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Streit um Brech- und Siebanlage in Lilling: Beschluss vertagt

Heiko Kracker: Eine solche Anlage sei "Gift für die Wohnbebauung dort" - 10.05.2021 08:03 Uhr

Eine Brech- und Siebanlage kann unter anderem zur Herstellung von Schotter verwendet werden. Der Plan, eine solche Anlage in Lilling zu installieren, ist im Stadtrat umstritten. 

09.05.2021 © Oleg Begunenco/colourbox.de


Denn geplant ist neben Lagern für Erdreich und Schotter die Errichtung einer Brech- und Siebanlage am Ortsrand. Diese soll zwar nur "an einigen Tagen im Jahr" laufen, wie es in der Sitzung hieß, dann aber bis zu 11 Stunden lang. Hans Derbfuß (CSU) begrüßte das Vorhaben: Der Betrieb habe klein angefangen und die Planung für die Erweiterung sei "zukunftsweisend". Auch Alfred Lanzendörfer (SPD) zeigte sich offen dafür: "Auf die paar Quadratmeter kommt es auch nicht mehr an."

Das sah Christoph Kasch (GBL) anders: "Ein Gewerbegebiet in der Form hat dort eigentlich nichts zu suchen." Die Stadt solle stattdessen definieren, wo sich ein Gewerbe entwickeln könne und wo nicht. Dem stimmte Matthias Striebich (Grüne) zu: "Die Stadt hat eine Planungshoheit und die sollten wir nutzen." Immerhin solle im Dorf Lilling eine erhebliche Lärmquelle entstehen. Striebich machte den Vorschlag, lediglich die geplanten zwei neuen Hallen zu erlauben, nicht jedoch die Brech- und Siebanlage.

Erst vier Fragen klären

Werner Wolf (FW) fragte sich, ob eine Brech- und Siebanlage, die nur an wenigen Tagen im Jahr laufen soll, wirtschaftlich betrieben werden könne. Heiko Kracker (GBL) forderte, die gesamte Stadt Gräfenberg im Auge zu haben "und nicht Partikularinteressen zu folgen." Eine Brech- und Siebanlage sei sehr laut und "Gift für die Wohnbebauung dort."

Mit 16:0 Stimmen votierte der Stadtrat dafür, die Entscheidung über die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zu vertagen. Durch die Verwaltung sollen zunächst vier Fragen geklärt werden: 1) Könnte auf die Stadt eine Erschließungspflicht für das kleine Gewerbegebiet zu kommen, weil es aktuell nur über einen Flurweg zu erreichen wäre? 2) Kann die Errichtung einer Brech- und Siebanlage etwa im Bebauungsplan ausgeschlossen werden? 3) Kann die Zahl der Tage, an denen die Anlage laufen darf, im Vorhinein festgeschrieben werden? 4) Kann der Bauherr in die Pflicht genommen werden, auf den Dächern der Hallen Photovoltaik-Anlagen zu installieren? Bürgermeister Ralf Kunzmann will außerdem ein Stimmungsbild der Lillinger einholen.

100.000 Euro gespart

Für das im Ortsteil Lillinger Höhe geplante Wohnbaugebiet hatte das Landratsamt Forchheim die Einrichtung einer Abbiegerspur auf der Ortsdurchfahrt ins Gespräch gebracht. Diese würde allerdings nach Angaben von Kunzmann rund 100.000 Euro kosten. Nun hat die Stadt eine Verkehrszählung vornehmen und eine Studie erstellen lassen. Das Ergebnis: Pro Tag ist mit weniger als 20 Abbiegern an dieser Stelle zu rechnen. Damit, so Kunzmann weiter, könne auf die Abbiegespur verzichtet werden.

MARTIN REGNER

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