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Dienstag, 16.07.2019

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Treffen von 100 Roller-Fans aus Europa in Egloffstein

Treue Anhängerschar traf sich zum Fachsimpeln und Ausfahrt in Fränkische Schweiz - 03.06.2019 05:50 Uhr

Was für ein Gruppenbild: Aus ganz Deutschland, Belgien, Holland, England, Slowenien und der Schweiz waren rund 100 Bella-Roller-Fahrerinnen und -Fahrer nach Egloffstein gekommen. © Foto: Rolf Riedel


Fritz Neumeyer hätte seine helle Freude an dem Anblick gehabt, der sich beim Zündapp-Bella-Treffens in Waischenfeld und der Ausfahrt durch die Fränkische Schweiz bot. Auf dem Parkplatz des "Café Mühle" in Egloffstein kamen zum Mittagsstopp etwa 100 Roller vom Typ "Bella" des Herstellers Zündapp zusammen, die aus ganz Deutschland, Belgien, Holland, England, Slowenien und der Schweiz gekommen waren.

Auf Initiative von Michael Wirth, dem Tourismuschef des Luftkurortes, wurde Egloffstein als Anlaufpunkt ausgewählt, weil der Firmengründer von Zündapp, Friedrich Nemeyer im Jahr 1875 hier geboren worden war.

1917 gegründet

Im Jahr 1917 gründete Neumeyer zusammen mit Partnern in Nürnberg die Firma Zündapp. Von 1953 bis 1964 wurden in Nürnberg und München insgesamt etwa 130 000 dieser besonderen Zweiräder gebaut. Der Einzylinder-Zweitaktmotor der Bella entspricht weitgehend dem auch in einem Motorrad vom Typ DB 204 verbauten Antrieb mit Querstromspülung, der Hubraum betrug anfänglich nur 147 Kubikmeter.

Anfangs wurde der Motor mit einem Kickstarter angelassen, ab 1955 gab es einen elektrischen Starter. Auch sonst fanden sich bei den Modellen ab diesem Jahrgang weitere Verbesserungen wie der Startvergaser, der das "Fluten" der Schwimmerkammer mit dem "Tupfer" überflüssig machte.

Die Kühlung besorgte der Fahrtwind, der über den vorderen Kotflügel durch einen Mitteltunnel einfloss. Der am meisten gebaute Bella-Typ, das Modell R 200 mit Kickstarter und 198 Kubikmeter-Motor, war auch in Egloffstein stark vertreten. Auch einige Typen des Bella-Rollers waren mit Seitenwagen oder Anhänger nach Egloffstein gekommen.

Küchla und Gulaschsuppe

Die Familie Wirth hatte zur Stärkung der Bella-Fahrer ihr Backhäuschen geöffnet, dort konnten sich die Gäste auch neben den klassischen Bäckereiprodukten, mit frischen Küchla oder Gulaschsuppe und Hackfleischbrötchen stärken. Michael Wirth hatte einen Infostand aufgebaut, an dem die Gäste alles über den Erbauer ihrer Fahrzeuge erfahren konnten.

1924 erwarb Neumeyer in seinem Heimatort die ehemalige Färberei und Gerberei und ließ beide Häuser grundlegend sanieren. Das sogenannte Neumeyerhaus, die ehemalige Gerberei, nutzte die Familie des Firmengründers fortan als Wochenenddomizil, heute befinden sich dort Ferienwohnungen.

Die Marktgemeinde Egloffstein hat eine Straße, Anhöhe und einen Steg über die Trubach nach ihrem Mäzen, Geheimrat Fritz Neumeyer benannt. Neumeyer verstarb 1935, seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Egloffsteiner Friedhof.

Treue Anhängerschar

Das ehemalige Gerberhaus und das Färberhaus sind dirket neben dem "Café Mühle" der Familie Wirth. Der jetzige Eigentümer ist Michael Wirth und zeigte viele Andenken wie das Gästebuch und historische Bilder.

Überhaupt war Fachsimpeln angesagt. Es ist eine treue Anhängerschar, die die Fahrzeuge meist von Vorfahren geerbt haben oder sich später einkauften. Schon immer sahen sie sich den etwas mitleidigen Blicken der Vespa- oder Lambretta-Fahrer ausgesetzt, was sie aber mit Stolz zu ertra-gen wussten.

Viele äußerten sich anerkennend über den Streckenverlauf und die herrlichen Ansichten, die sich ihnen boten, und versicherten vor ihrer Weiterfahrt, eine weiteres Mal wiederkommen zu wollen. 

ROLF RIEDEL

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