16°

Dienstag, 11.05.2021

|

zum Thema

Sonderimpftage am Wochenende: 1400 Termine vergeben

Ansturm aufs Impfen mit AstraZeneca beim Forchheimer Impfzentrum - 17.04.2021 15:43 Uhr

Bei den zwei Sonderimpftagen am Wochenende soll ausschließlich AstraZeneca verimpft werden, um die Vorräte des Mittels im Impfzentrum aufzubrauchen. 

17.04.2021 © Foto: NEWS5/Oßwald


Quasi über Nacht waren beide Termine schon letzte Woche ausgebucht. Wer sich nicht gleich nach der Bekanntgabe der zwei Sonderimpftage dafür angemeldet hatte, kam nicht mehr zum Zuge. Zu den Glücklichen, die ihren Pieks am Samstag kurz nach Mittag bereits hinter sich hatten, gehört etwa Peter Kleinert aus Heroldsbach. Kleinert hatte sich gleich am Mittwoch für die Impfung am Wochenende gemeldet. Die Tatsache, dass dabei ausschließlich der Impfstoff von AstraZeneca zur Verfügung stand, bereite Kleinert keine Sorgen: "Nein, gar nicht. In ganz England sind die Leute mit AstraZeneca geimpft worden und denen geht‘s gut."

Bilderstrecke zum Thema

1400 Termine vergeben: Andrang bei Sonderimpftagen in Forchheim

Schon innerhalb weniger Stunden waren die Impftermine vergeben: An diesem Wochenende bietet das Impfzentrum Forchheim zwei Sonderimpftage für Menschen über 60 Jahre an. Dabei soll ausschließlich AstraZeneca verimpft werden, um die Vorräte des Mittels im Impfzentrum aufzubrauchen. Insgesamt standen 1400 Impfdosen zur Verfügung. Die Termine wurden über ein externes Portal freigegeben.


Der Heroldsbacher nutzte seine Chance, etwas früher als sonst an die Reihe zu kommen: "Ich war auch bei meinem Hausarzt zum Impfen angemeldet". Der Termin dafür hätte am Mittwoch stattfinden sollen. Jetzt kann der Heroldsbacher nicht nur diese Anmeldung wieder stornieren: Auch seine parallele Registrierung beim zentralen Bayerischen Impfportal unter https://impfzentren.bayern/citizen/ kann er jetzt rückgängig machen.

Peter Kleinert aus Heroldsbach

17.04.2021 © Foto: Martin Regner


Das sollten alle rund 1400 Personen, die am Wochenende kurzfristig gegen Corona geimpft worden sind, auch tun, erklärt Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamts. Denn die Namen von denjenigen, die am Wochenende dran kamen, werden nicht automatisch aus der zentralen Datenbank gelöscht, so Strehl.

Die Kapazitäten erhöht

Auch Olaf und Angelika Schmied saßen am Samstag zufrieden im Warteraum, in dem die Geimpften zwischen 15 und 30 Minuten nach der Impfung noch eine Weile zur Sicherheit beobachtet werden: "Wir haben uns wegen AstraZeneca keine Gedanken gemacht. Das Mittel wird millionenfach verimpft und risikofrei ist im Leben eigentlich nichts."

Olaf und Angelika Schmied aus Forchheim

17.04.2021 © Foto: Martin Regner


Es handelt sich nach Angaben von Sebastian Weiß vom ASB, der das Forchheimer Impfzentrum leitet, um die letzten zwei Termine, bei denen Erstimpfungen mit AstraZeneca stattfinden. Zweitimpfungen würden mit diesem Vakzin nach wie vor durchgeführt; ab Montag, 19. April, werde AstraZeneca für Erstimpfungen im Impfzentrum allerdings nicht mehr verwendet. "Das läuft jetzt aus", sagt der Leiter. Das Impfzentrum weiche auf Biontech/Pfizer und Moderna aus. In Arztpraxen werde AstraZenca aber weiterhin auch für Erstimpfungen verwendet, so Weiß. Das Impfzentrum wolle am Wochenende seine Vorräte an AstraZeneca aufbrauchen.

Gerhard Bauer aus Wiesenthau

17.04.2021 © Foto: Martin Regner


Pro Tag rund 700 Personen durchzuschleusen stellt aus Sicht von Weiß kein Problem dar: "Wir haben die Kapazitäten und die Taktung erhöht." Vorher seien 500 Impfungen am Tag üblich gewesen, jetzt seien über 700 möglich. Gerhard Bauer aus Wiesenthau erhielt eine davon. Und dass er keine Wahl zwischen den Impfstoffen hatte, war für ihn "kein Problem".

Die NN-Redaktion erreichten allerdings auch kritische Fragen von Lesern, etwa dazu, warum die eigentlich geltende Reihenfolge nach den Prioritätsgruppen bei der Terminvergabe für das Sonderimpfwochenende offenbar keine Rolle gespielt hat. Die Frage, nach welchem Verfahren die Termine für Samstag und Sonntag an die Interessenten vergeben wurden, lässt sich aus Sicht des Landratsamts schnell beantworten: Einziges Kriterium neben dem Alter von mindestens 60 Jahren war nach Angaben von Holger Strehl, "wer zuerst kommt". Es sei technisch nicht möglich gewesen, die Personen, die sich bereits zentral beim bayerischen Impfportal registriert hatten und die zum Teil seit Monaten auf einen Termin warten, für die Sonderimpftage zu berücksichtigen. Denn man habe aus der Datenbank diejenigen Personen, die bereits 60 Jahre alt sind, nicht herausfiltern können, so Strehl.

Bilderstrecke zum Thema

Forchheim: So sieht es in der neuen Impfstraße aus

Barrierefreier Zugang, Anmeldung, Impfstraße und Nachbeobachtungsraum: Im Forchheimer Impfzentrum in der Don-Bosco-Straße gibt es nun mehrere neue Impfzimmer und angepasst Abläufe. So sieht es im Impfzentrum aus.


Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Forchheim