Donnerstag, 29.10.2020

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So schaut einmal das neue Rathaus Forchheim aus

"Haus der Begegnung" mit Trinkstube und (Rock)-Konzerten - 26.08.2020 16:36 Uhr

Das fränkische Parkett, der Holzboden im historischen Rathaussaal, lässt künftig keine Rock-Veranstaltungen zu, wenn das Rathaus einmal zum Haus der Begegnung umgebaut sein wird. Das Bild ist bei einem Baustellenrundgang 2018 entstanden.


Damit im Saal die Besucher zu den Takten einer Band tanzen dürften, müsste die Stadt von einem Statiker bestimmen lassen, wie viel Wumms die Konstruktion verträgt, ehe sie in die Knie geht. Doch ohne unter das fränkische Parkett zu blicken, das im Saal verlegt ist, lasse sich das nicht bestimmen, so Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), der die Stadträte in der jüngsten Sitzung über den Stand der Sanierungsarbeiten informierte.

Für den Denkmalschutz habe das Parkett einen großen Wert. Demnach ist der Blick darunter, für den der Boden herausgenommen werden müsste, ein Tabu.

Rock-Konzert nicht im historischen Saal

Die Parkett-Problematik bedeute aber nicht, dass der Saal, in dem bisher schon Kulturveranstaltungen und die Stadtratssitzungen stattgefunden haben, nicht mehr genutzt werden könne. "Der Boden knarzt, das ist normal. Doch der Boden federt eben auch, was dazu führt, dass nicht sämtliche Veranstaltungen möglich sein werden", erklärte Kirschstein. Rock-Konzerte könnten jedoch in der darunterliegenden Rathaushalle stattfinden.

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Das Rathaus Forchheim muss generalsaniert werden. Ein Fotostreifzug durch die Büros, die Flure, das Treppenbaus und in den Rathaussaal illustrieren diesen Befund plastisch auch ohne Kenntnis dessen, was genau unter den Bodenbelägen und hinter den Wänden schlummert.


"Dort können wir die Bodenlast bestimmen. Der Boden dort hält auch größere Lasten aus." Was bleibt für den Saal übrig? Der Oberbürgermeister spricht von "eher gediegeneren Veranstaltungen". Lesungen, Klassikkonzerte, Vorträge. Unter dem Boden des Saals und damit in der Decke der darunterliegenden Halle versteckt, wird die Technik verlegt, die es für Veranstaltungen wie für die künftigen Stadtratssitzungen braucht.

An der Kapazität des neuen Hauses werde sich nichts ändern. Gleich mehrere Räume stehen für Veranstaltungen aber auch anderen Möglichkeiten der Begegnung zur Verfügung (siehe Infokasten).

Daran ist nicht zu rütteln

Als "unverrückbar" bezeichnete der OB zuletzt im Mai die geplante Fertigstellung des Großprojektes für Ende 2023. Dieser Plan steht weiterhin, wie auch der Termin für den Baubeginn. Von den rund 20 Millionen Euro Gesamtkosten trägt die Stadt rund drei Millionen Euro. Der Rest wird bezuschusst.

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Forchheim: So sieht das nackte Rathaus von innen aus

Der Bauausschuss des Stadtrates durfte einen exklusiven Blick in das entkernte und aufgegrabene Rathaus werfen. Wir waren dabei.


Ab September wird auch erstmals von außen deutlich zu sehen sein, dass es innen schon längst voran geht. Im Herbst wird der Fachwerkbau eingerüstet, eine Bautafel aufgestellt, über die sich Bürger wie Touristen über das Vorhaben informieren können. Die Ausschreibungen für weitere Arbeiten laufen.

Architekt spricht im September

Nach der politischen Sommerpause will der Oberbürgermeister zusammen mit dem Architekten dem Stadtrat und der Öffentlichkeit einen detaillierten Überblick über den Stand der Planungen geben. Das wird im September der Fall sein.

Zum mittlerweile sechsten mündlichen Bericht des OBs zur Rathaussanierung regte CSU-Rätin Martina Hebendanz erneut an, eine Zusammenfassung vor der Sitzung schriftlich an die Stadträte zu verschicken, um sich besser vorbereiten zu können. Unterstützung erhielt sie hierbei von Sebastian Körber (FDP). Den Wunsch will der OB das nächste Mal erfüllen.

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Der Andrang war groß, als das Forchheimer Stadtbauamt zusammen mit den Denkmalschützern über Funde und wissenschaftliche Erkenntnisse im Rathaus informierte. Die Funde sind, da sind sich die Spezialisten einig, "eine Sensation für eine Innenstadtgrabung".


So verändert sich das Rathaus Forchheim:

  • Die Touristinformation zieht vom derzeitigen Ausweichquartier in der Kaiserpfalz wieder zurück ins Rathaus.
  • Angeschlossen an diese Räumlichkeiten wird eine historische Trinkstube mit rund 180 Quadratmetern, als Start- und Zielpunkt für Touristenführungen.
  • Außerdem wird es viel Platz für Veranstaltungen geben: In drei Räumen, nämlich dem großen und kleinen Rathaussaal und der Markthalle können zeitgleich mehrere Veranstaltungen mit insgesamt 600 Personen in verschiedenen Räumen stattfinden. Damit auch zwei Musikveranstaltungen gleichzeitig stattfinden können, die sich gegenseitig nicht stören, werden Maßnahmen getroffen.
  • Im ersten Stock ist Platz für repräsentative Büros, ein Foyer und ein Trauzimmer.
  • Erstmals in der mehr als 600-jährigen Geschichte des Gebäudes (Baujahr 1402) wird der Fachwerkbau auch barrierefrei über einen Anbau im rückwärtigen Gebäudeteil erschlossen.
  • Weil die historische Spindeltreppe mit ihrem zu kleinen Radius nicht als Rettungsweg dienen kann, soll es ein zusätzliches Fluchttreppenhaus mit Ausgang in die St.-Martin-Straße geben.
  • Der Rathausplatz wird als neue Veranstaltungsfläche technisch ertüchtigt. Es wird eine eigene Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung auf dem Platz eingerichtet. Damit soll Schluss sein mit unschönen Provisorien wie dem Kabel, das aus dem gekippten Rathausfenster hängt. Fürs Rathaus und den Rathausplatz wird es eine eigene Illumination geben.

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