefährts für ihn nicht in Frage käme. Doch die schmale Gasse, die in den Hof der Brauerei führt, macht die Anschaffung nicht einfach. „Die meisten neuen Modelle sind einfach zu groß für unsere Hofeinfahrt. Und die Fahrzeuge, die von der Größe passen würden, haben eine zu kleine Ladefläche“, sagt Greif. So sieht es danach aus, dass zu den bereits gefahrenen 380000 Kilometern auch in Zukunft noch einige dazukommen werden.

VON CHRISTOPH LÖBEL

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Forchheim