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Sie wollen mehr als den Lückenschluss in der Fränkischen

Radwege in der Fränkischen Schweiz: Vier Bürgermeister wollen gemeinsam handeln. - 23.07.2020 10:24 Uhr

Wollen eine vernünftige Radwegeverbindung zwischen ihren Gemeinden – und über deren Grenzen hinaus (von links): die Bürgermeister Hartmut Stern, Harald Wich, Alexander Schrüfer und Thomas Thiem. Hier machen sie in Aalkorb Station, an der Stelle, an der ein vom Kaupersberg kommender Schotterweg endet.

© Foto: Stefan Brand


"Wir brauchen einen Lückenschluss", sagt Hollfelds Bürgermeister Hartmut Stern. Er meint damit in erster Linie die Strecke nach Waischenfeld. Sein dortiger Kollege Thomas Thiem sieht das auch so, ebenso Harald Wich aus Plankenfels. Der Ort liegt genau in der Mitte. Und auch Alexander Schrüfer aus Aufseß sitzt mit im Boot. "Wir haben zwar eine gute Trasse zwischen uns und Hollfeld, aber danach ist eine Sackgasse bei uns, wenn es weiter Richtung Forchheim oder Bamberg gehen soll." Der Landkreis Forchheim hat seine Wege zwischenzeitlich digital vermessen. Das soll eine digitale Tourenplanung ermöglichen. 

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Eine Verbesserung für Einheimische und Urlauber

Das zeigt schon: Es geht um mehr als um einen Lückenschluss. Es geht um die ganze Region. Es geht um eine Verbesserung für Einheimische wie Urlauber. "Das ist ja auch der Sinn einer interkommunalen Zusammenarbeit", sagt Thiem. Das Bürgermeister-Quartett ticke auf einer Linie, "wir wollen gemeinsam etwas erreichen", ergänzt Stern. Schrüfer legt nach im Gespräch mit unserer Zeitung: Grenzen von Landkreisen, von Gebietskörperschaften allgemein, dürften da keine Rolle spielen. 

Die Voraussetzungen seien vorhanden für den Lückenschluss, sagt Harald Wich. Was ihn ärgert: Plankenfels habe eine erstklassige Anbindung von Bayreuth her, aber dann sei Endstation, "dabei sind wir eigentlich ein Knotenpunkt". Doch weder nach Hollfeld noch nach Waischenfeld existiere eine Trasse. Gen Hollfeld führe nur eine Notlösung über Scherleithen, die mit einem Radweg nichts zu tun habe, ab Stechendorf bleibe letztlich nur der Schwenk auf die vielbefahrene Staatsstraße. Dabei gebe es doch den alten Bahndamm, der aus seiner Sicht relativ problemlos befestigt, asphaltiert und damit in einen vernünftigen Radweg verwandelt werden könnte. Gleiches gelte für die Gegenrichtung nach Nankendorf. Dort sei zwar seit den 1980er Jahren eine frühere Zufahrt des Überlandwerks "in allen Karten drin und dort als Radweg ausgewiesen" – doch diese Schotterstrecke über den Ort Kaupersberg – sie endet in Aalkorb auf Waischenfelder Gebiet – sei nun mal kein öffentlicher Weg, sondern schon längst in Privatbesitz. Die Gemeinde Plankenfels habe zwar mit den Eigentümern mit Blick auf den Haftungsausschluss Vereinbarungen getroffen, doch das Gelbe vom Ei sei das nicht. Der Weg als solcher ließe sich leicht "ein wenig erweitern und dann zum Radweg umfunktionieren". 

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"Nicht nur lokale Interessen"

"Wir wollen natürlich nicht nur fordern, wir wollen auch handeln", sagt Hartmut Stern. Die vier Bürgermeister wollen auf das Staatliche Bauamt zugehen, es ist zuständig für den Radwegebau entlang von Staatsstraßen. Ein Termin für eine Besichtigung müsse gefunden werden, "das muss man sich vor Ort anschauen". Natürlich stünde dem Bauamt nur ein begrenztes Budget für seinen großen Zuständigkeitsbereich zur Verfügung, sagt Stern: "Wir wissen, es ist schwer, da den Fuß in die Tür zu bekommen." Aber es handle sich nun mal nicht nur um lokale Interessen, sondern um die Entwicklung einer ganzen Region. Der Radtourismus sei jedenfalls kein Trend, der schnell wieder verschwinden werde, der werde sich vielmehr noch verstärken, fügt Stern hinzu. "Die Zeiten sind vorbei, in denen es reichte, zwischen zwei Orten pendeln zu können, mit ihren E-Bikes legen die Leute 70 Kilometer und mehr zurück." Seine Kollegen nicken. Die Rathauschefs wollen es nicht bei Absichtserklärungen belassen.

STEFAN BRAND

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