Donnerstag, 17.10.2019

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Spektakulär: Feuerwehren und Rettungsdienste probten auf Walberla

Codename "Walburga" galt für 60 Einsatzkräfte bei der Walburgiskapelle - 22.09.2019 19:34 Uhr

Ein Großaufgebot an Rettungskräften rund um die Walburgis-Kapelle: Die FFW Kirchehrenbach, das THW Kirchehrenbach und der ASB Fränkische Schweiz haben gemeinsam einen möglichen Ernstfall auf dem Walberla geprobt. Erstmals wirkte auch die Bergwacht Forchheim bei dem Szenario mit, sodass diesmal ganze 60 Einsatzkräfte ihr Können unter Beweis stellten. © Feuerwehr Kirchehrenbach/Max Dietz


Nicht schlecht staunten die Besucher des Walberla am Samstagnachmittag. Bei einer Großübung der FFW Kirchehrenbach und des THW Kirchehrenbach, des ASB-Rettungsdienstes Fränkische Schweiz und der Bergwacht Forchheim auf der Ehrenbürg hatten mehr als 60 Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Die NN waren bei den aufwendigen Rettungsmaßnahmen dabei, die sogar einen Polizeihubschrauber erforderten.

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Spektakuläre Großübung der Feuerwehr am Walberla

Ein abgestürztes Segelflugzeug, einige eingeklemmte Waldarbeiter, die Bergung aus dem Steilhang und ein kleiner Flächenbrand - die Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchehrenbach am Samstag auf dem Walberla hatte es in sich. Und wir haben die Bilder!


Codename "Walburga"! Als die Einsatzkräfte den schmalen, gewundenen Weg hinauf auf den Hausberg der Fränkischen Schweiz hinter sich haben, bietet sich ihnen ein unübersichtliches Bild. Mitten auf dem Plateau liegt ein Segelflugzeug. Darin eine Pilotin, die von den Feuerwehrlern vorsichtig befreit wird.

Zusammenstoß mit einer Drohne

Wie sich später herausstellt, hat das Fluggerät von der benachbarten Fränkischen Fliegerschule Feuerstein nach einem Zusammenstoß mit einer Drohne notlanden müssen. Überall latschen Leute herum. Anfänglich ist dabei gar nicht ersichtlich, wer da Komparse ist und wer nur zufällig auf der Ehrenbürg die Aussicht genießt.

Einige von leeren Bierflaschen gesäumte Zelte umgeben das Segelflugzeug. Offenbar hat hier eine Gruppe ein illegales Camp aufgebaut und ein kleines Lagerfeuer entzündet. Das hat sich derweil hin zur Felsformation "Steinerne Frau" ausgeweitet. Freilich nur als Simulation, die Carl Schell und seine Kollegen vom THW Forchheim vorbereitet haben.

Die Klippen hinabgestürzt

Mehr ist aus natur- und brandschutzrechtlichen Gründen hier oben nicht möglich. Dafür reicht das kleinere C-Rohr allemal. Hätte es wirklich einen Waldbrand gegeben, man hätte notfalls eine aufwendige Löschwasserversorgung herauf legen müssen.

FFW-Kommandant Sebastian Müller hat sich als Überraschung für die Übung den Einsatz des Polizeihubschraubers „Edelweiß 3“ einfallen lassen. © Foto: Udo Güldner


Die Zeltbewohner selbst gerieten offenbar in Panik. Einige stürzten dabei die Klippen Richtung Wiesenthau hinab und blieben im unwegsamen Gelände liegen. Von dort unten dringen verzweifelte Hilferufe nach oben. Das ist dann ein Fall für die Bergwacht Forchheim, die erstmals an der seit drei Jahren bestehenden Kooperation der FFW und des THW Kirchehrenbach mitwirkt. Letztes Jahr bei einem Großfeuer mitten im Ort, als der Ehrenbach aufgestaut wurde, um genügend Löschwasser zu bekommen, waren Denis Lieb und seine Bergretter noch nicht nötig. Alles spielte sich auf der Straße ab.

Polizeihubschrauber im Einsatz

Als Überraschung hat sich FFW-Kommandant Sebastian Müller den "Besuch" eines Hubschraubers der Bereitschaftspolizei ausgedacht. "Edelweiß 3" braucht vom Standort Roth, der ganz Nordbayern befliegt, gerade einmal eine Viertelstunde. Dann kreist Pilot Philipp Uhliersch über der Unglücksstelle. An einem Stahlseil lässt sein Co-Pilot Michael Waldmüller einen Haken herab.

Das Szenario der Übung: Nach dem Zusammenstoß mit einer Drohne hat ein Segelflugzeug auf dem Walberla notlanden müssen. Dort illegal Zeltende sind in Panik geraten und die Klippen Richtung Wiesenthau hinabgestürzt. © Foto: Udo Güldner


Daran werden die "Schwerverletzten" Laurenz Kuhmann und Christopher Albert nacheinander in einem Bergesack nach oben gehievt. Dann landet der Helikopter in einem Areal, das aus Sicherheitsgründen abgesperrt ist. Damit kein Schaulustiger von umherwirbelnden Steinchen und Staub Schäden davonträgt. Von acht Bergwachtlern wird der Patient dann zum Rettungswagen getragen. Zwei weitere solche Fahrzeuge und zwei Krankenwagen hat ASB-Einsatzleiter Jürgen Schütz noch dabei.

Währenddessen haben die THW-Fachleute rund um Einsatzleiter Stefan Lalla sich mit den FFW-Kollegen an einem Gespann zu schaffen gemacht. Unter dem liegen Oliver Hieber und Gerhard Hofmann eingeklemmt, die Waldarbeiter darstellen.

Sichern, bergen, versorgen

Das Gefährt aus Traktor und Anhänger droht, den Abhang hinabzurutschen. Sichern, bergen, versorgen heißt der Dreiklang, der viel Übersicht erfordert. Mit reiner Muskelkraft wird ein Festpunkt mit Erdnägeln im Boden verankert. An ihm hängt schon bald der Holztransporter.

Auf der anderen Seite des Geländes liegen noch Claudia Götz und Christine Gebhardt herum. Eine davon bewusstlos. Auch sie wie alle anderen Verletzten gehören zur Walberla-Bühne Kirchehrenbach, die auf der ganz großen Bühne in Kostüm und Maske glänzen dürfen. Notarzt Dr. Henning Bölckow aus Lauf an der Pegnitz hat alle Hände voll zu tun, um Verbrennungen, Platzwunden und Knochenbrüche zu versorgen. Von den schweren Sachen wie Beckenbrüchen, Schädel-Hirn-Traumata und Wirbelsäulenverletzungen gar nicht zu reden.

Nach zwei Stunden ist der Spuk rund um die Kapelle wieder vorbei. Selbst die Vermissten hat man aufgestöbert. Fluglehrer Gerd Böcher packt sein Flugzeug wieder ein. THWler Jürgen Biedermann fährt mit seinem Bulldog wieder ins Tal, auch um den Anhänger der Gemeinde zurückzubringen. Den braucht man bei der nächsten Kirchweih wieder – für den Kerwasbaum. Die beiden Ziele der Großübung wurden erreicht: eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Verbände und eine größere Motivation der Helfer durch ein spannendes Szenario. Und ein bisschen Werbung für die Feuerwehr und die anderen Hilfsorganisationen ist es auch gewesen.

UDO GÜLDNER

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