Traktortour

Was essen wir und woher kommt es eigentlich?

25.7.2021, 20:00 Uhr
Vor dem Hofladen Fahner: Thomas Fahner und Doris Bachmeier mit Werner Nützel, Hermann Greif, Rosi Kraus und Reinhard Friedrich (v.li.).

Vor dem Hofladen Fahner: Thomas Fahner und Doris Bachmeier mit Werner Nützel, Hermann Greif, Rosi Kraus und Reinhard Friedrich (v.li.). © Rolf Riedel, NN

Die Verbraucher sollten die notwendige Orientierung erhalten, in einer Form der „Erklärtour“ sollte an herausgehobenen Plätzen direkt vor Ort gezeigt werden, was hinter der Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel steckt. Es ging im besonderen um die Erzeugung regionaler Lebensmittel.

Über der Tür der Absatz- und Verwertungsgenossenschaft für Obst und Gartenbauerzeugnisse in der Forchheimer Straße steht: „ Kirschen des Obstes Meisterstück, Fundament zu Geld und Glück“ und unter diesem Slogan haben sich etwa 800 aktive Obstbauern in dieser Erzeugerorganisation zusammen gefunden, die einschließlich Streuobstbeständen eine Fläche von rund 1250 Hektar und davon etwa 650 Hektar intensiv bewirtschaften.

Die durchschnittliche Anbaufläche pro Erzeuger: ein Hektar. Schon 2007 haben die Obstbaugenossenschaften AVG Igensdorf, Großmarkt Pretzfeld und die AVG Mittelehrenbach die Franken Obst GmbH ins Leben gerufen, eine zertifizierte Erzeugerorganisation nach EU-Recht. Die Anerkennung machte den Weg frei für zukunftsträchtige Investitionen.

Die Sicherung der Produkt- und Prozessqualität wird durch ein Qualitätsmanagementsystem überwacht und gesteuert. Auf der Erzeugerseite wurde ein Zertifizierungsverfahren mit dem Bayern-Siegel eingeführt.

Geschäftsführerin Tina Weishaupt empfing die stellvertretende Landrätin und Kreisbäuerin Rosi Kraus, den Vorsitzenden des Kreisverbandes Forchheim des Bayerischen Bauernverbandes Hermann Greif und seinen Stellvertreter Reinhard Friedrich und Werner Nützel, den Geschäftsführer des BBV. Rosi Kraus sieht eine nachhaltigere Ernährungsweise als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Besonders die derzeit im Vordergrund stehende stark pflanzenbetonte Ernährungsweise werfe viele offenen Fragen auf. Danach müsste der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen ungefähr verdoppelt werden, der Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbiert. Hermann Greif griff das Thema des Tierwohls auf, und stellte fest, dass man dies nicht zum Nulltarif haben kann.

Vor dem Obstmarkt Igensdorf: Reinhard Friedrich, Werner Nützel, Rosi Kraus,  Tina Weishaupt, Hermann Greif (v.li.)

Vor dem Obstmarkt Igensdorf: Reinhard Friedrich, Werner Nützel, Rosi Kraus,  Tina Weishaupt, Hermann Greif (v.li.) © Rolf Riedel, NN

Nach einer Betriebsführung ging es zum nächsten Veranstaltungsort, dem Obstbaubetrieb der Walter Fahner GbR. Geführt wird der inzwischen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts bestehende Betrieb von Doris Bachmeier – und ihrem Bruder Thomas Fahner. Beide sind Gärtnermeister der Fachrichtug Obstbau. Der Betrieb ist ganz auf die Mithilfe der Familie ausgerichtet, in der Erntesaison werden drei bis vier Erntehelfer beschäftigt.

Stark frequentiert ist der Hofladen. Daneben verarbeiten die Fahners ihr Obst zu naturtrüben Obstsäften, verschiedenen Sirups, Fruchtaufstrichen, Dörrobst, eingelegten Früchten und betreiben eine Brennerei. Daneben werden im Hofladen viele Erzeugnisse von befreundeten Landwirten angeboten. Doris Bachmeier besucht auch regionale Märkte.

Die Landfrauen werben dafür, dass der Einsatz regionaler Produkte auch verstärkt Eingang in die Außer-Haus-Verpflegung findet. Neben Restaurants könnten hier vor allem die Gemeinschaftsverpflegung in Mensen, Betrieben, Schulen und Kindertagesstätten eine Vorreiterrolle übernehmen.

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