Wolfsberg in der Fränkischen Schweiz erhält eine neue Ortsmitte

16.5.2021, 11:17 Uhr
Der Ort Wolfsberg liegt mitten in der Natur in der Fränkischen Schweiz. 

Der Ort Wolfsberg liegt mitten in der Natur in der Fränkischen Schweiz.  © Edgar Pfrogner

  In seiner Mai-Sitzung befasste sich der Obertrubacher Gemeinderat hauptsächlich mit dem Gemeindehaushalt des Jahres 2021. Bürgermeister Markus Grüner (CSU) skizzierte dem Rat das Zahlenwerk und stellte in seiner Haushaltsrede zentrale Punkte des Haushaltes vor.

So werde man in diesem Jahr den zweiten Bauabschnitt der Dorferneuerung Wolfsberg, nämlich die Errichtung eines Dorfplatzes mit Spielplatz, umsetzen und den dritten und letzten Bauabschnitt, die Aufwertung des Sportheims zum Vereinshaus, zumindest beginnen. 

Daneben sei die Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) eine wichtige Aufgabe für 2021 und auch in die Grundschule soll wieder investiert werden, indem dort die Sanierung des Westflügels beginnt.

"Spagat zwischen Investition und Vorsicht"

Auch dieser Haushalt sei, wie der des Vorjahres, wegen der Pandemie ein "Spagat zwischen Investition und Vorsicht". Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer könnten daher auch heuer nicht seriös vorausgesehen werden. Zwar werde neben der Besserung der Situation auch mit einer neuerlichen Erstattung der Ausfälle durch den Bund und das Land gerechnet, ob diese allerdings nochmals so großzügig ausfallen werden wie 2020, wagte der Rathauschef zu bezweifeln.

Bereits in der vergangenen Woche war der von Kämmerer Ulrich Meierhöfer erstellte Haushaltsentwurf ausführlich den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses vorgestellt und von ihnen diskutiert worden. Am Ende stand die Empfehlung an den Gemeinderat, den vorgelegten Haushalt zu verabschieden. Dieser Empfehlung folgte der Gemeinderat nun einstimmig.

Fahrzeug für FFW Geschwand

Bereits vorher stand die zweite Behandlung des Antrages der Räte Benjamin Dresel, Benjamin Kirsch (beide ABL) und Adolf Zellmann (CSU) bezüglich der Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr Geschwand zur Debatte. Im Januar erkannte der Gemeinderat grundsätzlich den Bedarf eines neuen Fahrzeuges an, die Auswahl eines Fahrzeugtyps sollte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. 

Nachdem zwischenzeitlich Gespräche mit der Kreisbrandinspektion geführt und die Potentiale und Fahrzeuge der Wehren aus den Nachbargemeinden aufgelistet wurden, erstellten die Verantwortlichen der FFW Geschwand auch eine Bedarfsanalyse, an deren Ende der Wunsch nach einem wasserführenden Fahrzeug, also eines wasserführenden Tragkraftspritzenfahrzeuges oder eines mittleren Löschfahrzeuges (MLF) stand.

Blick in die Sporthalle die energetisch saniert werden soll. Sie wird nicht nur vom Sportverein, sondern wie unser Bild zeigt, auch vom BRK zu Blutspendeterminen genutzt.

Blick in die Sporthalle die energetisch saniert werden soll. Sie wird nicht nur vom Sportverein, sondern wie unser Bild zeigt, auch vom BRK zu Blutspendeterminen genutzt.

Ende April lud die Geschwander Wehr dann die Ratsmitglieder auf den Betriebshof der Firma Schmetterling ein, wo die Feuerwehren Hausen und Moggast ihre wasserführenden Fahrzeuge zur Schau stellten. Dem Wunsch der Verantwortlichen der Geschwander Wehr und der Stellungnahme des Kreisbrandrates folgend, beschloss der Rat mit einer Gegenstimme die Anschaffung eines wasserführenden Fahrzeuges.

Antrag von Wölfel

Der Antrag der SpVgg Obertrubach auf finanzielle Beteiligung der Gemeinde an den Kosten für die energetische Ertüchtigung der Sporthalle am Sportheim wurde von Roland Wölfel (BW-GO), der auch Schriftführer des Sportvereins ist, ausführlich vorgestellt. Laut Wölfel würden sich die Kosten auf etwa 120.000 Euro belaufen, wovon die Gemeinde 80.000 Euro tragen soll.

Wölfel schätzt, dass sich der Landessportverband mit 20.000 Euro beteiligt und die dann noch fehlenden 20.000 Euro würde die SpVgg selbst aufbringen. Er befürchtete, dass das Bildungshaus geschlossen bleibe und betonte den Bedarf von Räumlichkeiten für Vereine sowie für andere Veranstaltungen. Zuletzt seien dort beispielsweise die Senioren geimpft und regelmäßig die Blutspendeaktionen des BRK durchgeführt worden.

Wölfel betonte, dass sich die Förderung der Gemeinde ausschließlich auf die Halle und nicht auf das Sportheim beziehe. Da die Halle nicht nur alle Sportvereine der Gemeinde gemeinsam nutzen, sondern auch alle anderen Organisationen und Vereine sowie die Gemeinde selbst, müsse man diese als "Gemeinbedarfseinrichtung" der Gemeinde betrachten. Die laufenden Betriebskosten würde weiterhin die SpVgg alleine tragen. Wölfel beantragte, den Zuschuss für die Hallensanierung im Haushalt 2021 einzustellen – denn gerade in Zeiten einer Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig die Sporthalle für die Allgemeinheit sei.

Warnung vor einem "Schnellschuss"

Mehrere Gemeinderatsmitglieder wie Stefan Lang (CSU) und Thomas Laitsch (DGH) befürworteten eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde zwar, warnten aber vor einem Schnellschuss. "Wir lassen heuer ein Isek als Masterplan für die Entwicklung unserer Gemeinde erstellen. Wir sollten auch die Halle des Sportheimes zum Prüfungsgegenstand dieses Konzeptes machen", so Laitsch. Zudem soll erst auch die tatsächliche Höhe des Zuschusses durch den Bayerischen Landessportverband geklärt werden. Die weitere Beratung des Antrages wurde nach sachlicher Diskussion einvernehmlich verschoben.

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