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So ist die Corona-Lage in den Pflegeheimen im Kreis Forchheim

In Streitberg bleibt die Corona-Situation hoch angespannt - 01.01.2021 16:18 Uhr

Auch Soldaten der Bundeswehr helfen im massiv von Infektionsfällen betroffenen Pflegeheim in Streitberg aus.

23.12.2020 © Paul Pöhlmann


„Ich hoffe inständig, dass wir den Tiefpunkt erreicht und überstanden haben – und dass keine weiteren Infektionen mehr auftreten“, sagt Alexandra Dauer. Ein Licht am Ende des Tunnels ist für die Leiterin des Streitberger Diakonie-Seniorenzentrums Martin Luther der Corona-Impfstoff: „Am 1. Januar sollen alle bislang negativ-getesteten Bewohner und Mitarbeiter geimpft werden.“ Unter den Bewohnern, die vom Massenausbruch im Heim verschont blieben, betrifft das lediglich drei.

Denn bereits vor den Weihnachtsfeiertagen war die Situation im Streitberger Seniorenzentrum Martin Luther der Diakonie Forchheim-Bamberg prekär: Fast alle 75 Heimbewohner waren mit dem Corona-Virus infiziert, sieben starben mit Covid-19. „Und es sind inzwischen leider weitere Bewohner verstorben“, teilt die Heimleiterin mit. Die Zahl liege nun im zweistelligen Bereich, aber noch unterhalb der Marke von 20 Personen.

"Sehr angespannt"

Auch die personelle Lage im Heim sei weiterhin „sehr angespannt“, sagt Dauer – nachdem auch ein Großteil der Mitarbeitenden positiv getestet worden war. Mittlerweile sind sie vereinzelt wieder aus der Quarantäne zurückgekehrt und es helfen auch Bundeswehrsoldaten vor Ort aus, um das Zentrum bei allen nicht-pflegerischen Aufgaben zu unterstützen.

+++ Corona im Landkreis Forchheim: Das ist der aktuelle Stand +++

Ganz anders gestaltet sich die Lage im Caritas-Pflegezentrum St. Elisabeth in Forchheim, aus dem zuletzt ein Corona-Fall bei einem Bewohner gemeldet wurde. Infolgedessen hatte es eine erste Reihentestung gegeben, die aber keine gravierenden Folgen hatte. Wie Einrichtungsleiter Paul Schlund erklärt, ist aktuell ein Bewohner infiziert, der ursprünglich infizierte Bewohner sei zwischenzeitlich wieder genesen. Eine positiv getestete Mitarbeiterin befinde sich schon seit geraumer Zeit in Quarantäne.

„Man kann also im Moment noch nicht von einem Corona-Ausbruch bei uns sprechen und wir hoffen, dass das auch so bleibt“, sagt Schlund. Am Dienstag und Mittwoch sei eine erneute Reihentestung unter Heimbewohnern und Personal erfolgt, deren Ergebnisse aber noch ausstehen. Was ebenfalls in St. Elisabeth noch aussteht, sind die Impfungen: „Leider habe ich noch keinen Anruf vom Impf-Team bekommen, wir warten jeden Tag darauf“, so Schlund.

Jahnpark atmet auf

Im Forchheimer Wohn- und Pflegezentrum Jahnpark, wo es im November zu einer Vielzahl von Corona-Infektionen kam, entspannt sich die Lage derweil weiter: „Das Infektionsgeschehen ist am Abklingen“, erklärt Einrichtungssprecher Jens Büker, „wir haben seit vier Wochen keine Neuinfektionen mehr“.

Aktuell sind im Jahnpark laut Büker noch zwei Menschen infiziert, „hier erwarten wir bei der nächsten Testung einen negativen Befund“. Acht Mitarbeitende befinden sich wegen positiver Tests noch in Quarantäne. „Insgesamt elf unserer Bewohner sind leider an oder mit Covid-19 gestorben, der letzte Todesfall liegt zirka 1,5 Wochen zurück“, so Büker. In Sachen Impfung gingen die schriftlichen Impfeinwilligungen nun sukzessive ein, „so dass wir vorbereitet sind sobald uns ein Impftermin mitgeteilt wird“.

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So lief der Start der Corona-Impfungen im Landkreis Forchheim

95 Personen wurden am ersten Tag, nachdem der Corona-Impfstoff im Landkreis Forchheim angekommen ist, geimpft. 70 davon waren die Bewohner und Mitarbeiter des Demenzzentrums Lindenhof in Unterleinleiter. Weitere 15 Personen kamen als Über-80-Jährige zum Termin ins Impfzentrum Forchheim. Schließlich wurden noch zehn Mitarbeiter des Klinikums Forchheim geimpft, die dort auf der Intensivstation arbeiten.


Laut Landratsamt sind die jeweiligen Träger beziehungsweise Leitungen der Pflegeheime für die Vor-Ort-Organisation der Impfungen verantwortlich, sprich: die Formalitäten (wie Aufklärung, Einverständniserklärung und Impfpass) sowie die räumlichen und hygienetechnischen Vorbereitungen müssen getroffen werden. Stehen diese, erhält das Heim eine Rückmeldung vom Impfzentrum, wann die mobilen Teams von ASB und Ärztenetzwerk UGeF anrücken können.

Zum Start der Impfungen Anfang der Woche standen dem Landkreis etwa 425 Dosen des Biontech-Impfstoffs zur Verfügung, an drei Seniorenheimen sind die Impfungen durch mobile Teams bereits erfolgt: am Montag im Demenzzentrum Lindenhof in Unterleinleiter, am Dienstag im BRK-Heim in Muggendorf sowie in der BRK-Einrichtung am Forchheimer Königsbad. Auch im Impfzentrum selbst werden täglich Personen über 80 Jahre und Mitarbeitende des Klinikums geimpft, teilt Landratsamtssprecherin Kathrin Schürr mit.

Neuer Impfstoff an Silvester

Am Mittwoch erfolgten laut Schürr Impfungen mit den restlichen Dosen der letzten Charge, größtenteils im Kompetenzzentrum Demenz in der Forchheimer Sattlertorstraße und parallel im Impfzentrum. Die nächste Lieferung für den Landkreis soll am Donnerstag eintreffen, Vakzin für rund 500 Personen sei beantragt worden: „Geplanter Impfbeginn mit dieser neuen Charge ist am 1. Januar.“ Neben dem Streitberger Heim soll dann auch das Alten- und Pflegeheim Neunkirchen an der Reihe sein.

Am Klinikum ist die Zahl der Covid-Patienten zuletzt wieder stark gestiegen – von ehemals 16 Patienten auf (Stand: 30. Dezember) 28. Davon werden zwei Personen auf der Corona-Intensivstation behandelt. 

PHILIPP ROTHENBACHER

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