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So sieht die neue Corona-Teststation in Forchheim aus

Infizierter liegt auf der Intensivstation - Tagelanges Warten auf Testergebnisse - 20.03.2020 17:08 Uhr

Schutzkittel, Mundschutz, Schutzbrille, Handschuhe: Das ist für Julia Eichhorn-Lauterbach die Arbeitskleidung der nächsten Tage. Die Hygienekontrolleurin nimmt von Corona-Verdachtsfällen im neuen Schnelltest-Center in Forchheim Abstriche.

© Foto: Giulia Iannicelli


Sieben Betten mit Beatmungsgeräten stehen im Landkreis für Corona-Intensivpatienten am Klinikstandort Forchheim bereit. In Ebermannstadt gibt es keine. Aktuell (Stand Freitagnachmittag) befindet sich eine Person auf der Intensivstation und wird beatmet. "Der Zustand des Patienten ist stabil", sagt Kathrin Schürr, Pressesprecherin am Landratsamt. Seitdem der Katastrophenfall in Bayern ausgerufen wurde, laufen in einer im Landratsamt eingerichteten Stabsstelle des Katastrophenschutzes die Fäden zusammen.

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Exklusiver Einblick in die neue Corona-Teststation in Forchheim

Der Landkreis Forchheim bereitet sich auf eine Zuspitzung der Corona-Pandemie vor. Mit einer Schnelltest-Station auf dem Lehrerparkplatz des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim will der Krisenstab des Amts Herr der Lage werden.


In Forchheim bereitet sich das Landratsamt mit einer Corona-Schnelltest-Station vor der Herder-Sporthalle auf eine Zuspitzung der Lage vor.  Ausschließlich Personen, die vom Gesundheitsamt die Aufforderung zu einem Corona-Test erhalten haben, werden dort getestet. Das betrifft vor allem jene, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren oder jüngst aus Risikogebieten zurückkehrten - sogenannte Verdachtsfälle.

Feuerwehr und Polizei unterstützen

Am Einlass an der Ecke Ruhalmstraße/Von-Hirschberg-Straße kontrolliert ein Mitarbeiter des Landratsamtes durch die geschlossene Autofensterscheibe die Personalien. "Alle anderen werden umgeleitet", sagt Schürr. Ab Montag startet dieses Verfahren. "Feuerwehr und Polizei helfen bei der Organisation."

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Seit Samstag (20. März) gelten in Bayern weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen. Was trotz der sogenannten Ausgangsbeschränkung weiterhin oder mittlerweile wieder erlaubt ist, haben wir in dieser Bildergalerie für Sie zusammengefasst.


In einer Schleife fahren die Autofahrer in die Station, die auf dem Lehrerparkplatz des Ehrenbürg-Gymnasiums in den vergangenen Tage eingerichtet wurde, ein. Am Ende der Schleife steht Julia Eichhorn-Lauterbach, Hygienekontrolleurin am Landratsamt, in Schutzausrüstung und macht von den Testpersonen einen Abstrich. Dafür bleibt der Fahrer im Auto sitzen, lediglich die Fensterscheibe wird heruntergefahren. Das Landratsamt muss auf diese große Testvariante umschwenken. Bisher haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes individuelle Termine vereinbart. Bis zu 35 Tests habe das Gesundheitsamt so täglich bisher durchführen können, so Eichhorn-Lauterbach.

"Jeder rechnet mit mehr Fällen"

Angesichts der Zunahme der Fälle, die das Landratsamt erwartet, sei diese Vorgehensweise nicht mehr stemmbar. "Wir müssen auch Ressourcen sparen und führen die Tests deshalb jetzt gesammelt durch", sagt Susanne Becher, Leiterin der Stabsstelle Katastrophenschutz. "Wir haben die Anlage großflächig angelegt, weil jeder mit mehr Fällen rechnet", so Schürr. Für nicht-mobile Testpersonen werde das Amt nach alternativen Lösungen suchen.

Direkt an der überdachten Abstrich-Station arbeiten in einem angrenzenden Container zwei Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie bereiten die Proben für das Versenden in das Labor vor. Noch müssen die Abstriche aller oberfränkischen Landkreise im oberbayerischen Oberschleißheim getestet werden. Bis das Ergebnis feststeht, vergehen drei bis fünf Tage. Das Labor dort sei schlicht überlastet. "Mehrere tausend Proben gehen dort täglich ein", sagt Schürr. Geplant sei ein Testlabor in Erlangen. "Wir hoffen, dass das bald in Betrieb geht", sagt Schürr.

Wie überprüft das Gesundheitsamt, ob sich die Menschen an die Quarantäne-Vorgaben halten?

Bis das Laborergebnis feststeht, müssen sich die Getesteten in häusliche Quarantäne begeben. Ob sich die Betroffenen auch daran halten, prüfe das Gesundheitsamt mit täglichen Anrufen, bei denen sich die Mitarbeiter freilich auch nach dem Gesundheitszustand erkundigen, so Schürr.

Alle Bürger, die nicht vom Gesundheitsamt zu einem Test aufgefordert werden, können sich weiterhin beim Hausarzt oder der Kassenärztlichen Vereinigung testen lassen, betont Pressesprecherin Schürr. "Diese Stellen sind auch weiterhin dazu angehalten, diese Tests durchzuführen."

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Weil die Tests und die Arbeit des Krisenstabs auch im Falle eines infizierten Mitarbeiters weiterlaufen muss, habe das Landratsamt intern Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Telefonkonferenzen ersetzen persönliche Besprechungen, ein Mindestabstand werde gewahrt, Abteilungen arbeiteten getrennt voneinander.

Szenario für weitere medizinische Notunterkünfte

Für Julia Eichhorn-Lauterbach, die für die Abstriche an vorderster Front steht, braucht es Schutzkleidung. Doch die ist knapp. "Im Moment reicht der Vorrat noch aus, aber wir sind ständig auf der Suche nach Nachschub", sagt Schürr.

Im Krisenstab laufen bereits Planungen, bei Engpässen in der Behandlung von Corona-Patienten Gebäude im Landkreis Forchheim kurzfristig umzunutzen. Ein Szenario, dass zwei Mal im Jahr für Katastrophenfälle geübt werde. Dem Virus will man damit einen Schritt voraus sein.


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