"41 unversorgte Bewerber im Landkreis Forchheim"

Trotz Rekordzahlen keine Entwarnung: Weiterhin sind viele Ausbildungsplätze in Forchheim unbesetzt

Redaktion Nordbayerische Nachrichten

15.9.2022, 06:59 Uhr
Wer wie Pascal Brungs neben der Ausbildung das Fachabitur abschließt, kann sich später gute Berufschancen ausrechnen.

© Henning Kaiser/dpa-tmn Wer wie Pascal Brungs neben der Ausbildung das Fachabitur abschließt, kann sich später gute Berufschancen ausrechnen.

250 neue Ausbildungsverträge im Landkreis Forchheim bis Ende August: Das sind 43 mehr als im Vorjahr, was einem Zuwachs von 21 Prozent entspricht. „Damit ist der Landkreis Forchheim die einzige Teilregion Oberfrankens, wo die Zahl der Neueintragungen auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit liegt”, macht Michael Waasner, IHK-Präsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Forchheim, deutlich.

„Dass es trotzdem keinen Grund zur Entwarnung gibt, liegt daran, dass die IHK-Ausbildungsbetriebe gerne noch viel mehr Auszubildende einstellen würden”, so Waasner. Das zeigen auch die Zahlen der Agentur für Arbeit. Aktuell sind dort für den Landkreis Forchheim 41 unversorgte Bewerber gemeldet. Dem stehen 243 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Pro unversorgtem Bewerber gibt es fast sechs freie Ausbildungsstellen

„Im Endeffekt stehen also im Landkreis Forchheim jedem unversorgten Bewerber rechnerisch 5,9 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber”, so Waasner. Dass Fachkräfte fehlen, bekommt inzwischen auch der Endverbraucher zu spüren: Geschäfte, die früher schließen, Gaststätten, die seltener öffnen oder Produkte, die verspätet zugestellt werden, sind das Ergebnis. Bemerkbar ist das auch in der Stadt Forchheim. Geschäfte schließen teilweise schon am Nachmittag oder früher als bisher in den Abendstunden.

Auch wenn die Konjunktur extrem angespannt ist, Fachkräfte werden weiterhin händeringend gesucht, ist sich der IHK-Präsident sicher. Er lobt die bayerische Staatsregierung, die etwa im Rahmen der Hightech Agenda Bayern sehr viel Geld in die oberfränkische Hochschullandschaft investiert habe, heißt es in der Pressemitteilung der IHK.

Wer noch keine Lehrstelle gefunden hat, hat auch nach dem offiziellen Bewerbungsschluss noch gute Chancen

Umso wichtiger sei es, nun auch in den beruflichen Nachwuchs zu investieren, etwa indem man die Berufsorientierung gerade in den Gymnasien und Realschulen deutlich stärker in die Lehrpläne aufnehme. „Die Schülerinnen und Schüler der Vorabschlussklassen brauchen mehr Orientierung”, so der IHK-Präsident.

„Der Ausbildungszug ist noch längst nicht abgefahren”, macht Bernd Rehorz deutlich, IHK-Bereichsleiter Berufliche Bildung. „Auch wenn das Ausbildungsjahr bereits am 1. September angefangen hat: Wer noch eine Lehrstelle sucht, sollte sich auf jeden Fall noch bewerben. Die hohe Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen zeigt deutlich, dass die Chancen sehr gut stehen.”

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