Tierhalter in Sorge

Zur Abwehr von Wölfen: Spezieller Zaun für den Wildpark Hundshaupten?

15.6.2021, 10:00 Uhr
Die Alpakas auf der Weide von Georg Rackelmann in Hundshaupten sind mit dem neuen stromführenden Elektrozaun nun besser vor Wölfen geschützt. Ob das reicht, weiß ihr Besitzer jedoch nicht.

Die Alpakas auf der Weide von Georg Rackelmann in Hundshaupten sind mit dem neuen stromführenden Elektrozaun nun besser vor Wölfen geschützt. Ob das reicht, weiß ihr Besitzer jedoch nicht. © Foto: Anna Wehrfritz

Die Alpakas von Georg Rackelmann grasen friedlich im Abendlicht. Seit gerade einmal etwas mehr als einer Woche sind die Tiere wieder auf ihrer Weide am Rande der Ortschaft. Vorher mussten sie im Stall und einer improvisierten Weide am Hof der Rackelmanns bleiben - aus Sicherheitsgründen. Denn nach den Wolfsrissen im etwa 20 Kilometer entfernten Betzenstein, fürchtet Rackelmann um die Sicherheit seiner Tiere.

Auch im Wildpark Hundshaupten macht man sich Gedanken, wie man dem Wolf das Eindringen zumindest erschweren kann. "Wir überlegen auf den bestehenden Außenzaun Litzen zu ziehen", so der Leiter des Parks, Daniel Schäffer. Das ist eine Art Draht, die mit Hilfe eines Weidezaungerätes unter Spannung gesetzt werden - und so den Wolf daran hindern soll, in das Gelände einzudringen. Da der Zaun um den Wildpark eine Fläche von 40 Hektar umspannt, ist das mit einigem Aufwand verbunden.

Weil ein Wolf bei seinen Streifzügen Durchschnittlich 45 Kilometer pro Tag zurücklegt, könnte es durchaus passieren, dass das Betzensteiner Rudel irgendwann einen Ausflug nach Hundshaupten unternimmt. Zwar übernimmt der Staat Kosten, wie die für den neu gebauten Wolfszaun um das Alpaka-Gehege von Georg Rackelmann. Für einen zusätzlichen Untergrabschutz, um das Gehege noch sicherer zu machen, muss der Besitzer der neun Alpakas und zwei Lamas jedoch selbst aufkommen.

Der Zaun selbst besteht aus zwei Litzen, die auf den Zaun des Geheges gezogen wurden. Die untere Litze soll den Wolf am Eindringen unterhalb des Zaunes, die obere an einem Überspringen desselben hindern. Wirklich sicher fühlt sich Georg Rackelmann in Bezug auf seine Tiere trotz des Zaunes jedoch noch nicht.

Angesprochen auf die größere Kontroverse über den Umgang mit den frei lebenden Wölfen, meint Schäffer: "Wir haben als Wildpark einen Bildungsauftrag. Wir informieren über den Wolf, und haben ihn ja auch bei uns im Park. Wenn wir dadurch an der Versachlichung der Diskussion beitragen können, tun wir das gerne, aber ansonsten halten wir uns da raus."

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