Für Kinder gefährlich

Weißenohe: Am Meßnergraben fehlt Absturzsicherung

3.8.2021, 20:00 Uhr
An dieser Stelle ist der Mesnergraben mit einem Gitterost und einem Geländer gesichert. Am anschließenden Teilstück des Grabens fehlt allerdings die Absturzsicherung.

An dieser Stelle ist der Mesnergraben mit einem Gitterost und einem Geländer gesichert. Am anschließenden Teilstück des Grabens fehlt allerdings die Absturzsicherung. © Rolf Riedel, NN

Kämmerer Ernst Steinlein von der Verwaltungsgemeinschaft hatte aus den Ergebnissen der Jahre 2017 bis 2021 ein kleines Plus errechnet und diesen Überschuss in die Gebührenkalkulation für die Beitragsjahre bis 2025 eingerechnet und damit erreicht, dass der Gebührensatz von 4,95 Euro pro Kubikmeter (€/m³) beibehalten werden kann, was das Ratsgremium auch billigte. Der Zuschlag für Starkverschmutzer, das sind abwasserintensive Betriebe der Lebensmittel oder Getränkewirtschaft, wurde dabei berücksichtigt.

Auch der Erlass einer Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung war eine leichte Fingerübung. Die bestehende Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung der Gemeinde Weißenohe musste nur an den aktuellen Rechtsstand und an das Satzungsmuster des Bayerischen Gemeindetages angepasst werden. Auch die Einleitungsgebühr wurde geringfügig verändert. Der Gemeinderat Weißenohe stimmte in allen drei Fällen einstimmig zu.

"Ein ständiges Ärgernis"

Mehr Brisanz hatte da der Antrag eines Bürgers, der in der Sonnenleite das Anwesen Nr. 9 besitzt. Nach seiner Aussage stelle der direkt an seinem Anwesen vorbeifließende Mesnergraben ein ständiges Ärgernis seit vielen Jahren dar. Als Ursache nennt er die ständige Bauentwicklung im darüber liegenden Ortsteil Sollenberg der Stadt Gräfenberg, die seiner Ansicht nach bei Starkregenereignissen für immer wiederkehrende Sturzfluten im Mesnergraben sorgt.

Oberhalb des Durchlasses an der Sonnenleite 9 existieren zwei kleine Abschnitte, die sich gravierend unterscheiden. Das Teilstück unmittelbar nach dem Durchlass mit einer Länge von zirka acht Metern ist seit Jahren ordentlich befestigt und durch einen Gitterrost und ein Geländer abgesichert, sodass eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen werden kann.

Das daran anschließende Teilstück von etwa vier Metern Länge wurde in der Vergangenheit durch große Steinbrocken befestigt. Über die Jahre zeigte sich, dass diese Uferbefestigung immer wieder beschädigt wurde und deshalb eine Ausbaggerung und häufige Teilsanierungen notwendig wurden. Durch eine neuerliche Ausbaggerung und die damit entstandene Vertiefung und Befestigung ist der Graben nunmehr etwa zwei Meter tief und fällt fast senkrecht in die Tiefe. Jegliche Absicherungen fehlen.

Gefahrenlage schwer erkennbar

Die Gefahrenlage sei keineswegs offensichtlich erkennbar, zumal das untere Teilstück vorbildlich gesichert ist. Das Gelände hat eine starke Anziehungskraft auf Kinder (Park- und Spielfläche, Wasser, Grabensituation). Die Geländekante bzw. das Profil zum Graben hin sei sehr steil ausgeführt und die entstandene Absturzhöhe beträchtlich. Der Bürger forderte nun eine adäquate Absicherung dieses Teilstücks.

Der Antrag löste im Gremium eine rege Diskussion aus. Auch Gemeinderat und dritter Bürgermeister Thomas Windisch (UWG) konnte sich gut in die Situation einfühlen. Wie Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) feststellte, befinde sich der Mesnergraben im Eigentum der jeweils anliegenden Grundstückseigentümer, die deshalb auch für die Pflege und Sauberhaltung zu sorgen haben. Er sah daher keine Verpflichtung für die Kommune, tätig zu werden. Gegen die drei Stimmen aus der Fraktion der Grünen um Gemeinderat Norbert Weber folgte ihm der Gemeinderat. Trotzdem wollte der Bürgermeister die gefährliche Situation noch einmal dem Abwasserzweckverband vortragen.

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