Wasseraufbereitung ohne Chemie

1.6.2021, 18:20 Uhr
Umweltfreundlich gegen Keime und Co.: Die Aufbereitungsanlage im Einsatz.

© Foto: Aquaenergy GmbH Umweltfreundlich gegen Keime und Co.: Die Aufbereitungsanlage im Einsatz.

Das Gerät setzt dazu auf Elektromagnetismus, eine Spule erzeugt in einer bestimmten Zeit eine Frequenzsequenz. Mittels einer Bypass-Installation wird Wasser aus dem Kreislauf entnommen und von der PowerTube behandelt. Ein Rückspülfilter filtert anschließend die gelösten Stoffe heraus, übrig bleibt klares Wasser. "Der Vorteil daran ist: Die PowerTube läuft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr", erklärt Heike Schneider-Jenchen, geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens.

Im November 2020 wurde das Produkt weiterentwickelt und ist jetzt auch zur Algenbekämpfung einsetzbar. Dafür wurde Aquaenergy nun mit dem German Innovation Award in der Kategorie Machines & Engineering ausgezeichnet. "Das ist natürlich klasse, auch für den Standort Forchheim", meint Schneider-Jenchen.

Die Wurzeln des Unternehmens gehen 20 Jahre zurück, als Siegmar Kullack Aquanenergy gründete. "Damals noch mit Geräten, die anders ausgesehen haben", erinnert er sich. 2011 kam dann die Idee zur PowerTube, seit 2012 ist sie im Markt. "Unsere Kunden können dadurch zu 80 Prozent auf Biozide verzichten", sagt Kullack. Ganz ohne Biozide geht es bisher meist noch nicht, Unternehmen müssen aufgrund des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Biozide vorhalten, auch wenn die Aufbereitung chemiefrei mit der PowerTube passiert. Zum Einsatz kommt die Lösung größtenteils in der Industrie, sie wird hauptsächlich in Verdunstungskühlanlagen verbaut.

Gründer Siegmar Kullack und Geschäftsführerin Heike Schneider-Jenchen zeigen die „AE PowerTube“.

Gründer Siegmar Kullack und Geschäftsführerin Heike Schneider-Jenchen zeigen die „AE PowerTube“. © Foto: Julian Hörndlein

Aquanenergy ist mit der Lösung in ganz Europa unterwegs, aktuell wurde der südamerikanische Markt ins Auge gefasst. "Immer mehr Unternehmen haben Umweltabteilungen", erklärt Gründer Kullack. Viele Unternehmen möchten deshalb auf den Einsatz von Chemie verzichten. "Außerdem möchten sie verhindern, dass ihre Mitarbeiter mit Bioziden in Kontakt kommen", fügt Schneider-Jenchen an. Auch bei Projektplanung und Installation denkt Aquaenergy an den Umweltschutz. Möchte ein Kunde die PowerTube installieren, schickt Aquaenergy dazu eine vorprogrammierte Augmented Reality-Brille an den Standort.

Zu einem abgestimmten Zeitpunkt setzt der entsprechende Produktionsleiter die Brille auf sendet eine Aufnahme an Aquaenergy. Über eine Online-Besprechung können dann die Projektverantwortlichen in Deutschland die Gegebenheiten vor Ort erfassen und entsprechend planen.

Auch in der Wartung vermeidet Aquaenergy lange Fahrten: Durch eine App können sich die Techniker vor Ort mit den Aquaenergy-Mitarbeitern verbinden und eine Lösung finden.

Weitere Möglichkeiten

Aktuell plant das Unternehmen, neue Anwendungsfelder zu erschließen. So kann die PowerTube auch zur Reinigung von Heizungen von abgelagertem Magnetitschlamm eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass sie nicht aus Edelstahl gebaut sind. "Ältere Heizungen können damit sauber werden", sagt Kullack.

Neben diesem Anwendungsbereich gibt es weitere Felder wie die Landwirtschaft, in denen eine Wasseraufbereitung zu einem höheren Ertrag führt.

"Die Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft", ist sich Kullack sicher.

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