Stadt repariert Villabesitzer Dachschaden

9.12.2006, 00:00 Uhr
Mit einem Hubsteiger wurde begonnen, die Schäden auszubessern. F.: Huber

Mit einem Hubsteiger wurde begonnen, die Schäden auszubessern. F.: Huber

Möglich ist die rund 5000 Euro teure Aktion aus Steuergeldern durch eine Regelung des Verwaltungsrechtes, die selten angewendet wird: die «Ersatzvornahme“ (s. Zur Sache). Dabei ergreift die Kommune die Initiative, wenn es ein Besitzer nicht tut, im Fall der Hornschuchvilla der schwäbische Immobilienhändler Dietmar Schmetzer. Dieser hat sogar, berichtet Bauordnungsamtsleiter Gerhard Zedler, einen Widerspruch gegen die Notreparatur eingelegt. Dieser wurde dann allerdings wieder zurückgezogen.

Repariert werden Dachschäden und die Regenrinne. «Die schlimmsten Schäden werden mit Folie abgedichtet, die Rinne so repariert, dass kein Wasser mehr an die Mauern fließt“, erklärt Zedler. Damit sei die stolze Fabrikanten-Villa aus dem Jahr 1888 wieder einigermaßen gesichert.

Keinerlei Bewegung gibt es laut Zedler beim Verkauf des denkmalgeschützten Hauses in prominenter Lage an der Bayreuther Straße. Nach seinem Wissen gelte das alte Angebot von 260 000 Euro, für das sich jedoch seit Jahren kein Käufer erwärmen kann. Zu stark sind inzwischen die Schäden am Haus, auch durch Vandalismus. Zuletzt hatte eine Forchheimerin 100 000 Euro geboten.

Ein steter Beobachter des Verfalls ist Jürgen Schönfelder, Architekt aus Forchheim und Mitglied der «Jungen Altstadtfreunde“, eine Gruppe im Heimatverein Forchheim. Schönfelder glaubt: «Die einzige Chance ist, dass sich ein Käufer findet, der das Gebäude auch wirklich nutzen will.“