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Selbst gepresster Apfelsaft ist in der Fränkischen angesagt

Wie eine Saftpresse funktioniert und wieso sich die Jäger darüber freuen - 01.10.2020 11:44 Uhr

Die Obstpresse hat Halt in Eggolsheim gemacht. In den nächsten Wochen folgen weitere Gemeinden.

© Albert


Jüngst war die neue mobile Obstpresse des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Forchheim erstmals in Eggolsheim im Einsatz. Mehr als zufrieden über die erste Station der mobilen Obstpresse zeigte sich der Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Forchheim, Altlandrat Reinhardt Glauber, der in Eggolsheim ebenso mit anpackte wie viele weitere, ehrenamtliche Helfer.

Am Bauhof von Eggolsheim nahmen etwa 15 Interessenten das Angebot an und veredelten ihr eigenes Obst zu haltbarem Saft. Begleitet wurde die Aktion in der Vorbereitung und in der Durchführung vom Obst- und Gartenbauverein Eggolsheim.

Jäger profitieren

Die Bediener der Anlage haben die mobile Obstpresse bereits früh am Morgen in Betrieb genommen, sodass pünktlich um 9 Uhr der erste Liebhaber von selbst gepresstem Saft seine Äpfel auf das Förderband der Anlage geben konnte. Das Obst wird von der Anlage automatisch gewaschen und in eine Mühle befördert, die es zerkleinert. Im Anschluss wird das zerkleinerte Obst auf die Bandpresse geführt und der Saft ausgepresst. Als Rückstand bleibt der nun trockene Trester übrig, den ein Band aus der Anlage herausbefördert und den die örtlichen Jäger sehr gerne zur Winterfütterung des Wildes abholen.

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Es besteht zum einen die Möglichkeit, den Rohsaft direkt zu verwenden und beispielsweise zu Hause zu Apfelwein zu vergären. Zum anderen ist es mit der mobilen Obstpresse aber auch möglich, den Apfelsaft automatisiert zu erhitzen und in „Packs" mit fünf oder zehn Litern Inhalt abzufüllen. In diesen Systemverpackungen ist der Saft dann in der Regel über ein Jahr haltbar und kann über einen kleinen Hahn immer frisch gezapft werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

2350 Liter Apfelsaft an einem Tag

Begeistert zeigten sich auch die Eggolsheimer Kunden der mobilen Obstpresse, die nach etwa einer halben Stunde für rund einen Euro pro Liter ihre Kartons mit eigenem Apfelsaft ins Auto laden konnten. Insgesamt wurden an diesem Samstag 2350 Liter Apfelsaft hergestellt und abgefüllt.

Für das Team, das die Anlage bedient, keine leichte Aufgabe, da sich viele Handgriffe beim Ersteinsatz in Eggolsheim erst einspielen mussten. Mit der „Generalprobe" im ersten Regelbetrieb können von nun an aber die Abläufe weiter optimiert und die noch anstehenden Stationen der mobilen Obstpresse im Landkreis bedient werden.

Saftpresse kann in jeden Ort kommen

Die mobile Obstpresse des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Forchheim ist auf einem Tandem-Anhänger verbaut und dient dazu, dass die Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Forchheim jeweils vor Ort eigene Termine zur Saftherstellung anbieten können. Sie soll in der Nutzung sowohl Vereinsmitgliedern als auch Nicht-Mitgliedern von Obst- und Gartenbauvereinen offenstehen, wobei Vereinsmitglieder zu günstigeren Konditionen Obst pressen können. Ausdrücklicher Wunsch ist es auch, die mobile Obstpresse zusammen mit Kindern und Jugendlichen zu nutzen, um so die Herstellung eigener Lebensmittel greifbar werden zu lassen. Besonders eignet sich die Anlage dazu, die Kernobstsorten Apfel, Birne und Quitte zu verarbeiten. Um hier einen reibungsfreien Ablauf zu gewährleisten, ist eine Mindestmenge je Kunde und Obstart von 150 Kilo erforderlich.

Ziel des Kreisverbandes mit der Anschaffung der mobilen Obstpresse ist es, einen Baustein für den Erhalt und die Förderung der seit jeher in der Fränkischen Schweiz verwurzelten Obstbaukultur zu schaffen und gleichzeitig die Bevölkerung auf die vielfältigen Angebote der örtlichen Obst- und Gartenbauvereine aufmerksam zu machen.

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Nach Eggolsheim stehen auch schon die weiteren Stationen und Termine für die mobile Obstpresse fest: 2. Oktober in  Pinzberg, 10. Oktober in Weilersbach, 23. und 24. Oktober in  Neunkirchen a.Brand. Anmeldeschluss ist jeweils acht Tage vorher. Anmelden kann sich für diese Termine jeder Interessierte bei den jeweiligen Ortsvorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine oder beim Kreisvorsitzenden Reinhardt Glauber unter der Telefonnummer (09191) 1700.

Die einzelnen Obst- und Gartenbauvereine können bei Bedarf neben den bereits feststehenden Terminen noch weitere beim Kreisvorsitzenden anmelden. Der Kreisvorsitzende Glauber resümiert nach dem ersten Einsatz in Eggolsheim: „Wir freuen uns, dass der Auftakt so gut gelungen ist und hoffen, dass das Angebot in Zukunft auch noch mehr Nachfrage erfährt." Er ist sich sicher, dass die Anlage ein ganz fester Bestandteil im Jahresprogramm vieler Obst- und Gartenbauvereine des Landkreises Forchheim werden wird.

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