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Samstag, 28.11.2020

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XY-Preis für Franken: Vergewaltigung bei Kersbach verhindert

Thomas Schmitt reagierte in einer Notlage richtig und half einer jungen Frau - 19.11.2020 14:25 Uhr

In der Sendung gratulierte auch XY-Moderator Rudi Cerne den diesjährigen Preisträgern, von denen einer aus Franken stammt. 

19.11.2020 © Screenshot: ZDF


Am frühen Nachmittag des 28. Mai 2016 war eine damals 17-jährige Frau vom Bahnhof in Kersbach zu Fuß nach Hause gelaufen, als sie ein Mann von hinten angriff und vergewaltigen wollte. Die Hilfeschreie des Opfers wurden von Thomas Schmitt gehört, der gerade mit seinem Auto in der Nähe unterwegs war. „Ich hatte das Fenster unten, weil es ziemlich warm war“, erklärte Schmitt in der am Mittwoch ausgestrahlten Sendung zu den glücklichen Umständen, die ihn die Hilferufe wahrnehmen ließen.

Obwohl er die Schreie zunächst nicht zuordnen konnte, suchte er damals nach deren Herkunft. Daraufhin tauchte ein Mann neben der Straße aus dem Gras auf und ergriff die Flucht. Kurz darauf entdeckte der Zeuge die junge Frau, die aus einem dicht bewachsenen Straßengraben kroch. Nachdem sich Schmitt kurz um die 17-Jährige gekümmert und außerdem die Polizei verständigt hatte, nahm er die Verfolgung des Tatverdächtigen auf und gab zusätzlich telefonisch Hinweise durch, bis eine Streifenbesatzung der Forchheimer Polizei den Täter noch in der Nähe festnehmen konnte.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


Mit seinem couragierten Eingreifen hatte Schmitt also nicht nur ein schweres Verbrechen verhindert, sondern auch maßgeblich zur Ergreifung des Täters beigetragen, der später wegen der Tat in Kersbach und weiterer Verbrechen in Schwabach und Mering (Schwaben) zu einer neunjährigen Haftstrafe mit anschließend möglicher Sicherungsverwahrung verurteilt wurde. In der Begründung der Preisjury zur Auswahl von Schmitt aus rund 200 von Zuschauern der XY-Sendung eingereichten Vorschlägen heißt es: „Thomas Schmitt hat nicht nur ein furchtbares Verbrechen verhindert, sondern auch nachhaltig zum Fahndungserfolg beigetragen und mögliche Folgetaten durch sein überlegtes Handeln unterbunden. Die Jury spricht Thomas Schmitt ihren größten Respekt aus.“

Thomas Schmitt (hier ein Screenshot aus der ZDF-Sendung) ist einer der diesjährigen Preisträger des XY-Preises

18.11.2020 © Screenshot: nordbayern.de


In der XY-Sendung vom Mittwoch wurde Thomas Schmitt, der im Landkreis Bamberg wohnt, mit einem von drei XY-Preisen ausgezeichnet, der jeweils mit 10.000 Euro dotiert ist. Weitere Preise gingen an Alexander Kernstock sowie an Luca Höppner und Finja Klenz. Bundesinnenminister Horst Seehofer, der als Schirmherr der Preisverleihung auftrat, gratulierte den Preisträgern: „Sie sind Vorbilder für uns alle.“ Schmitt nahm die Ehrung mit Bescheidenheit entgegen und sagte: „Ich finde nicht, dass das was Besonderes war. Aber ich war froh, dass ich zu dem Zeitpunkt und an dem Ort war und das allerschlimmste verhindern konnte.“

Dieser Artikel wurde am 19. November 2020 um 14:25 Uhr aktualisiert.

reg

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