Spezialtechnik

Wertvolle Technik: Was kostet eigentlich ein Feuerwehrauto?

Martin Regner
Martin Regner

Nordbayerische Nachrichten

E-Mail zur Autorenseite

27.5.2021, 06:00 Uhr
Ein neues Feuerwehrfahrzeug wie das

Ein neues Feuerwehrfahrzeug wie das "LF 20 KatS" aus Ebermannstadt kostet leicht sechsstellige Eurobeträge. Wir nehmen die einzelnen Kostenpunkte unter die Lupe.  © Anestis Aslanidis

Ganz abgesehen von ihrem unschätzbaren Wert für die Rettung von Menschenleben und Sachwerten in Notfällen, können neue Feuerwehrfahrzeuge je nach Größe und Ausstattung bis zu eine halbe Million Euro kosten. Drehleitern auch mehr. Wir haben deswegen mal genau hingeschaut: Was kostet so ein Feuerwehrfahrzeug eigentlich im Detail? Und wie setzt sich der Gesamtwert zusammen?

Unser Beispiel: Das seit 2019 in Ebermannstadt stationierte Löschgruppenfahrzeug "LF 20 KatS". Von diesem Modell wurden vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 306 Stück beschafft, die auf Feuerwehren in ganz Deutschland verteilt worden sind. In Summe kostete jedes dieser Fahrzeuge rund 223 000 Euro, wie Kreisbrandrat Oliver Flake auf Nachfrage informiert. Wäre das Ebermannstädter "LF 20 KatS" ohne Mengenrabatt für die Großbestellung einheitlicher Fahrzeuge als Einzelstück beschafft worden, hätte es wohl eine sechsstellige Summe mehr gekostet, meint Flake.

(Sollten Sie die interaktive Grafik nicht sehen, können Sie sie hier in einem neuen Fenster öffnen.)

Seine Ausstattung und Beladung machen es multifunktional verwendbar: Das "LF 20 KatS" eignet sich gut für Einsätze bei Wald-, Vegetations- und Flächenbränden aber auch bei Hochwasser. Außerdem kann es vom Prinzip her bei jedem Brandeinsatz mitfahren, etwa wenn ein Auto auf der B 470 brennt oder Essen auf dem angeschalteten Herd vergessen worden ist. An Bord befinden sich 600 Meter B-Schlauch. Damit, mit der festeingebauten Pumpe im Heck und mit der Tragkraftspritze ist laut Flake eine Wasserförderung über größere Distanzen möglich.

(Sollten Sie die interaktive Grafik nicht sehen, können Sie sie hier in einem neuen Fenster öffnen.)

Das "LF 20 KatS" wurde in Ebermannstadt stationiert, weil die Stadt zentral im Wiesenttal liegt, so Oliver Flake, und weil in diesem Bereich der Fränkischen Schweiz die natürliche Löschwasserversorgung etwa durch Flüsse und Teiche nicht optimal ist. Insbesondere in kleinen Dörfern in der felsigen Karstlandschaft rund um Ebermannstadt ist Löschwasser nämlich oft knapp. Hier erweist sich auch der im Wassertank des Fahrzeugs mitgeführte Löschwasservorrat von 1000 Litern als vorteilhaft.

In den beiden klickbaren Grafiken in diesem Artikel ist dargestellt, wie sich die Anschaffungskosten des "LF 20 KatS" zusammensetzen. Die Kosten des Kofferaufbaus samt Wassertank und der Gruppenkabine lassen sich laut Kreisbrandrat Oliver Flake aus den ihm vorliegenden Unterlagen allerdings nicht einzeln herauslesen.


Sie interessieren sich für Feuerwehr-Themen? Dann treten Sie unserer Facebook-Gruppe "Feuerwehr in Franken" bei!

Keine Kommentare