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Warum das Forchheimer Kino abends das Licht anlässt

Inhaberin nimmt an Aktion teil - Virtuelle Berlinale - 26.02.2021 15:56 Uhr

Das Forchheimer Kino: Die Inhaberin hofft, bald wieder öffnen zu dürfen. 

06.05.2020 © Günter Distler


Am Sonntag, 28. Februar, gehen um 19 Uhr bundesweit in den Kinos die Lichter an. Auch das Forchheimer Kino macht bei der Aktion "Kino leuchtet. Für dich" mit, um auf die Perspektivlosigkeit der Kinos in der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen. Wie berichtet, ist die Lage für das Forchheimer Kino nicht einfach. Auch im Lockdown müssen Filme in den leeren Sälen laufen, sogenannte Geisterfilme: Wird die Technik nicht am Laufen halten, gehen die Anlagen kaputt.

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Das Kino Forchheim im Wandel der Zeit

1924 startete mit dem Apollo-Saal die Kinogeschichte Forchheim. 2001 baute das Familienunternehmen das Foyer um, 2008 hielt der digitale Wandel Einzug. Ein Blick hinter die Kulissen der Leinwände mit historischen Fotoaufnahmen. Im Mai 2019 überholte der Familienbetrieb zuletzt den größten der drei Kinosäle - das Union.


Am Vorabend der virtuellen Berlinale sollen die mehr als 300 geschlossenen Kinos in ganz Deutschland erstrahlen. Die Aktion lenkt den Blick auf die geschlossenen Kulturorte und appelliert an die Politik, nach vier Monaten der Schließung eine transparente und verlässliche Wiedereröffnungsperspektive zu ermöglichen.

Befürchtung: "Als einer der letzten wieder öffnen"

"Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 durften wir Kinos erst nach den Pfingstferien als einer der letzten Bereiche wieder öffnen. Wir befürchten, dass es heuer genauso sein wird. Bis jetzt wissen wir ja gar nichts", sagt Forchheims Kino-Inhaberin Manuela Dengler-Redlin. Was ihr besonders Sorge macht: "Es ist ja noch nicht mal eine Öffnung des Einzelhandels in Sicht und wir sind garantiert noch später dran." Seit vier Monaten ist das Kino, das es seit 1924 in Forchheim gibt, geschlossen. Dabei seien gerade Herbst und Winter sonst umsatzstarke Jahreszeiten.

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Historische Bilder: Als Kirk Douglas in Franken drehte

Kirk Douglas ist ein Hollywoodstar von Weltformat. Im Februar 2020 starb der Schauspieler im hohen Alter von 103. Seine Arbeiten führten Douglas in seiner Karriere auch nach Franken, wo er 1960 gemeinsam mit Christine Kaufmann für den Film "Stadt ohne Mitgleid" in Forchheim drehte. Der Streifen war sogar für den Oscar nominiert. Wir haben Impressionen!


Die Kino-Branche sei perspektivlos. "Eine Öffnung im Sommer wäre für uns schlimm. Da haben wir generell weniger Besucher", sagt Dengler-Redlin. Und wegen der Corona-Pandemie sei zusätzlich das Platzangebot beschränkt. Schon im vergangenen Sommer standen entsprechend der Auflagen nur 30 Prozent der Plätze in jedem Saal zur Verfügung. "Damit sind wir nicht wirtschaftlich."

Kino-Inhaber und Verleiher der Filmbranche wollen Perspektive

Bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz am kommenden Mittwoch solle es darum gehen, dass Kinos als Kultureinrichtungen einen vernünftigen Platz in einem Stufenplan bekommen, fordern die Initiatoren der Aktion "Kino leuchtet". Gerade in einer Krise könnten die Kinos risikoarme Orte der Begegnung und der Alltagskultur sein.

Die Kinos hätten ausgearbeitete Hygienekonzepte. "Besucherinnen und Besucher können gut Abstand zueinander halten", betont Dengler-Redlin. Auf ihrer Homepage listet die Kino-Inhaberin die Starttermine von Filmen ab Ende März, die sie von den Verleihern mitgeteilt bekam. "Wir sind startklar und warten mit tollen Filmen auf unsere Gäste."

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