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Woher kommt der Ökostrom im Landkreis Forchheim?

Die NN haben bei den Strom-Anbietern nachgefragt - 30.06.2020 16:56 Uhr

Die Photovoltaik-Freiflächenanlage in Eschlipp liefert seit zehn Jahren Sonnenstrom für die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Ebermannstadt.

© Stadtwerke Ebermannstadt


„Bei den meisten Verbrauchern, die zu Ökostrom wechseln, dürfte mittlerweile der Klimaschutzgedanke im Vordergrund stehen, vor etwa zehn Jahren war eher der persönliche Atomausstieg der Beweggrund“, erklärt Thomas Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG aus Eggolsheim. Er identifiziert jedoch ein großes Problem im deutschen Ökostrom-Markt. „Die meisten Angebote basieren auf Zertifikaten aus norwegischen Wasserkraftwerken“, so Banning. Damit werde die Energiewende aber nicht in Deutschland voran gebracht.

In der Region bieten die Stadtwerke in Forchheim und in Ebermannstadt Ökostrom an. In Forchheim heißt das Produkt „FO | Natur“, der Strom stammt dabei nach Stadtwerke-Angaben vollständig aus erneuerbaren Energieträgern. „Wir nutzen deutsche Öko-Zertifikate mit transparenten Liefer- und Bezugsketten des Ökostroms“, teilt Stadtwerke-Pressesprecherin Nicole Dutschmann mit.

Kronengarten und Kläranlage

Ein Teil des Forchheimer Ökostroms stammt dabei aus den Photovoltaik-Anlagen auf dem Parkhaus Kronengarten, dem Rechengebäude der Kläranlage sowie den Anlagen auf der Fläche der Stadtwerke. „Neben unserem eigenen erzeugten Ökostrom haben wir deutsche Zertifikate aus Wasserkraft“, so Dutschmann. Eine TÜV-Zertifizierung bestätigt die regenerativen Quellen.

Die Stadtwerke Ebermannstadt bieten seit 1999 Ökostrom unter dem Namen „Power Öko“ an. „Der Strom wird zu einhundert Prozent aus Wasserkraft erzeugt und stammt überwiegend aus süddeutschen Laufwasserkraftwerken“, erklärt Jürgen Fiedler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ebermannstadt. Auch in Ebermannstadt setzt man stark auf die Sonne als Energieträger. Kürzlich sind Photovoltaik-Dachanlagen auf verschiedenen Liegenschaften in Betrieb gegangen, die Photovoltaik-Freiflächenanlage in Eschlipp gibt es seit knapp zehn Jahren.

„Die Nachfrage nach Power Öko ist vergleichsweise gering“, sagt Fiedler. Das liege vor allem daran, dass viele Kunden bereits selbst Photovoltaik-Anlagen installiert hätten und diese verstärkt auch zur Deckung des Eigenbedarfs verwendet würden.

Etwas anders sieht es in Forchheim aus: „Wir spüren, dass sich das Bewusstsein unserer Kunden wandelt“, erklärt Mathias Reznik, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Gerade zu Beginn sei die Resonanz auf den Ökostrom verhalten gewesen. Mittlerweile beliefern die Stadtwerke 1200 Kunden mit Ökostrom.

Julian Hörndlein

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