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Wo ist das Herrchen? Streunender Labrador im Kreis Forchheim

Von Gräfenberg bis Ermreuth rätseln die Menschen, woher der Hund kommt - 10.03.2020 10:58 Uhr

Wem gehört der braune Labrador? Das scheue Tier lässt sich nicht einfangen, die Polizei bittet um Hilfe.

10.03.2020 © privat


Gesehen haben das herrenlose verängstigte Tier ohne Halsband viele Leute. Doch helfen konnte ihm bislang keiner von ihnen. Das fehlende Halsband ist ein Grund dafür. Man kann ihn nicht festhalten. Dabei sucht der Hund ein Zuhause und geht in die Gärten, um wartend vor der Haustüre zu sitzen.

So auch in Sollenberg, einige Stunden, nachdem ihn Anja Streidel verängstigt auf der Kreisstraße an der Kurve Richtung Sollenberg vor den Autos und einem Bus davonrennen sah. „Er wusste überhaupt nicht mehr, wohin er laufen sollte“, erzählt Streidel, die anhielt. Doch anfassen ließ sich der Hund nicht, rannte in den Waldrand an der Sollenberger Siedlung und blieb dort, bis er schließlich vor einem Haus am Waldrand an der Türe saß, wie um Einlass bittend.

Das Halsband fehlt

Die Besitzerin erlaubte Anja Streidel den Hund zu füttern, um ihn zutraulich zu machen. Das misslang, der Hund lief weiter am Waldrand entlang, zu einem der nächsten Häuser.Das fehlende Halsband machte die Sollenbergerin stutzig. Wenn er streunen würde, hätte er ein Halsband dran, dachte sich Streidel und beobachtete weiter, ging immer wieder zu dem Waldstück und suchte den Hund. Auch einer Bekannten, die selbst einen Hund hat, näherte sich der braune Labrador. Den vierbeinigen Genossen zu entdecken, brachte ihm wohl die notwendige Sicherheit, aus seinem Waldversteck herauszukommen und er näherte sich den Menschen auf zehn Zentimeter Entfernung an. Doch dann rannte er verunsichert wieder weg.

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Der Hund ist ängstlich und scheu, aber nicht aggressiv. Selbst die Stadt Gräfenberg half bei der Suche, indem sie in ihren Unterlagen alle angemeldeten Hunde im Gebiet durchsuchte, um so den Besitzer ausfindig zu machen. Nichts half. Der Hund fraß nichts, trank nichts und rannte immer weiter planlos umher und ging in einen weiteren offenen Garten hinein. Diese Gelegenheit nutzte Anja Streidel und zog das Gartentor zu.

Zutrauliches Tier

Während der Hund im fremden Garten wartete, rief die Tierschützerin die Polizei und auf deren Anraten das Forchheimer Tierheim. Doch auch die Polizei konnte nichts unternehmen, denn der Labrador fand einen Weg aus dem Garten und sprang vor den Augen der Polizei über den gegenüberliegenden Acker. „Wir waren noch zwei Mal dort, haben ihn aber nicht mehr gesehen. Der Hund ist zutraulich. Wir fragen uns, wovon er lebt“, meint Manfred Hänchen.

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Dass der Labrador täglich aufs Neue ausbüxt und abends nach Hause trottet, glaubt er fast nicht. Trotzdem scheint sich der Hund irgendwo durchzufressen. Rehe reißt er nicht. „Alleine tut er sich schwer, ein Reh zu reißen“, erklärt Hänchen. Von gerissenen Rehen ist auch nichts bekannt. Marianne Wende, die Vorsitzende des Tierheims Forchheim hingegen schließt diese Möglichkeit nicht aus. „Derzeit sind wieder viele Hündinnen läufig“, erklärt sie.

Anja Streidel, die sich mit drei anderen Frauen abwechselte, den Hund im Wald zu beobachten und mit Futter zu locken, hatten keine Chance. Der Hund rannte weiter, wurde in Letten, Ermreuth und Neunkirchen gesichtet. Schließlich informierte eine andere Tierschützerin die Suchhunde Franken in Effeltrich. Diese suchen mit ihren ausgebildeten Hunde nach vermissten Hunden.

Suchhunde im Einsatz

Doch auch sie stehen vor einer Hürde. „Wir haben keinen Geruch“, sagt Alexandra Neu. Normalerweise haben die Besitzer irgendein Teil, die Leine oder ein Kissen, das nach dem vermissten Hund riecht. Diesem Geruch spüren die Suchhunde dann nach.

Eine andere Hilfe bei der Suche nach vermissten Tiere ist die Leine. Manchmal reißen sich Hunde los und irren mit der Leine umher. Diese bleibt an einem Ast hängen und die Suchhunde können erfolgreich sein.
Doch im Fall des möglicherweise ausgesetzten Labradors ist beides nicht gegeben. Der Hund treibt immer weiter weg, weshalb das Hundesuchhilfe Team Franken informiert wurde. Sie haben Mitarbeiter in vielen Orten und stellen Futter an der zuletzt gesichteten Stelle aus, um den Hund anzufüttern.

Eine Wildkamera hilft zu erkennen, ob das Futter tatsächlich von dem gesuchten Hund gefressen wird und wenn das mit dem Bild bestätigt wird, stellen sie dort eine Lebendfalle auf. Doch auch das kann derzeit nicht umgesetzt werden, weil der Aufenthaltsort des Labradors nicht bekannt ist.

„Bitte nicht auf eigene Faust auf den Hund zugehen und ihn fangen wollen. Am besten wäre, ihn im Garten einzuschließen und umgehend die Polizei zu rufen“, rät Hänchen. Auch wer Hinweise zu dem Hund hat, soll sich bei der Polizeiinspektion Ebermannstadt melden, Telefon (0 91 94) 73 88 0.

Petra Malbrich

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