Trotz Corona: Ebermannstädter hat "Weltumradlung" fest im Blick

Philipp Rothenbacher 2019
Philipp Peter Rothenbacher

Nordbayerische Nachrichten Forchheim-Ebermannstadt

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26.6.2020, 12:28 Uhr
2019 radelte Jürgen Pöhlmann 3700 Kilometer in 19 Tagen durch Sibirien, von Jekaterinburg bis an den Baikalsee. Bei dieser Tour folgten auf Waldbrände Flutkatastrophen.

2019 radelte Jürgen Pöhlmann 3700 Kilometer in 19 Tagen durch Sibirien, von Jekaterinburg bis an den Baikalsee. Bei dieser Tour folgten auf Waldbrände Flutkatastrophen. © Jürgen Pöhlmann

Es nur schlüssig, wenn der Ebermannstädter Jürgen Pöhlmann im Januar 2021 unter dem Motto „Radfieber“ mit einer Art „Best of“ seiner Touren wieder Vorträge im Landkreis hält. „Die finden auf jeden Fall statt, freilich unter den entsprechenden Corona-Hygieneregeln“, sagt er. Wovon Pöhlmann dann aber nicht erzählen kann, ist seine eigentlich für heuer geplante Radtour nach Peking, einem wichtigen Baustein seiner „Welt-Tour“.

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie hätten ihm die chinesischen Behörden das Visum verweigert, „weil man in China als Ausländer nicht mehr individuell mit dem Fahrrad herumreisen darf“, erzählt der 58-Jährige.

Kurzerhand plante Pöhlmann um, visierte eine Tour durch Russland an, von Irkutsk am Baikalsee bis ins rund 3800 Kilometer entfernte Wladiwostok am Pazifik beziehungsweise am Japanischen Meer. „Und dann kam Corona in Russland an.“ Die Folge: Einreise nur noch für Geschäftsleute und Co. mit triftigem Grund, Individualreisende wie er wären zur zweiwöchigen Quarantäne verpflichtet gewesen.

Eine Zeit in Untätigkeit, die Pöhlmanns Reiseziel angesichts eines Drei-Wochen-Visums unmöglich gemacht hätte. „Außerdem gilt ja weiterhin die Reisewarnung für Russland. Gerade für mich, der dann in abgelegenen Gebieten unterwegs ist, wäre das Risiko viel zu groß“, erzählt er.

Unerschütterlicher Optimist

Aber der unerschütterliche Optimist Pöhlmann („Ich wurde ausgebremst, bin aber ungebremst zuversichtlich“) denkt mitnichten an ein tourloses Jahr 2020. Für Mitte August plant er einen innereuropäischen Trip – mit für ihn wohl nur schlappen 2600 Kilometern.

Fünf Länder will er dabei anfahren, über den Brenner nach Brixen in Südtirol, dann über die Berge nach Kärnten, von dort ins slowenische Maribor, weiter um den ungarischen Plattensee herum, durch die Slowakei ins tschechische Ostrava und schließlich über Pilsen zurück nach Ebermannstadt. „Das ist meine dritten geplante Tour in diesem Jahr und ich hoffe, dass sie auch wirklich stattfinden kann.“

Fit genug ist Pöhlmann jedenfalls. Das Training habe trotz (oder sogar wegen) des Corona-Lockdowns bestens geklappt, berichtet er. „Radeln war ja erlaubt und ich habe die Radwege und Städte bei uns noch nie so leer erlebt.“

Pandemie hin oder her: Sein großes Ziel – die Weltumrundung auf dem Fahrrad, noch vor dem Eintritt ins Rentenalter – hat Jürgen Pöhlmann weiter fest im Blick. Dazu fehlen ihm noch eine Etappen durch Russland und zwei Etappen durch Nordamerika. „Wir werden sehen, ob ich 2021 wieder durchstarten kann.“

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