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Vernunft siegt in Buckenhofen über Spielfreude

Warum die Handballerinnen des SVB heuer der Bezirksliga einen Korb gaben - 17.12.2020 17:11 Uhr

Handball ist wichtig, aber nicht alles: Die Frauen des SV Buckenhofen (weiße Trikots) haben angesichts der Corona-Pandemie andere Prioritäten gesetzt.

17.12.2020


Darin befindet sich zuallererst ein Beitrag von Stephanie Knorz, einer der drei neuen Trainerinnen, der diese Entscheidung begründet – und ein gutes Beispiel für weibliche Intuition ist. Denn während viele Verbände auf Biegen und Brechen ihren Spielbetrieb durchziehen wollten, nach und nach aber vor der Corona-Wirklichkeit zurückweichen mussten und immer neue Szenarien entwarfen, wie es doch noch weitergehen könnte, zogen die Buckenhofener Ballwerferinnen schon vorab die Reißleine.

Denn für sie stand fest: Einen Start in die Handballsaison 2020/21 würde es für sie nicht geben! Laut Stephanie Knorz haben sich die „Mädels“ in einem Team-Meeting zusammengesetzt und das Thema „Corona“ und den vom BHV genehmigten Handballbetrieb ausführlich diskutiert. Hierbei seien sowohl viele Pro- als auch Kontra-Punkte gesammelt worden.

Nach Ansicht der SVB-Frauen stellte ein Spielbetrieb jedoch auch mit entsprechendem Hygienekonzept ein Risiko auf vielfachen Ebenen dar, welches die Mehrheit der Spielerinnen nicht bereit war einzugehen.
Als der wichtigste und letztlich auch entscheidende Faktor für eine Saisonabsage stellte sich die Gesundheit von Familie und Freunden heraus. Eine dauerhaft wechselnde Kombination aus Spielerinnen aus den eigenen Reihen, dazu ein nahezu wöchentlicher Austausch mit gegnerischen Mannschaften – da erkannte man, dass nur eine einzige infizierte Spielerin ein Garant für die weitreichende Verbreitung des Coronavirus im gesamten Liga-Umfeld und darüber hinaus in den jeweiligen Familien und Unternehmen werden könnte.


Aufgrund dessen entschied die Damenmannschaft zunächst, alle anstehenden Spiele auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Final wurde aus den Spielverlegungen ein Rückzug der Damenmannschaft aus der Bezirksliga, da anhand der steigenden Infektionszahlen und den damit einhergehenden restriktiven Maßnahmen der Politik frühzeitig zu erkennen gewesen sei, dass ein Spielbetrieb auch in den folgenden Monaten nicht möglich sein würde.

Wann es wieder weitergehen kann, zumindest mit dem Training, sei nicht absehbar, aber das Team ist dennoch von ihrem Trainerinnen-Trio dazu angehalten worden, sich individuell fit zu halten. Denn weiter Handballspielen wollen sie beim SVB schon – wenn Corona keine Gefahr mehr darstellt. Und vielleicht hat der Rückzug auch gar keine Folgen: wenn nämlich die Saison komplett ins Wasser fällt.

 

HOLGER PETER

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