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Mittwoch, 12.08.2020

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Sommerfeeling! Stadtstrand kommt wieder nach Forchheim

450 Quadratmeter zum Sonnen und Entspannen - Bedenken nach Brand 2018 - 11.07.2020 13:43 Uhr

2017 lockte der Kaiserstrand auf die Bastion hinter der Kaiserpfalz. Nach einem Brand im Frühjahr 2018 ist der Strandsommer in Forchheim an dieser Stelle Geschichte.

© Archivfoto: Ralf Rödel


Wettertechnisch ist der Sommer 2020 bisher noch nicht wirklich in Fahrt gekommen, doch das soll sich bald ändern – gefühlstechnisch zumindest. Antonella Pileio, die mit ihrer Trattoria auf dem Marktplatz bisher zu italienischen Stunden in ihrem Biergarten einlädt, will noch in dieser Sommersaison zum Entspannen im Liegestuhl, mit einem Cocktail in der Hand und warmem Quarzsand unter den Füßen, einladen. Die triste Schotterfläche zwischen den Bäumen verwandelt sich in einen Strand in der Stadt.

Mit einer Holzumfassung will die Forchheimer Agentur JungAdler, die Pileio bei der Ausarbeitung des Konzepts hilft, Sorge tragen, dass der Sand im Strand bleibt und sich nicht vom Winde verweht in der Stadt verbreitet. Denn das ist eine der größten Sorgen, die die Stadträte im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Stadtrates hatten. "Der Strand lädt dazu ein, den Sand heraus zu buddeln", so Martina Hebendanz (CSU).

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Nicholas Mohnlein, Geschäftsführer von JungAdler, will mit einem gut 1,20 Meter hohen Zaun Vorsorge treffen. Von innen könnte Bambus die Gitter verdecken. Das soll für Sommerfeeling sorgen. Abends soll die Sandfläche mit einer Plane zugedeckt werden. JungAdler kümmert sich auch um die Sponsorensuche, die sich mit Bannern am Stadtstrand vorstellen können. Ohne eine Finanzspritze seien die Kosten für den Strand nicht zu stemmen.

450 Quadratmeter Sommer

Für die geplante 450 Quadratmeter große Strandfläche kalkuliert Mohnlein 68 Kubikmeter Sand. Auf diesem sollen Sonnenliegen stehen, auch eine Beschattung soll es geben. Europaletten, die über die Holzplatten gelegt werden, sollen als simple Gehwege dienen, heißt es im Konzept. Eine Bewirtung bis 23 Uhr ist ins Auge gefasst und wird ausschließlich vom Team der Trattoria übernommen. Wer den Strand betreten will, muss dafür keinen Eintritt bezahlen, so Mohnlein. Er kalkuliert mit rund 9000 Euro Kosten für das Vorhaben. Bis Ende September soll der Strand bleiben.

Noch im Sommer 2020 soll sich der geschotterte Marktplatz in einen Strand in der Stadt verwandeln. Der Stadtrat hat das Vorhaben genehmigt.

© Archivfoto: Ralf Rödel


Unterstützt wird das Vorhaben von Citymanagerin Elena Büttner. "Ich unterstützte es sehr stark, da sämtliche innerstädtische Veranstaltungen abgesagt wurden. Mit einer solchen Aktion schaffen wir ein Highlight in der Innenstadt".

Auch die Händlervereinigung HeimFOrteil wie auch das Ordnungs- und Gartenamt seien für den Strand. Ein Vertrag zwischen Stadt und Pizzeria soll zu keinen bösen Überraschungen führen.

Nächtlicher Brand hinterließ Spuren

"Wir sind ein gebrandmarktes Kind", begründete Hebendanz zuvor ihre Bedenken und blickte dabei auf die Erfahrungen der Stadt mit dem "Kaiserstrand" aus dem Jahr 2017, der sich auf der Bastion befand. Ein nächtlicher Brand einer Gastrohütte im April 2018 hatte einen Teil der historischen Kaiserpfalzmauer erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Es hat Jahre gedauert bis die Stadt auf Kulanzbasis mit der Haftpflichtversicherung des ehemaligen Strandbetreibers mit 17 000 Euro einen Teil der Schadenssumme in Höhe von 52 000 Euro herausverhandeln konnte (wir berichteten).

Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) war der Nachhaltigkeitsgedanke wichtig und sprach sich wie Hebendanz beispielsweise gegen Einweggeschirr aus. Nicht anfreunden konnte sich die Bürgermeisterin mit dem Zaun und bat um Alternativen.

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Sorgen machte Prechtel die verkehrliche Situation am Marktplatz und wusste hierbei ihren Kollegen Manfred Hümmer (FW) an ihrer Seite. Zwar gelte Schrittgeschwindigkeit, doch die wenigsten Verkehrsteilnehmer hielten sich an die Vorschrift. Auch gelte es, den Busverkehr zu berücksichtigen. Hümmer plädierte dafür, den Ratschlag der Polizei einzuholen.

"Es handelt sich um eine innerstädtische Hauptverkehrsader. Teilbereiche müssen abgesperrt werden", so Hümmer, sonst sei die Gefahr für Unfälle zu hoch. Ferner forderte er, an die Inklusion Gehbehinderter zu denken. Das Konzept solle auch sandfreie und somit begehbare Sitzbereiche ermöglichen. Mit einer Gegenstimme (Gerhard Meixner, FGL) wurde das Vorhaben genehmigt, unter einer Prämisse: Die Agentur muss die Anmerkungen der Räte beim Konzept berücksichtigen.

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