Sonntag, 11.04.2021

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Trampen ist mehr als Daumen hochhalten

Anhänger spezieller Sportart machten Fränkische Schweiz zum Wettbewerbsgebiet - 06.05.2014 12:00 Uhr

Craig (li.) aus Leipzig und Felix aus Köln waren im Rahmen ihres Sporttrampen-Wettbewerbs vier Tage lang in der Fränkischen Schweiz unterwegs. Sie fanden dabei nicht nur Gefallen an Osterbrunnen, sondern auch an Landschaft, Bratwurst und Bier.

05.05.2014 © Rolf Riedel


Trampen ist eine Art, sich fortzubewegen. Und ja, es kann sogar als Wettstreit ausgelegt werden. So vereint Sporttrampen die Erkundung und Orientierung im Gelände miteinander. In Russland gibt es seit den 1970er Jahren eine Form von Wettkampf, bei dem bestimmte Distanzen per Anhalter zurückgelegt werden müssen, um zu gewinnen.

Neben dem Trampen gehören noch eine Reihe anderer Komponenten zum Sport, darunter klassische Geländeorientierung und Navigation auf teilweise unwegsamen Terrain. Ähnlich wie bei einer Rallye müssen vorgeschriebene Kontrollpunkte absolviert werden, die sich teils entlang einer bestimmten Route oder Straße befinden, oder aber auch in Wäldern oder anderem Gelände aufgespürt werden müssen. Diese können in beliebiger Reihenfolge erreicht werden, gefragt ist hier besonders die kognitive Leistung des Teilnehmers, die jeweils beste Route per Anhalter im voraus zu planen.

Abenteuerlichere Form

Das Trampen — für manche schon abenteuerlich genug — soll damit zu einer abenteuerlicheren Form gemacht werden. Es erfordert von den Teilnehmern mehr, als nur entlang einer Straße den Daumen hoch zu halten. Auch die Analyse von Verkehrsströmen oder die perfekte Planung der gewählten Strecke sind am Ende die Faktoren, die zum günstigsten Ergebnis führen. Das Ganze wird mit einem Bewegungsaspekt verbunden und in Form von Wettkämpfen ausgelebt.

Zum ersten Mal wurde nun die Fränkische Schweiz Zielgebiet der Deutschen Trampsport Gemeinschaft. Mit dabei waren Felix aus Köln und Craig aus Leipzig. Beides Studenten, die mit weiteren zehn Teilnehmern vom 1. bis 4. Mai in der Fränkischen Schweiz unterwegs waren. Gekommen waren sie über die Autobahn A 9 über Pegnitz. Auf ihrem Weg über Igensdorf nach Eckental mussten sie dort als Kontrollpunkt den Bahnhof ansteuern. Vorgegeben war, auf Gleis 1 vor dem letzten Beleuchtungsmast durch ein Foto ihre Anwesenheit zu dokumentieren. Dann mussten sie an der B 2 entlang wieder über Igensdorf nach Pegnitz, wo der nächste Kontrollpunkt wartete. Sie waren sehr froh, ein Stück des Weges wieder zurück gelegt zu haben, nachdem sie viel Geschmack an den fränkischen Bratwürsten und dem süffigen Bier gefunden hatten.

EU fördert Aktion

Die Teilnehmer an solchen Rallyes, die nicht nur aus allen Gegenden Deutschlands kommen, sondern aus ganz Europa sollen durch diese Art der Fortbewegung neue Gebiete erkunden und unbekannte Regionen kennen lernen. Die Strecke ist vorab festgelegt und unveränderlich. Es gibt einen Start- und Endpunkt sowie bestimmte Kontrollpunkte, die in einer bestimmten Reihenfolge passiert werden müssen. Entlang der Strecke ist es den Teilnehmern nicht erlaubt, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Das führt zum Ausschluss aus dem Wettbewerb. Die EU unterstützt das Projekt im Rahmen von „Jugend in Aktion“.

ROLF RIEDEL

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