Samstag, 18.01.2020

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Strahlendes Lichtermeer: Viele Besucher aus Nürnberg bei Prozession in Obertrubach

Ein Lichtermeer an Felsen und Berghängen - 07.01.2020 06:57 Uhr

Obertrubach Lkr Forchheim..Fränkische Schweiz..Lichterprozession anlässlich der..Ewigen Anbetung in Obertrubach..Foto Roland G.Huber © Roland G. Huber


"Möge es ein Jahr des Herrn werden", mit diesem Wunsch begrüßte Pfarradministrator Florian Stark die Gläubigen zur letzten Betstunde der Ewigen Anbetung mit anschließender Lichterprozession in der Pfarrkirche St. Laurentius von Obertrubach. Zuvor waren die Ortsvereine, wie alle Jahre, zusammen mit den Ehrengästen vom Rathaus zur Kirche gezogen. Stark begrüßte unter ihnen Landrat Hermann Ulm, Bezirksrat Ulrich Schürr sowie Bürgermeister Markus Grüner mit den Kollegen aller Nachbargemeinden.

Zur Ewigen Anbetung in Obertrubach ziehen die zahlreichen Besucher in die Kirche ein. © Foto: Franz Galster


Ein in der Tat ökumenisches Treffen, ein Großteil der Nachbarn ist überwiegend evangelisch. Domkapitular Josef Zerndl gehört seit Jahren ebenso als treuer Teilnehmer dazu wie Monsignore Andreas Straub. Unvergessen nach wie vor und immer dabei ist Schwester Alexia, die viele Jahre in Obertrubach wirkte, und Oberin Regina Proels vom Mutterhaus in Vierzehnheiligen.

Viele Besucher aus Nürnberg

Dabei war auch Diakon Christian Wohlfahrt aus Obertrubach mit drei Mitbrüdern aus Würzburg und Bamberg. Er wird dieses Jahr die Priesterweihe im Bamberger Dom erhalten. Während sich die Nacht langsam über den Ort senkte, fanden sich viele Besucher rund um den Ort herum ein, um die vielen Lichter an den Hängen, teilweise ergänzt durch christliche Symbole, zu bewundern, die Helfer entzündet hatten.

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7000 Wachslichter: So schön war die Prozession in Obertrubach

Wenn die kleine Gemeinde Obertrubach in der Fränkischen Schweiz in ein Meer aus Tausenden Lichtern eintaucht, dann ist Lichterprozession. Schon seit dem 18. Jahrhundert feiert die Gemeinde das traditionelle Lichterfest. An diesem Freitag haben die Wachslichter in Felsen und Berghängen erneut etliche Besucher angezogen.


Julia Habersberger kommt jedes Jahr aus Pegnitz, um aktiv mitzuhelfen. Die junge Nele aus Nürnberg – aus dieser Region kamen besonders viele Besucher – blickte staunend auf den Ort und die vielen Lichter an den Hängen. Sie war mit ihren Eltern das erste Mal hier. Das Wetter meinte es in diesem Moment nicht wirklich gut. Unangenehmer Nieselregen setzte ein, konnte aber die Menschenmassen nicht beeindrucken.

Die Feuerwehren der Gemeinde sperrten die Ortsdurchfahrt. Wohltuende Ruhe breitete sich über den Ort und das Tal aus. Den Besuchern bot sich ein traumhaftes, friedliches Bild Obertrubachs, umgeben von den mit etwa 7000 Lichtern beleuchteten Hängen. Ortsbewohner hatten die Wachslichter über das Jahr hergestellt, verteilt und jetzt entzündet.

"Wohltuende Ruhe der Lichter"

Richtig eng wurde es im Ortszentrum, als die Gläubigen sich zur Prozession formierten. Die Jugendblaskapelle begleitete den Zug musikalisch. Diakon Wohlfahrt trug die Monstranz durch den Ort. Das war der Wunsch von Pfarrer Werner Wolf, der sich im Oktober 2019 aus Altersgründen nach 38 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hatte.

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Bengalische Feuer und brennende Holzscheite erhellen den Himmel über der Fränkischen Schweiz, wenn die Kirchengemeinden in den Wintermonaten ihre traditionellen Lichterfeste begehen. Eine Übersicht der Termine über die Prozessionen zur Ewigen Anbetung gibt es hier.


Wenigstens hörte es auf zu regnen, als die Gläubigen, teilweise Lichter tragend, durch den Ort in Bewegung setzten. Die Häuser waren mit bunten Lichtern geschmückt. Aufmerksam blickte ein älterer Mann, der aus Amberg extra angereist war, der Prozession hinterher. "Letztes Jahr besuchte ich erstmals die Lichterprozession in Pottenstein, diese hier in Obertrubach empfinde ich viel inniger. Nicht die Größe der Lichter, sondern die wohltuende Ruhe macht es aus ", sagte er voller Überzeugung.

Religiösen Kern betont

Eine Folge von Pfarrer Wolf, der in früheren Jahren immer Wert darauf legte, den religiösen Kern der Ewigen Anbetung zu betonen, Spiritualität und Besinnlichkeit. Mit einer Fahnenparade endete die Veranstaltung. Pfarrer Stark lud die Ehrengäste zu einem persönlichen Umtrunk in der Begegnungsstätte. Ein Brauch, den schon sein Vorgänger pflegte.

"Traditionen geben Sicherheit in unruhigen Zeiten", meinte Pfarrer Stark lächelnd und gestand ein, dass diese große Veranstaltung bei ihm schon etwas Spannung erzeugte. Aber in Obertrubach gibt es noch eine intakte Gemeinschaft, die anpackt, wo es nötig ist. Bürgermeister Grüner lud anschließend als Gastgeber der Gemeinde Obertrubach in die benachbarte Gaststätte "Fränkische Schweiz". Dabei vergaß er auch die "Zündler" nicht. Das sind alle die Helfer, die sich für die Beleuchtung der Umgebung engagieren.

FRANZ GALSTER

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