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Wissenschafts-Schiff will Wissen schaffen

Schwierige Mission: Ein umgebauter Frachter soll Kinder und Jugendliche für Umweltthemen begeistern - 06.10.2012 07:57 Uhr

Noch bis Sonntag liegt die MS-Wissenschaft in der Forchheimer Austraße am Main-Donau-Kanal vor Anker.

05.10.2012 © Ralf Rödel


Vieles ist relativ, wenn man sich mit Zeiträumen von 150000 Jahren und mehr beschäftigt. Vielleicht ist das der Grund, warum die Wissenschafts-Crew des Frachters für die zwei Gäste, die da im Anzug recht alleine im Eingangsbereich stehen und sich suchend umsehen, keinen Blick übrig hat. Die beiden, Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf und der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn, sind andere Begrüßungen gewohnt, nehmen’s aber gelassen.

Von außen sieht die MS-Wissenschaft, die hier an der Austraße geankert hat, aus wie ein normaler Frachter. Nur einige Schriftzüge und ein aufblasbarer, etwas schlapper Erdball an Deck deuten auf die staatstragende Mission dieses Aufklärungs-Schiffes hin.

„Zukunftsprojekt Erde“ nennt sich die Ausstellung im Bauch des Frachters, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf die Reise innerhalb Deutschlands und Österreichs geschickt worden ist. Seine Aufgabe ist es laut Pressetext, Kindern ab zehn Jahren „faszinierende Einblicke in die Forschungswelt zu bieten“ und für „nachhaltige Entwicklungen“ zu werben.

Rundgang mit den Gästen

Mittlerweile hat Karolin Moraweck, Chefin des Ausstellungsschiffes, die beiden Politik-Gäste erkannt und bietet höflich einen Rundgang an.

Hinein geht es in den Bauch der MS-Wissenschaft. Die erste Überraschung ist die unerwartete Größe des Frachtraumes. Ein Café findet hier ebenso Platz wie über 30 Stationen, an denen der Gast etwas lernen soll. Schüler des Ehrenbürg-Gymnasiums und der FOS sind an diesem Nachmittag dort zu sehen. Die Luft ist schnell verbraucht.

Schüler wird zur Eule

Sascha Sokoliuk fliegt durch die Nacht. Der FOS-Elftklässler ist eine Eule und muss helle Laternen gegen gedimmte austauschen. Das Computer-Simulationsspiel soll auf den negativen Einfluss von zu starker Beleuchtung aufmerksam machen — „Lichtverschmutzung“. Nett, aber für eine Generation, die mit Wii und Playstation aufgewachsen ist, kein „Burner“. Insgesamt, so ziehen Lehrer und Schüler das Fazit, ein interessanter Besuch, die ein oder andere Information bleibt wohl hängen — vorausgesetzt jedoch, der Gast lässt sich auf die Stationen ein. Selbsterklärend und Interesse weckend sind die wenigsten, meist muss erst ein Text gelesen werden oder es braucht die Anleitung eines Crew-Mitgliedes.

Das Schiff lädt noch bis einschließlich Sonntag von 10 bis 19 Uhr zum kostenfreien Besuch ein.

VON RURIK SCHNACKIG

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