Sonntag, 18.04.2021

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Weilersbach: Mehrheit der Risikogruppe lässt sich gegen Corona impfen

Das Ehrenamt in Weilersbach lebt, vor allem in den schwierigen Pandemie-Zeiten - 12.02.2021 10:45 Uhr

Anton Weisel lässt sich impfen. Er ist 82 Jahre alt und mit seiner Frau Anna in die Turnhalle gekommen. Er hatte keinerlei Bedenken. 

11.02.2021 © Stefan Braun


Sehr langsam, in kleinen Schritten führte der junge Mann die Frau geduldig in die Turnhalle, half ihr gemeinsam mit einem Kollegen beim Desinfizieren der Hände und übergab schließlich die impfwillige Frau an eine/n der vier Mitarbeiter/innen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), die die Impfaktion vor Ort unterstützten.

Dies dauerte einige Minuten, der junge Helfer zeigte aber Geduld und Verständnis, drängte nicht zur Eile. Zu dieser Zeit, es war 10 Uhr, hatten sich bereits mehr als die Hälfte der angemeldeten 60 Senior/innen über 80 Jahre impfen lassen oder warteten kurz auf den kleinen Pikser. 

In Weilersbach hilft man sich gegenseitig, auch bei der Vor- und Nachbereitung des Impfens. 

11.02.2021 © Stefan Braun


Bevor es in die Impfkabine ging, überprüften Mitarbeiter des ASB die persönlichen Daten und glichen die Termine ab. Dies sei unter anderem für statistische Zwecke, so Laura Trummer vom ASB: „Die Impflinge wurden bereits im Vorfeld anhand eines Merkblattes informiert, doch auf Wunsch gibt der Arzt weitere Hinweise.“

Der Arzt, das ist Dieter Breit, Hausarzt in Weilersbach: „Es bestehen bei einem kleinen Teil der Leute noch Bedenken, doch alle sind kooperativ. Sie sind froh, dass die Impfung vor Ort stattfindet und teilweise auch durch den vertrauten Arzt durchgeführt wird. Zur Akzeptanz trägt auch die umfangreiche Aufklärung im Vorfeld bei“, sagt der Mediziner, nachdem bereits die Hälfte der angemeldeten Personen geimpft waren. „Ich hatte zunächst leichte Bedenken, denn ich habe chronische Bronchitis. Jetzt bin ich aber froh, dass ich da bin und auch sehr froh, dass es in Weilersbach stattfindet.“ Dies ist der Kommentar der 84-jährigen Helga Bauer vor der Impfung.

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„Ich fühle mich wunderbar“, sagte die rüstige Seniorin nach der kurzen Impfprozedur und verließ nach der obligatorischen Ruhephase gut gelaunt die Turnhalle. 82 Jahre alt ist Anton Weisel, der mit seiner 80-jährigen Frau Anna zur Impfung kam. Trotz mehrerer Operationen in den vergangenen Jahren, „unter anderem wurden mir drei Stents gesetzt“, hatte auch Anton Weisel keine Bedenken, sich in Weilersbach gegen Covid-19 impfen zu lassen. 

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Zum Impfen ins Mehrzweckhaus: Landkreis Forchheim organisiert Vor-Ort-Termine für Corona-Impfung

Als gemeinsame Aktion haben die Betreiber des Forchheimer Impfzentrums, der Landkreis sowie die Gemeinde Egloffstein einen ersten Termin für Corona-Impfungen vor Ort organisiert. Im Affalterthaler Mehrzweckhaus erhielten 117 Senioren über 80 Jahren aus dem Gemeindegebiet ihre erste Corona-Impfung. Inzwischen wurden in fast allen Gemeinden des Landkreises Impftermine angesetzt.


Der Ablauf in Weilersbach klappte sehr gut. 80 Prozent der Bürger, die, weil zur Prioritätsstufe gehörend, angeschrieben wurden, haben die Möglichkeit genutzt und sich vor Ort impfen lassen. „Diejenigen, die der Einladung nicht folgten, sind zum Großteil schon geimpft“, informierte Bürgermeister Marco Friepes im Beisein von Landrat Hermann Ulm, der prognostiziert, dass „wir den März schon noch benötigen werden, um im Landkreis alle Leute mit der Priorität eins geimpft zu haben“.

Sehr zufrieden war der Bürgermeister mit der Organisation: „Das hat super geklappt, nicht nur bei den Leuten heute hier vor Ort, sondern auch bei der Verwaltung, die die Termine koordiniert hat, beim Bauhof, der alles aufgebaut hat und auch wieder abbaut und nicht zuletzt auch bei den Putzfrauen, die vorher und nachher alles desinfizieren. Alle Rädchen haben sehr gut ineinandergegriffen.“

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In sechs Stufen zum Corona-Schutz: Durch das Impfzentrum in Forchheim

Mit einem großen Kraftakt haben das Technische Hilfswerk und mehrere Feuerwehren des Landkreises in den letzten Tagen das Forchheimer Impfzentrum im ehemaligen Schülerwohnheim "Don Bosco" eingerichtet. Es ist eines von zwölf in ganz Oberfranken und soll, wenn es in Betrieb geht, mindestens 300 Impfungen pro Tag schaffen. Am Mittwochabend gab eine erste Trockenübung – natürlich noch ohne den Impfstoff – um die Abläufe erproben und betrachten zu können. Die Nordbayerischen Nachrichten waren mit dabei und erklären, was die Impfwilligen dort erwartet.


Ein Lob bekamen Bürgermeister und die kommunalen Mitarbeiter vom früheren Gemeinderat. Rainer Hofmann, der seinen 95-jährigen Vater Konrad zur Impfung begleitete: „Das war eine tolle Organisation, alles hat wie am Schnürchen geklappt.“ „Als ich die Einladung bekam, musste ich nicht lange überlegen und sagte gleich zu“, ergänzte der älteste Weilersbacher, der an diesem Tag geimpft wurde.Die notwendige zweite Impfung in Weilersbach ist auf den 4. März terminiert.

Gegen 11 Uhr hatte der Andrang in der Turnhalle spürbar nachgelassen. Vier Mitglieder der FFW Weilersbach, die mit insgesamt acht Personen, darunter auch Kommandant Michael Henkel, präsent war, nahmen die letzten Senioren in Empfang, die jetzt noch zur Impfung kamen. 

„Bis 12 Uhr können noch Leute kommen, danach heißt es für uns aufräumen. Um 13 Uhr dürften wir dann mit allem fertig sein.“ Mit diesen Worten blickte ein junger Mann auf die noch kommenden zwei Stunden. Das Ehrenamt in Weilersbach lebt.

STEFAN BRAUN

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