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Tote Forellen in der Lillach beschäftigen die Polizei

"Sehen wie aufgefressen aus": Pächter vermutet, dass jemand Säure in das Wasser geleitet hat - 21.12.2018 16:01 Uhr

Eine tote Forelle treibt in der Lillach. Der Besitzer der Fische, Jens Bauer, hat die Wasserschutzpolizei informiert. Auch eine tote Ratte hat Bauer schon gesehen.


Zum wiederholten Mal sind wie verätzt aussehende, tote Forellen in der Lillach in Dorfhaus gesehen worden. Jens Bauer, der Pächter des Gewässers, vermutet, dass die Fische mit Säure im Wasser verätzt worden sind. Zumindest sehe die Haut wie aufgefressen auf, findet der Dorfhauser. Nachdem er erneut tote Tiere aufgefunden und schon öfter weiß gefärbtes Wasser fließen gesehen hat, hat er die Wasserschutzpolizei und das Landratsamt informiert. Auch Vertreter vom Wasserwirtschaftsamt waren vor Ort. Die Experten halten es für möglich, dass es sich um einen Bakterienfall handelt. Allerdings: "Das Krankheitsbild habe ich auch noch nicht gesehen", sagt Elmar Mackert, Leiter der Wasserschutzpolizei.

Anfang August war Bauer zum ersten Mal von Anwohnern in Dorfhaus informiert worden, dass einige seiner Forellen tot im Bach liegen. Vor einem Jahr hat der 31-Jährige das Gewässer von der Gemeinde gepachtet und setzt dort regelmäßig ungefähr 100 Forellen ein. Das haben schon die Vorpächter getan — sein Großvater, Urgroßvater und auch der Patenonkel. "Es sieht einfach schön aus, wenn Fische dort schwimmen", sagt Bauer.

Die Lillach verläuft von der Quelle bis zur Ortsmündung Weißenohe. Im letzten Bereich in Dorfhaus misst das Wasser derzeit fünfzehn Zentimeter. Die leblos treibenden Fische sind deshalb gut sichtbar. Seit Ende Juli/Anfang August seien immer wieder tote Forellen im Bach und auch eine tote Ratte gesichtet worden, so Bauer.

Eingetrübtes Wasser: Mit dem Fischsterben soll das nichts zu tun haben. Experten haben Ergebnisse einer ersten Wasserprobe vorgestellt. © Fotos: Petra Malbrich


Nicht nur wegen der aufgefressen wirkenden Haut der Fische vermutete Bauer den Einsatz von Säure. "Die Strömung trifft zuerst auf den Kopf" und dort waren die Verätzungen zuerst sichtbar. Dann erst zogen sie sich über den gesamten Körper. Zudem sei Säure im Wasser nicht sichtbar.

Es soll auch schon Farbe im Wasser beobachtet worden sein. Dass die etwas mit dem Fischsterben zu tun habe, glaubt Bauer nicht. Die Wasserschutzpolizei glaubt derzeit nicht an die Säure-These. "Säure kann nicht einen Fisch verätzen und andere nicht", erklärt Mackert. In dem Bereich der Lillach trieb jedoch ein toter Fisch neben einem lebendigen. In einem von Säure verseuchten Bereich müsste das gesamte Areal betroffen sein. Alle Fische, auch arten-übergreifend, würden dem zum Opfer fallen.

Trockenheit ein Problem?

Messungen zur Wasserqualität bestätigten: "Der PH-Gehalt, der Sauerstoffgehalt und die elektrische Leitfähigkeit waren in Ordnung", so Mackert. Man gehe deshalb von einer Krankheit aus. "Ob es eine bakterielle Krankheit ist, muss noch geprüft werden", sagt Mackert. Ungewöhnlich sei das nicht. In der Natur komme es immer wieder zu Pilzbefall oder Bakterien, die auch die Kiemen befallen. Eine zusätzliche Rolle könne die trockene Witterung den Sommer hindurch spielen. "Dann haben die Gewässer zu wenig Frischwasserzufuhr", sagt Mackert. Dadurch sei die Keimbelastung im Boden höher und zu wenig Sauerstoff im Wasser.

Dass das seltsame Fischsterben alle zwei Monate auftauche, sei auch erklärbar. Breche die Krankheit aus, verenden etliche Tiere, woraufhin die Welle abebbt ab mit erneut infizierten Fischen wieder um sich greife. Einer Verätzung ähnele das Erscheinungsbild der toten Fische nicht.

Derzeit klärt die Fischereiaufsicht die Ursache ab. Die Suche nach der Krankheit sei nicht einfach. Nach dem Tod der Fische setze die Zersetzung ein, wodurch es schwer sei, ein genaues Bakterium zu benennen. Für Jens Bauer bleibt eine Hoffnung: Keine toten Fische mehr zu finden.

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PETRA MALBRICH

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