Donnerstag, 04.03.2021

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Vor der Haushaltsberatung: Was sich laut den Parteien 2021 in Forchheim ändern soll

Fraktionen haben Wünsche für Projekte und Schwerpunkte geäußert - 23.01.2021 08:02 Uhr

Bereits in den 1970er Jahren hat die Stadt Pläne diskutiert und präsentiert, um die Hornschuchallee hin zu einer tatsächlichen Allee mit mehr Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Mehrere Stadtratsfraktionen wollen die Idee in diesem Jahr vorantreiben.

21.01.2021 © Foto: Edgar Pfrogner


"Das Leben ist kein Wunschkonzert." Hat wohl jeder schon mal gehört. Auch Forchheims Stadtratsfraktionen, die jedes Jahr ihre Wünsche kundtun. Sie tun das in Vorbereitung zur Haushaltsberatung. Im Februar kommen die Stadträte zu einer ganztägigen Sitzung zusammen, um darüber abzustimmen, was sich 2021 in Forchheim bewegen soll oder eben auch nicht. Zu tun hat das freilich immer mit Geld.

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Doch trotz Corona: Die Einnahmeseite der Stadt kränkelt nicht so stark wie befürchtet. Spielräume für Projekte sind vorhanden. Ein paar Takte Wunschkonzert dürfen also angestimmt werden. Zwar hat auch die NN-Redaktion keine Glaskugel, doch es gibt Indizien, was 2021 in Forchheim passiert: Punkte, die parteiübergreifend gewünscht werden, haben eine größere Chance, umgesetzt zu werden als andere.

Wohnen

Bezahlbarer Wohnraum, über das Stadtgebiet verteilt. Das wünschen sich alle Parteien. Warum es daran mangelt, darüber sind sich die Stadträte ebenfalls einig. Es fehlen Grundstücke in städtischer Hand. Stichwort Bodenbevorratung: Forchheim müsse mehr Grundstücke kaufen, um als Eigentümer der Flächen mehr Bauland auszuweisen.

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Die Freien Wähler sehen darin die Möglichkeit, sich weniger von Investoren abhängig zu machen. In Burk setzt sich die CSU für die Erschließung des Linsengrabens ein. Für Buckenhofen wünscht sich die SPD eine Entwicklung für das Gebiet "Tränklein". Der Bedarf nach Wohnraum ist hoch, die Nachfrage ist weitaus höher als das Angebot.

Feuerwehr

Als gesetzt darf ein neues Gerätehaus für die FFW Buckenhofen gesehen werden. Das haben alle Parteien auf dem Plan. SPD und FW betonen, auch einen neuen Standort für das Gerätehaus der Stadtfeuerwehr – bisher in der Egloffsteinstraße – heuer festlegen zu wollen.

Kultur

Unstrittig ist, dass das Kolpinghaus Kulturzentrum werden soll. Keine Unterstützung zeichnet sich für die Idee der Grünen ab. Sie wollen eine "provisorische Ertüchtigung" prüfen, damit das Haus vorübergehend für Kulturschaffende genutzt werden kann, bevor es zu einer Generalsanierung kommt. Das lehnen alle anderen Parteien ab. "Diese Planungen sind sofort zu stoppen und mit einem Realisierungswettbewerb für die Generalsanierung soll unverzüglich begonnen werden", sagt die CSU.

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Die Parteien wollen weder Zeit noch Geld verlieren. Vielen ist klar, dass es eine Interimslösung braucht, bis Rathaus und Kolpinghaus mit Kultur bespielt werden können. Auf wohl verlorenem Posten kämpft die SPD. Sie hält weiterhin an ihrer jahrelangen Forderung nach einer zusätzlichen Dreifachturnhalle fest – für Sport und Kultur. Gleiches gilt für den Vorschlag für ein Kulturzelt.


Hallo, Herr Deutsch: Das ist der Leiter des Forchheimer Kulturamts


Hornschuchallee

Die alten Pläne für eine Neugestaltung aus der Schublade holen und nach Jahren in die Tat umsetzen: Dafür sprechen sich Grüne ("steht dringend an"), Junge Bürger und FW konkret aus. Bereits in den 1970er Jahren diskutierte die Stadt über eine verkehrsberuhigte, "fußgängerzonenähnliche" Allee.

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Klima(schutz)

Wird aus den Bekenntnissen der Fraktionen Realität, macht die Stadt 2021 einen großen Sprung nach vorn. Die Grünen setzen das Thema an die erste Stelle und fordern eine/n Klimaschutzmanager/in, der/die in einem Klimaschutzkonzept festhält, was in der Stadt getan werden muss. Darüber hinaus schlägt die SPD einen 500 000 Euro schweren Klimaschutzfonds vor, mit dem konkrete Projekte unterstützt werden. Im Blick haben die Parteien die städtischen Gebäude: Für sie soll es eine energetische Überholung geben, der städtische Fuhrpark mit CO2-armen und Elektro-Antrieben ausgestattet werden.

Mobilität/Verkehr

E-Ladestationen fürs Bike und fürs Auto, Car-Sharing-Angebote, probeweise kostenloser Stadtbusverkehr, mehr Pendlerparkplätze, eine bessere Bus-Taktung, Ausbau und mehr Pflege von Radwegen und übergeordnet eine bessere Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel: All das soll auch im Rahmen des Verkehrskonzeptes Widerhall finden. Das Ziel: die Verkehrswende anschieben.

Kitas und Schulen

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Sollen weniger werden. Die Fußgängerzone und ihre Nebenstraßen sollen rollstuhlgerecht ausgebaut werden (fordern JB und SPD), die Freien Wähler fordern Hilfen für Menschen mit Seh-, Geh- und Höreinschränkungen.

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