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Wo liegt die Zukunft des Braunauer Heimatmuseums?

Mietfreiheit der Vertriebeneneinrichtung bleibt im Forchheimer Stadtrat sehr umstritten - 30.10.2017 08:00 Uhr

Beim Museumstag im Mai diesen Jahres hatte auch das Braunauer Heimatmuseum in der alten Kommandantur am Paradeplatz geöffnet. © Archivfoto: Laura Assenbaum


Die Stadt ist Patin des Braunauer Heimatkreises. Der bundesweite Verein der Heimatvertriebenen aus den ehemaligen Gerichtsbezirken Braunau, Wekelsdorf sowie dem Gebiet Starkstadt im Sudetenland hat seinen Sitz in Forchheim. Im Museum wird die Erinnerung an die alte Heimat, aber auch an Flucht und Vertreibung gepflegt und bewahrt. Die Stadt verlangt als Patin vom Verein keine Miete für ihre Räume. Diese Tatsache sowie der Umstand, dass das Museum nur eingeschränkt geöffnet hat (mittwochs von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung) führt seit vielen Jahren bei örtlichen Politikern zu der Forderung, etwas zu ändern.

Nun war Manfred Hümmer (FW) an der Reihe. Er verwies auf die schlechte Einnahmeseite der Stadt und meinte, das Thema Braunauer Heimatmuseum müsse "endlich einmal" angegangen werden, "auch wenn ich mir damit jetzt vielleicht den Mund verbrenne". Vielleicht könnten die Exponate ja in die Kaiserpfalz verlagert werden. So würde wertvoller Raum frei, den die Stadt anderweitig verwenden könnte.

Launige Beschwerde

Udo Schönfelder, Gerhard Käding (beide CSU) und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) rieten zu Vorsicht. Gerade jetzt, sagte der OB, entfalte das Museum umfangreiche Aktivitäten bei der Dokumentation der Exponate. Die Patenschaft für den Verein und die Partnerschaft mit der Stadt Braunau sollten erhalten bleiben "und mit Leben erfüllt" werden, sagte Kirschstein. Udo Schönfelder schlug vor, mit dem Verein "auch mal ein Gespräch zu führen" über das Museum.

FGL-Rat Gerhard Meixner beschwerte sich einerseits launig, Manfred Hümmer habe ihm "sein" Thema geklaut. Andererseits erinnerte er sich an Aussagen des früheren Kulturbeauftragten Dieter George vor zwei bis drei Jahren, wonach es "in zwei bis drei Jahren" ein "eigenes Haus für alle Braunauer" Heimatvertriebenen in Bayern geben solle.

OB Kirschstein leitete aus der Diskussion einen Arbeitsauftrag für die Verwaltung ab: "Nach welchen Maßstäben vergeben wir Fördermittel?" Damit waren alle Räte einverstanden. 

Ulrich Graser Stv. Redaktionsleiter, Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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