Helfer gesucht

Sturzlos glücklich ist das Ziel für Forchheim

21.9.2021, 10:00 Uhr
Sturzlos unterwegs sein: Das beginnt schon mit einer Übung mit Fabiola Reges-Huber im Sitzen. 

 

Sturzlos unterwegs sein: Das beginnt schon mit einer Übung mit Fabiola Reges-Huber im Sitzen.    © Udo Güldner, NN

Am liebsten möchte man mal wieder nach draußen. Freunde besuchen, ein Konzert erleben, einfach ein wenig herumspazieren. Doch die wenigen Treppenstufen an der Haustür sind ein unüberwindbares Hindernis. Man ist eben keine 50 mehr. Die Muskeln lassen einen im Stich. Schon das Aufstehen fällt schwer. Mit dem Gleichgewicht wird es auch immer schwieriger. Und die Kraft für längere Wegstrecken ist auch nicht mehr da. Hinzu kommt die Angst vor Stürzen. Man hat ja von Bekannten gehört, dass die danach nur schwer wieder auf die Beine gekommen sind. Manch einer hat sich vom Hinfallen und den Verletzungen gleich gar nicht mehr erholt.

Bewegungshelfer begleiten schrittweise

So bleibt man sicherheitshalber in den eigenen vier Wänden. Diese Menschen aus der Isolation zu holen, ist das Ziel der Bewegungshelfer. Sie kommen einmal in der Woche und üben mit den älteren Leuten, die noch keine Pflegestufe haben und deswegen durch das Raster fallen. Eine ganze Stunde lang. Wie man die Muskulatur stärkt. Wie man wieder gangsicher wird. Wie man Stufen erklimmt. Dafür gibt es kleine Übungen. Auf einem Bein balancieren; im Sitzen die Beine heben, mal mit Gewichtsmanschetten, mal ohne; Kniebeugen machen; rückwärts gehen. Das Ziel ist mehr Sicherheit und mehr Unabhängigkeit.

Damit es genügend dieser ehrenamtlichen Bewegungshelfer gibt, sollen diese nun ausgebildet werden. Zwei ganze Tage dauert der Lehrgang voller praktischer Übungen. Da erfährt man dann von der Heilpraktikerin Fabiola Reges-Huber und der examinierten Krankenschwester Anja Schick, die seit 17 Jahren als Lehrkraft für Pflegeberufe tätig ist Beide haben einige Erfahrung in diesem Bereich.

Reges-Huber betreut schon einige Jahre die Senioren-Gymnastik des 1. FC Burk und die „Bewegung im Freien“, die sich seit drei Jahren zu leichten Übungen auf dem Spielplatz an der von Ketteler-Straße trifft. Sie hat auch schon in München Lehrgänge zur Sturzvermeidung gegeben, vermehrt aber, seitdem sie vor zehn Jahren ihre Praxis in Burk eröffnet hat.

Die Liste ist schon voll

Sie kümmert sich aber auch um Seniorinnen und Senioren, die noch aus eigener Kraft ins Bürgerzentrum kommen können. Auch sie trainieren. So viele Interessierte gibt es, dass die Warteliste für den Herbst jetzt schon voll ist. Schick ist außerdem Psycho-Gerontologin und möchte den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmen den Zusammenhang zwischen Sturzangst und tatsächlichen Sturzereignissen, sowie mögliche Sturzfolgen mit Hilfe eines kurzen Fallbeispiels aus der Praxis darlegen. Zudem geht es um mögliche Maßnahmen zur Sturzprävention. Um ehrenamtlicher Bewegungshelfer zu werden, braucht man keinen medizinischen Beruf erlernt oder eigene Angehörige mit Bewegungseinschränkungen zu haben. Es können durchaus auch Seniorinnen und Senioren mitmachen, die noch fit genug sind.

Fabiola Reges-Huber gibt auch Tipps für den Alltag.

 

Fabiola Reges-Huber gibt auch Tipps für den Alltag.   © Udo Güldner, NN

Die Übungen sind nicht nur etwas für die Generationen 60+ oder 70+. Sie bringen selbst über 80-jährigen Menschen noch etwas. Das haben Wissenschaftler der Otago University in Dunedin/Neuseeland herausgefunden. Mitunter erfasst die Freude an der Bewegung sogar Rentnerinnen und Rentner mit Rollator. Besonders wichtig ist Reif das Angebot, da die Corona-Beschränkungen die Mobilität der älteren Menschen nicht unbedingt gefördert hat.

Die beiden Kurstage sind Samstag 6. und 13. November 2021, jeweils 9.00-15.30 Uhr. Eine Info-Veranstaltung für Interessierte findet am Dienstag 19. Oktober, um 14.30 Uhr im Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus, Paul Keller-Str. 17, Forchheim statt. Anmeldung und weitere Informationen über Kathrin Reif unter Tel. 09191/61 55 287 oder per Mail mgh@forchheim-nord.de

Fabiola Reges-Huber gibt einige praktische Tipps, um Stürze zu vermeiden:

  • Rutschige Fußböden, lose herumliegende Teppiche oder Treppenstufen mit Blumentöpfen sind gefährlich. Lieber auf Liebgewordenes verzichten und dafür mehr Sicherheit bekommen.
  • Wo irgend möglich, sollte man Handläufe anbringen. Denn oft bekommt man als Senior oder Seniorin Probleme mit dem Kreislauf oder Schwindelanfälle. Dann kann man sich besser auf den Beinen halten.
  • Auch im Garten gilt es, Stolperfallen, etwa schiefe oder lose Steinplatten zu vermeiden. Überhaupt ist festes Schuhwerk ganz wichtig, auch innerhalb der Wohnung. Keinesfalls irgendwelche Schlappen oder Pantoffeln, die hinten offen sind.
  • Wenn man nachts aufstehen muss, dann sollte man Licht anmachen. Denn im Alter sieht man sowieso schlechter. Und wenn man dann etwas im Weg hat liegen lassen...

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