Gutachten liegt vor

Steinbruch Gräfenberg: Erfolg für die Bürgerinitiative

23.9.2021, 18:00 Uhr
Der Steinbruch sollte unter anderem mit Gleisschotter verfüllt werden.

Der Steinbruch sollte unter anderem mit Gleisschotter verfüllt werden. © privat

Die Firma hatte beantragt, anstelle des bisher genehmigten schadstofffreien Materials auch belastetes Material bis zur Kategorie Z1.2 (Gleisschotter, Bauschutt) zur Verfüllung verwenden zu dürfen. Zudem sollte die Menge, die verfüllt werden darf, erhöht werden.

Dieses Anliegen sei nun nach langen Auseinandersetzungen vom Tisch, teilt die IGS in einem Schreiben mit: Nach einer neuerlichen Begutachtung durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach verfüge der Steinbruch nur über eine "sehr geringe Schutzwirkung gegenüber dem Grundwasser und muss wieder in die Kategorie A eingestuft werden, bei der nur schadstofffreies Material eingefüllt werden darf", so die Interessengemeinschaft.

Dies konnte die IGS bei einer Informationsveranstaltung im Gasthaus Brehmer in Gräfenberg bekannt geben. Im Rahmen dieses Abends gaben die Mitglieder einen Überblick über die Aktivitäten der Initiative für die interessierten Zuhörer.

Die Mitstreiter der IGS hatten negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die Umwelt und die Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger (wie Staub und Lkw-Verkehr) befürchtet und arbeiteten sich daher intensiv in die Thematik ein. Sie akzeptierten und befürworteten das Anliegen, regionalen, geogenen Erdaushub, der von Natur aus leicht belastet ist, einzulagern - keinesfalls jedoch umfassend belastete Materialien wie Gleisschotter und Bauschutt. Die Bewohner Gräfenbergs und der näheren Umgebung wurden durch Presseberichte, Flyer, Plakate und Gespräche informiert und gebeten, im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit ihre Einwendungen zu erheben. Insgesamt 172 Einwendungen wurden während der Einwendungsfrist erhoben.

In vielen Gesprächen und Kontakten mit Behörden und Politikern legten die Mitglieder der IGS ihre Erkenntnisse dar und versuchten ebenso Alternativvorschläge zu unterbreiten, mit denen es möglich wäre, regionalen Erdaushub einzulagern, nicht jedoch stark verunreinigtes Material. So wurde zum Beispiel auf zwei Pilotprojekte des Landesamtes für Umwelt genau zu dieser Problematik, die unter Begleitung des Umweltministers Glauber durchgeführt werden, hingewiesen und deren Anwendung für Gräfenberg vorgeschlagen.

"Da sich der Zugang zu den relevanten Unterlagen und die Gewährung von Gesprächsterminen mit Politikern schwierig gestalteten, wurde in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Forchheim des Bundes Naturschutz Bayern eine Anwaltskanzlei beauftragt, uns die Einsicht in die Unterlagen zu ermöglichen", so die IGS. Eine von der IGS gestartete Unterschriftenaktion mit dem Ziel, von der Stadt Gräfenberg zu fordern, sich aktiv und engagiert gegen das Vorhaben einzubringen fand stolze 1357 Unterzeichner.

Die IGS sieht ihre Bedenken in vollem Umfang bestätigt und sieht es nun als unerlässlich an, dass der Stadtrat seinen Beschluss vom 21. Februar 2019, in dem das Gremium keine Bedenken gegen das Vorhaben erhoben hat, aufhebt.

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